| William
Boyd: Restless [deutsch: Ruhelos]. London: Bloomsbury, 2006. 325 Seiten – |
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| Sally und ihre Tochter Ruth (mit Sohn Jochen)
leben bis zum Sommer 1976 ruhig in Oxford. In letzter Zeit benimmt sich
Sally merkwürdig und übergibt ihrer Tochter ein
Manuskrip zum Lesen. Darin bekennt Sally in Wirklichkeit Eva
Delektorskaja, eine russische Emigrantin und ehemalige
britische Spionin, zu sein. Ihre Vergangenheit holt sie ein:
sie fühlt sich verfolgt. Boyd schildert wechselweise die Zeiten als Spionin im Zweiten Weltkrieg und die Zuspitzung der aktuellen Bedrohung in Oxford und London. Die Hauptaufgabe der Abteilung Romer (Sallys Spionagechef) war es, von New York aus die USA zum baldigen Kriegseintritt zu veranlassen. Dazu bringen die Mitarbeiter von Romers Truppe gefälschte Meldungen an die Medien, die den Stimmungsumschwung herbeiführen sollen. Meisterhaft entstehen die Charaktere der Hauptpersonen samt den häufigen Identitätswechsel von Sally. Da Jochen einen deutschen Vater hat (der jedoch in Deutschland ist und nur einmal am Telefon auftritt) kann der Autor auch die RAF (Rote Armee Fraktion, siehe In Interviews betont Boyd, dass das meiste am Spionagegeschehen realiter so ablief. Doch dem Autor ist nicht zutrauen (Romerdevise Nummer Eins aus dem Roman: Traue niemandem! Siehe Hoax unter | ||
Das handlungstragende Element der Desinformation
der Medien durch Regierungen ... Geheimdienste oder ... ist aktueller
denn eh. Traue niemandem! gilt heute sowohl für die
politischen Verlautbarungen als auch für die Medien.
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| William
Boyd versteht sein Handwerk und wendet es schematisch an. Die Kapitel
beginnen oft mit einer Detailszene und fahren erst dann mit einer
Rückblende zum Anschluß an das voraus gegangene
Kapitel des jeweiligen Erzählstrangs fort. Die Kapitel enden
oft mit einer kleinen überraschenden Wendung. Der Roman
entwickelt Atmosphäre, vor allem im Gegenwartsteil (in der
Vergangenheit überwiegt das Thrillerelement). Das erreicht
Boyd durch detailreiche Schilderung, die er jedoch übertreibt.
Nicht jedes Mal will ich als Leser wissen, was jemand exakt trinkt oder
im Automatenladen auf der Seventh Avenue ißt: "a tuna
sandwich, a slice of cheesecake and a glass of milk" (S. 240). Von Beginn an spannend, wartet man doch auf den Gegenwartsbezug der Spionagehandlung: once a spy, always a spy; tritt die Vergangenheit mit dem gealterten Lucas Romer endlich ins Geschehen, steigert sich die Spannung. | ||
| Guter
Spionagethriller auf verschiedenen Zeitebenen und von Deutschland bis
zu den USA echt global; ach ja, Hamid, aus Iran auch noch | ||
| Links | ||
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Boyd: | ||
| Restless
–
Ruhelos | ||
| Hoax: | ||
| British
Security Coordination: Wikipedia: Secret Intelligence Service: official website of the Roten Armee Fraktion (RAF): |
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| Literatur |
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| William
Boyd: Ruhelos.
Berlin: Berlin, 2007. Chris Hirte,
Übs. Gebunden, 368 Seiten. |
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