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Lodge
David Lodge: How Far Can You Go?
[deutsch: Finger weg; US: Souls and Bodies] London: Penguin, 1981. Taschenbuch, 243 Seiten –
David LinksDavid Literatur

Eine Clique von cirka zehn katholischen Schülern/Schülerinnen wächst in England auf. Einengt von Geboten und rigiden Moralvorstellungen ihrer Religion wachsen sie in den 50-er bis 80-er Jahren auf.
Die ständige Frage ist: Wie weit dürfen wir gehen? Das bezieht sich hauptsächlich auf den in der Pubertät so wichtigen sexuellen Bereich, auf Ehe, Schwangerschaft und Kindererziehung.
Dazu thematisiert der Autor auch Antworten auf die Frage: Wie weit darf die katholische Kirche in Zeiten des 2. Vatikanischen Konzils und danach gehen?
How Far Can You Go? gefiel mir hauptsächlich aus drei Gründen:
  1. Ich wuchs selbst in katholischer Umgebung auf (Familie, Ministrant, Religionsabitur)
  2. Alte Vorurteile über die Kirchen und die katholische im Besonderen wurden bestätigt. Damit wächst die objektive Begründung dieser Vorurteile.
  3. David Lodge streut gelegentlich recht witzige Situationen und Dialoge ein. Die Lektüre bleibt – trotz der einseitigen Thematik – meist amüsant.
Nachteilig ist die einbahnige Schussrichtung wohl besonders für Nicht-Katholiken. Einesteils werden sie bestimmte Rituale oder Verhaltensweisen nur ungenügend kennen oder einschätzen können, andrerseits wird ihnen die damit verbundene Problematik oft fremd vorkommen. Das kann man in vielen Leserkritiken im Web nachlesen.
Katholische Kirche
Durch die – zumindest bis vor wenigen Jahren – rigiden Vorgaben für ihre Mitglieder (Heiratsverbot bzw. -einschränkung mit andersreligiösen, Kindererziehung) bleiben die Katholiken bevorzugt unter sich.
Die Lehre suggeriert ihnen, der einzig wahren Kirche anzugehören. Zusammen mit einigen Bibelstellen ergibt sich eine scharf Abgrenzung gegenüber Andersgläubigen.
Die Religion dient den Katholiken (aber nicht nur ihnen) als Versicherung auf ewige Himmelsfreuden (S. 16) und Absicherung gegen die Hölle (S. 79, S. 118).
"Dank" Erziehung von Geburt an im katholischen Glauben werden Rituale und absonderliche Glaubensinhalte kaum hinterfragt (S. 20). Adrian fällt aber doch auf, dass Nicht-Katholiken mindestens genauso gut leben. Er tröstet sich mit der Verheißung, dass sie in der nächsten Welt dafür die gerechte Zuteilung ("their just deserts", S. 53) erhalten werden. Oft bleibt man – trotz eigener Zweifel – an absurden Glaubensinhalten kleben: kann die katholische Kirche seit 2000 Jahren Trugbilder verkünden? Können x Millionen Katholiken irren? Oder für Tessa: "if Edward believed it, who was she to quibble?" (S. 55)
Die Indoktrination zeigt über die Jahre ihren "Erfolg": Ruth wird Nonne, zweifelt und schließt sich später einer Pfingsterweckungssekte an. Violet kommt in eine Psychiatrische Anstalt.
Ganz am Ende erweist sich: welche Religion oder Weltanschauung man vertritt ist egal. Selbst härteste "Gehirnwäsche" übersteht der robuste Charakter.
Für Katholiken oder Ex-Katholiken ist How Far Can You Go? eine kurzweilige Lektüre. Jeder Leser bekommt eine Vorstellung davon, was es bedeutet eine läßliche Sünde ("venial sin") im Vergleich zu siner Todsünde ("moratl sin") zu begehen.
Der vom Papst Josef Ratzinger so verteufelte Relativismus der Weltanschauungen erhält eine gute Untermauerung. Extra ecclesiam nulla salus (David Links) gilt nicht!
1980 Whitbread Book of the Year Award: Novel Award
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 12.5.2009