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Berry
Jedediah Berry: The Manual of Detection
London: Windmill, 2010. Taschenbuch, 278 Seiten. [dt. Handbuch für Detektive] – Jedediah LinksJedediah Literatur
Der Alptraum jeden Angestellten ist es über Nacht den Job zu verlieren oder degradiert zu werden. Charles Unwin, ein bienenfleißiger Angestellter einer Detektivfirma, wird eines Morgens unversehens befördert. Charles ist sich sicher: das war versehentlich.
Er will den Irrtum aufklären und dringt zu seinem Vorgesetzten. Damit entwickeln sich – ohne dass Charles viel dazu beiträgt oder gar dafür verantwortlich ist – turbulente und groteske Szenen.
Mysteriöse, zeitlich zurückliegende Fälle, an deren Aufklärung Charles mitgewirkt hat, spielen ins Geschehen. Eingriff in Träume und gestohlene Uhren treiben die Menschen in der Stadt herum und Charles spürt den Fährten nach. Das ist anfangs recht erheiternd, da oft völlig Unerwartetes passiert. Der Leser wird in die Szenerie gezogen. Daher kommt wohl der Aufkleber "Kafka", den viele Besprechungen dem Roman aufdrücken.
Zahlreiche Anspielungen zu Filmen steckte Berry hinein, ein paar bekam ich als Nicht-Cineast auch mit (und deshalb folgere ich: es sind mehr, von mir unentdeckt).
Das alles läuft sich aber mit der Zeit tot, so wie auch Charles sich in der City mit der Rücknahme seiner Beförderung totläuft, pardon, –fährt, denn er ist kurioserweise meist mit Rad und Regenschirm unterwegs.
Ab der Mitte der SF-Groteske sackte meine Aufmerksamkeit rasch ab: Berry verwechselt Franz Kafka (den er fleißig gelesen hat, siehe Interview, April 2009, Jedediah Links) mit Beliebigkeit.
Wieder einmal bin ich auf furiose Besprechungen (haben wirklich alle Rezensenten das Buch bis zum Ende gelesen?) hereingefallen. Entmutigt akzeptierte ich, dass vielen der Klamauk gefiel oder ich nehme an, dass sie einen Schlüssel zum Verständnis haben, der mir fehlt. Wohltuend las ich daher die Besprechung im sf magazin (Jedediah Links), der ich ziemlich zustimmen kann.
Mir war The Manual of Detection zu kunterbunt beliebig. Der Faden wurde von Handlungsstation zu Handlungsstation neu geknüpft. Das mag für eine Kurzgeschichte tragen, für einen Roman nicht.
Links
BerryThe Manual Of Detection
BerryAn Interview wit Jedediah Berry, Bookslut, April 2009
BerryFranz Birkenhauer: "Charmelos mit Schirm", sf magazin
BerryMichael Moorcock: "The Manual of Detection by Jedediah Berry", The Guardian, 22 August 2009
BerryMathias Brose: "Gestohlene Stunden", titel-magazin 6.09.2010
BerryPerlentaucher
Jedediah Franz Kafka, muss bezüglich The Manual of Detection für einiges herhalten
Literatur
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berry BerryJedediah Berry: The Manual of Detection. London: Random House, 2010. Taschenbuch, 288 Seiten Berry
Jedediah Berry: The Manual of Detection. Heinemann, 2009. Gebunden, 288 Seiten Berry
Berry BerryJedediah Berry: Handbuch für Detektive. München: Beck, 2010. Gebunden, 383 Seiten. Judith Schwaab, Übs. 
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 14.10.2010