| Malorie
Blackman: Noughts & Crosses. Special Edition
Including An Eye for an Eye London: Corgi, 2006. Broschiert, 478 Seiten – |
| Selten dass Lesermeinungen so übereinstimmen. Vierzehn Besprechungen auf amazon.de gaben je 5 Sterne (Stand 25.12.2011). Ich wurde auf das Buch durch eine Empfehlung in "Lesezeichen" (Bayerisches Fernsehen) aufmerksam. Der Jugendroman rutschte auf meiner Zu-Lesen-Liste ganz nach oben, als ich feststellte, er ist der Anfang einer Trilogie, deren 3 Band Schachmatt [Checkmate] betitelt ist. |
| Die Welt ist in Schwarz und Weiß getrennt. Doch die Vorherrschaft ist umgedreht wie in der Wirklichkeit: die Schwarzen sitzen an allen Schalthebeln, die Weißen werden rigoros unterdrückt. Daraus erfolgt die zweite Irritierung. Das Verhalten zueinander erscheint überzogen und klischeehaft. Wenn man nachdenkt passt es aber: die Schwarzen waren beispielsweise jahrhundertelang – zumindest in den USA – die fast ausschließlichen Dienstboten. In Noughts & Crosses ist es und alles andere umgekehrt. |
| Doch Sephy (Cross = schwarz) findet zu Callum (nought = weiß). Das ist mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden, die in der ersten Hälfte des Romans ausgebreitet werden. Nie fand ich eine Umschlaginformation passender, deren letzter Satz lautet: "And then the bomb explodes ...". Kurz zuvor wird es richtig spannend und bleibt es bis zum Ende des Romans. |
| Sephy
und Callum schreiben alternierend die kurzen
Kapiteln in Ich-Form. Die Vor- und Nachteile dieses Verfahrens wären zu
diskutieren. Besonders Callum – obwohl zwei jahre älter als Sephy – ist
noch Kind. • Seine Vorsätze (z.B. keinesfalls von der Cross-Schule zu fliegen) wirft er schnell über Bord. Manchmal handelt er undurchsichtig, wie beim verpassten Treff mit Sephy (S. 328, Kap. 88). Das setzt die Autorin wirkungsmächtig ein, doch die später nachgelieferte Erklärung "Brief zu spät gelesen" (S. 378, Kap. 100; S. 380, Kap. 101) ist bei sich Liebenden wenig überzeugend. • Naiv fragt er den Rechtsanwalt Stanhope, ob er was tauge (S. 240, Kap. 60). Die Antwort "Nein" wäre da wohl zu abwegig. |
| Songtext
umgekehrt "If you're black, that's where it's at. If you're brown, stick around. If you're white, say goodnight." ist ein Spruch von Callums Vater (S. 134). Es ist eine Persiflage auf "Get Back" von Big Bill Broonzy, siehe |
| Zur
Vergleichsliteratur Noughts & Crosses wird oft als Romeo und Julia Roman eingeordnet. Das passt, aber nicht ganz. Für mich steht im Vordergrund: a) Rassismus oder allgemeiner: Ausgrenzung b) geschichtliche Variante c) Aufstand / Widerstand gegen Unterdrückung d) Zivilcourage Zu c) passt hervorragend Hank Lopez: Afro-6; Lewis Nkosi: Mating Birds behandelt eine ähnliche Rassenproblematik anhand dem Südafrika im 20. Jhdt. Zur Rassismusproblematik gibt Noah Sow ein provokantes Sachbuch. |
| Lesealter Das vom Hersteller empfohlene Alter wird mit 16 -15 Jahre (?), an einer Stelle sogar mit 12 - 15 Jahre angegeben. Die englische Ausgabe zieht sich mit "Not suitable for younger readers" auf der letzen Umschlagseite aus der Affäre. Völlig unklar ist das Bezugsjahr zu "younger". Meine Empfehlung: ab 16 Jahre sehr gut geeignet. |
| Der mir vorliegenden Neuausgabe von Noughts & Crosses ist die weiterführende Novelle An Eye For an Eye beigefügt. |
| In
der ersten Hälfte kann der Leser seine Vorurteile gegenüber Schwächere
überprüfen. Nachdem Callum sich dem Untergrund anschließt wird richtig
spannend. Und es steigert sich. Sehr empfehlenwerter Jugendroman (auch für Erwachsene!) zur Rassismusproblematik. |
| Links |
| Malorie
Blackman: |
| Vergleichsliteratur | |
| Ein auf lesekost.de besprochener Roman, in dem die Juden nicht in Palästina, sondern Alaska angesiedelt wurden, fällt mir nicht ein. Zur Thematik "Geschichtliche Variante" gehört er. (Es war kein Volltreffer, sonst würde er mir einfallen.) | |
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| Literatur |
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| Malorie
Blackman: Himmel und
Hölle. Frankfurt: Fischer,
2011. Broschiert, 510 Seiten. Christa Prummer-Lehmair, Sonja
Schuhmacher, Übs.
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