| Edward Morgan Forster: Howards End [Wiedersehen in Howards End]. London: Edward Arnold, 1929. 343 Seiten |
||
| Nachdem ich las, dass Zadie Smith: On Beauty ihren Roman Howards End von E. M. Forster (Ersterscheinen 1910) nachgebaut ist, rutschte dieser an die Spitze der Leseliste. | ||
| Forster schildert die Verbindungen
zwischen der geschäftlich nüchternen Familie Wilcox und den
Schlegels, väterlicherseits aus Deutschland. Es ist etwas platt, aber im
Kern trifft es: die Wilcox sind das englische Geschäft, nach aussen
gerichtet, die humanistisch, aufklärerisch bestimmten Schlegels stehen
für Kunst und Literatur. Nicht umsonst bedauert die aufgeschlossene Mrs.
Wilcox: "We never discuss anything at Howards End." "Then you ought to!" said
Margaret. "Discussion keeps a house alive. It cannot stand by bricks and mortar
alone." (S. 73, Kap. 9) Zusätzlich stellt Forster das proletarische Ehepaar Bast dazu. Er läßt in jeder Familie ganz verschiedene Charaktere selbstbewußt agieren. Diese veränderten sich im Laufe des Romans, was man als im Roman angebrachte Entwicklung loben, oder als brüchig tadeln kann. Forster probiert unterschiedliche Verbindungen aus. Die Beziehungsknäuel werden von teils intellektuellen Gesprächen begleitet. Allerdings durchschaute ich die Psychologie der Figuren nicht immer, so daß mir manche Wendung überraschend kam. Dabei baute Forster manch einsichtsvolle Passage ein, beispielsweise den Vergleich der Natur mit London (S. 105-106, Kap. 13) oder die Diskussion über den Strassenverkehr in England (die Jahre vor 1910 betreffend!; S. 195, Kap. 23). Margaret kommt schon nahe an Viktor Frankls Maxime für ein erfülltes Leben: "either some very dear person or some very dear place seems necessary to relieve life's daily grey, and to show that it is grey. If possible, one should have both" (S. 141-142, Kap.16). Sie hält fortschrittliches und humanistischen, bildungsbürgerliches Gedankengut für wertvoll und trägt es in die Wilcox Familie hinein.
Dagegen wird Henry Wilcox so gekennzeichnet: "he had no guiding principle beyond a certain preference for mediocrity" (S. 206, Kap. 25). Forster kritisiert eine Gesellschaft auch hierin sehr aktuell in der Fortschrittsglaube die Menschen und ihre Beziehungen übergeht. Für manchmal nur durchschnittliche Spannung im Mittelteil spult Forster ab Kap. 38 einen großartigen Endspurt ab. |
||
| Howards End ist als Roman des Zeitumbruchs zu Beginn des 20. Jhdts. sehr lesenswert. | ||
| Zadie
Smith könnte ihren Romantitel On Beauty auf Margaret
Schlegels Bemerkung über die deutschen gründen: "The German is always
on the lookout for beauty" (S. 72, Kap. 9; siehe
|
||
| Anmerkungen | ||
| Walter Savage
Landor, (S. 8, Kap. 2) :
George Meredith: The Ordeal of Richard Feverel (S. 114) Robert Louis Stevenson: Prince Otto (S. 114) E. V. Lucas: The open road; a little book for wayfarers; Anthology von 1899 (S. 115): Michael Drayton (1563 December 23, 1631); S. 195, Kap. 23; englischer Dichter: |
||
| Verfilmung | ||
| 1992, Regie: James Ivory, mit Vanessa Redgrave, Emma Thompson, Anthony Hopkins | ||
| Links | ||
| Text online:
|
||
| E. M. Forster (1879 - 1970):
|
||
| Literatur | ||
| PMLA = Publications of the Modern Language Association of America | ||
| Drews, Jörg: Kindlers
Literatur Lexikon S. 4645-4646 Hirai, Masako: Sisters in Literature: Female Sexuality in Antigone, Middlemarch, Howards End and Women in Love. Basingstoke: Macmillan, 1998. 221 S. Hoy, Cyrus: "Forster's Metaphysical Novel". PMLA 75.1 (1960). S. 126-136. McDowell, Frederick P. W.: "»The Mild, Intellectual Light«: Idea and Theme in Howards End". PMLA 74.4 (1959). S. 453-463. Winkgens, Meinhard: "Die Funktionalisierung des Deutschlandbildes und seiner Konnotation einer idealistischen Kultur in E.M. Forsters »Howards End«". a&e (anglistik & englischunterricht), Images of Germany Bd. 29/30, (1986) |
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
|
![]() |
|
| Edward M. Forster: Howards
End. Random 1999. Taschenbuch, 368 Seiten
|
||
|
![]() |
|
| Edward M. Forster: Wiedersehen
in Howards End. Frankfurt: Fischer, 2005. Broschiert, 408 Seiten. Egon
Pöllinger, Übs. |
||