| Robert Harris: Imperium Hutchinson, London 2006. 403 Seiten – |
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Zwei Momente veranlassten mich den neuen Roman Imperium
von Robert Harris zu kaufen und an der gesamten Zu-Lesen-Warteliste
vorbei bis an deren Spitze zu schleußen:
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| Ähnlich wie
Ishmael ( Tiro ist Sklave und als Sekretär und Schreiber Ciceros der Erfinder der ersten Kurzschrift. er sieht das Geschehen nüchtern: er ist auf Berichte aus der politischen Szene angewiesen. Der Roman Imperium begleitet den Aufstieg Ciceros bis zu seiner Wahl als Konsul. |
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| In einem Interview mit dem Autor, das ich erst
nach der Lektüre hörte, verriet Harris, dass Imperium
der erste Teil einer als Trilogie anlegten Biographie Marcus Tullius
Ciceros. Fast wollte ich mein Verkaufsangebot für das
gebrauchte Buch bei Booklooker schon zurückziehen; stattdessen
erhöhte ich den Preis um 2 Euro | |
| Meine üblichen, oben
aufgeführten Vorbehalte bei historischen Biogrrafien konnte
ich beiseite schieben. Harris macht keine schwarz-weiß
Zeichnungen und schon gar nicht jubelt er Cicero hoch. Im Gegenteil: er
unterliegt ebenso dem Machtkalkül wie viele der Politiker im
Roman. Insofern wurde meine charakterliche Vorstellung von Cicero
zurecht gerückt. Was ich an historischen Details wußte, passte allerdings gut zum Roman-Geschehen. Harris hat offenkundig sehr gut recherchiert. Das wird auch durch Buchbesprechungen historisch kompetenterer Leser bestätigt. |
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| Stilistisch ist Harris hervorragend. Die erste Rede Cicero bringt er brillant (S. 32-33). Mit der Lektüre wird man in das römische Umfeld hineingezogen und kann sich die Schauplätze und Umstände gut vorstellen. | |
Mir gefielen auch die
Parallelen zur heutigen Zeit: die Politiker ließen sich auch
damals schon gerne zur Macht bitten, obwohl sie danach gierten. Cicero
beruft sich auf den mythischen Lucius
Cincinnatus, den man zur Rettung Roms von der Feldarbeit
weg holte. Ein anderer greosser Rhetoriker, Franz Josef Strauss,
meinte 1966:
Geschickt bietet Harris drei ganz starke Bezüge zur Gegenwart:
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| Harris
baut oft Sprüche von Cicero ein oder solche, die gut von ihm
sein könnten. Ich nenne nur wenige: "... there will be time enough to sleep when we are dead" (S. 169) Piso, Governeur: "Since when has idiocy been a bar to advancement in politics?" "If it is gratitude you want, get a dog" (S. 346). |
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| Die im Vorspann der englischen Ausgabe hinzugefügte Stadtskizze Roms ist gut gemeint aber wenig aussagekräftig. Sie hilft kaum während der Lektüre. | |
| Imperium
hält was Denis Scheck und andere mit ihrem Lob versprechen:
detailtreue Schilderung des öffentlichen Lebens im Rom von 79
bis 64 v. Chr. Wichtige Erkenntnis: Die politischen Mechanismen haben
sich kaum verändert; ausser. früher ging es um Kopf
und Kragen (wörtlich), heute geht es um Kopf und Kragen (im
übertragenen Sinn). Damit hat der Roman auch etwas zur
Beurteilung der Zeitgeschichte zu bieten. Wer sich auch nur einigermaßen
für die Antike erwärmt, dem sei Imperium
stark empfohlen. | |
| SPD-Fraktionschef Peter Struck ist über
die Feiertage mit seiner Frau, seinen Kindern und Enkelkindern zu Hause
im niedersächsischen Uelzen. In der stillen Zeit will er den
500 Seiten starken Roman «Imperium» von Robert
Harris lesen. Thema: Die widersprüchliche Rolle des
Machtpolitikers Cicero. |
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| Sachliteratur | |
| Wer sich mit
Hintergrundwissen die Lektüre von Robert Harris: Imperium
vorbereiten will oder wer die sachkundige Behandlung durch Robert
Harris überprüfen will, dem empfehle ich die
spezielle Ciceroseite ( | |
| Links | |
| Robert
Harris, * 1957 Nottingham, England; Journalist
und Autor. 2003 »British Press Award« als bester Kolumnist Harris schrieb mehrere Sachbücher, und die Romane Enigma (1995), Vaterland (1996), Aurora (1999), Pompeji (2004). Harris lebt mit Frau und vier Kindern in Berkshire. | |
| Imperium | |
| Ijoma
Mangold: "Cicero hatte einen langen Löffel. Auf dem Forum
siegt die Rampensau: Robert Harris’ gut geschriebener,
gewitzter Rom-Politthriller »Imperium«", Süddeutsche
Zeitung, 12.12.2006, | |
| Literatur |
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| Robert
Harris: Imperium: A Novel of Ancient Rome Simon
& Schuster, 2006. Simon Jones (Sprecher). Audio CDs, unabridged
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| Robert Harris: Imperium.
Random House Audio, 2006. 6-Audio-CDs, 398 Min., Sprecher: Christian
Berkel | ||
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| Marion Giebel: Cicero. Mit
Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek: Rowohlt, 2004.
Broschiert, 158 Seiten, 15., Aufl. | ||