| Alan
Bennett: The Uncommon Reader [Die souveräne Leserin, Ingo Herzke, Übs.] London: Profile, 2008. Taschenbuch, 128 Seiten |
| Die Story des kurzen Romans ging durch alle
Literaturmedien: die englische Königin kommt eher zufällig – beim
Gassiführen ihrer Hunde – an ein Buch. Leidenschaftlich beginnt sie zu
lesen, unterstützt von Norman, einem Bücherliebhaber aus ihrer Küche.
Dieser wird bald zum persönlichen Buch-Diener befördert, aber von hohen
Politikern abgesägt. Das angenehme an diesem Geschehen für die Königin und die Leser: jeder kann jederzeit in das Reich der Literatur vordringen. Alle sind gleichberechtigt und fähig ihren Weg zu wählen („All readers were equal, herself included“, S. 30-31). Die Königin lernt auch, dass man keinen Plan für das Reich des Lesens braucht, entgegen manchen Vorstellungen, gibt es nichts, was man gelesen haben muss. Trotzdem erhält der Leser so nebenbei ein paar gute Tipps, z.B. Ian McEwan, Rose Tremain und Kazuo Ishiguro (S. 69; So erfährt man einiges über das Lesevergnügen und freut sich mit der Königin, dass sie in Kanada die berühmte Alice Munro ( |
| Gelegentliche Kritik der Eindeutschungen anglosächsischer Buchtitel wird diesmal aufgewogen. Die souveräne Leserin ist aussagekräftiger als der Originaltitel! Wenn auch das Original The Uncommon Reader eine Anspielung auf Virginia Woolfs The Common Reader enthält. |
| Rundum empfehlenswert. |
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