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McGregor
Jon McGregor: If Nobody Speaks of Remarkable Things
[deutsch: Nach dem Regen, Anke Caroline Burger, Übs.] London: Bloomsbury, 2003. Taschenbuch, 275 Seiten – Jon LinksJon Literatur
In der ausgezeichneten Short Story Sammlung The BBC National Short Story Award 2010 (Jon Links) setzte ich „If it Keeps on Raining“ von Jon McGregor auf den geteilten 1. Platz; die offizielle Jury gab der Story die Silbermedaille. Daher wollte ich unbedingt noch etwas, möglichst längeres von Jon McGregor lesen.
Vorab: ich bereue es nicht, obwohl der Roman If Nobody Speaks of Remarkable Things eigentlich auch eine Kurzgeschichte ist, von Autor – wenn auch virtuos – aufgebläht.
In einer Strasse irgendwo im Norden Englands leben ganz normale Menschen. Der Autor beobachtet sie einen Tag lang. Wenn niemand von diesem Alltag schreibt, bleibt er Unbemerkenswert. McGregor ist anderer Ansicht und macht Kleinigkeiten zu bemerkenswerten Vorfällen, allerdings von Anfang an vor einem drohenden, außergewöhnlichen, tragischen Ereignis auf das der letzte Sommertag dieses Jahres hinausläuft. Auf Seite 250 paassiert es dann.
Damit keiner zuvor die Strasse verläßt – sprich: das Buch zuschlägt – wird der literarische Google StreetView der Bewohneraufgepeppt durch eine Ich-Erzählerin; ebenfalls in der Strasse wohnend. Diese beleuchtet jenen Sommertag aus der Retrospektive.
Der Roman gewinnt zwar durch die poetische Sprache McGregors, man liest die Belanglosigkeiten gerne mit. Andrerseits passt der Ton nicht immer zu den absonderlichen Käuzen in den Häusern oder den Kindern auf der Strasse.
Manche Absätzte lesen sich wie ein Gedicht. Manchmal übertreibt es der Autor, dann wird's hölzern. Jeder kurze Absatz beginnt dann mit "He says" oder "She ..." (z.B. S. 196).
Die Leute in den Häusern (McGregor nennt durchweg nur die Hausnummern. Nur im Kontext der Ich-Erzählerin fallen Namen.) werden nicht immer lebendig. Dazu baut McGregor zuviele Schnitte ein, alles wirkt distanziert durch wörtliche Rede im Fließtext.
2002 nominiert für den Booker Prize
Shortlist des Commonwealth Writers’ Prize (First Novel)
2003 Somerset Maugham Award
If Nobody Speaks of Remarkable Things hat enorme Stärken, aber auch Schwächen, wie oben ausgeführt. Wenn man sich hauptsächlich von der Sprache leiten läßt, sie vielleicht laut liest, dann ist es ein bemerkenswertes Debüt. Wenn man es vom Geschehen beurteilt, dann tragen die Rückblenden der Ich-Erzählerin den Roman. Auch sonst passiert vieles, aber wird es schon dadurch bemerkenswert, dass es in poetischer Sprache gesungen wird?
Links
Jon McGregor:
Short StoryJon McGregorShort StoryBloomsburyShort StorycontemporarywritersShort StoryPerlentaucherShort StoryWikipedia
McGregorIf Nobody Speaks of Remarkable Things (Wikipedia)
McGregorJulie Myerson: "Woolf at the door", The Guardian, 24 August 2002 
McGregorMatt Seaton: "New kid on the block", The Guardian, 20 August 2002
McGregorSusan Harper: "Jon McGregor's ambition in If Nobody Speaks of Remarkable Things is admirable but over-reaching". Culture Wars
McGregorJon McGregor: Nach dem Regen (Perlentaucher)
McGregor BBC, Hg.: The BBC National Short Story Award 2010
Literatur
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McGregor McGregorJon McGregor: If Nobody Speaks of Remarkable Things. London: Bloomsbury, 2003. Taschenbuch, 275 Seiten McGregor
Jon McGregor: If Nobody Speaks of Remarkable Things. London: Bloomsbury, 2007. Taschenbuch, 304 Seiten McGregor
McGregor McGregor Jon McGregor: Nach dem Regen. btb, 2008. Anke Caroline Burger, Übs. Taschenbuch, 304 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 4.2.2011