| Ian
Rankin: The Naming of the Dead London: Orion, 2006. 420 Seiten – |
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| Erhalte ich
einen
vorgeblichen Vanillepudding und er entpuppt sich als
Kartoffelbrei, bin ich unzufrieden (obwohl ich Kartoffelbrei mag;
für
Norddeutsche: Kartoffelbrei = Kartoffelpüree). Ganz so krass
ist es bei The Naming of the Dead nicht. Es ist ein
Krimi, wie
es der Name des Autors, der Titel und der Untertitel auf der
Vorderseite "Unmatched in the field of British crime fiction"
verheissen. Doch Rankin – der zuletzt schon
non-crime-fiction ablieferte, siehe z.B. Rankins Idee ist grandios: er verbindet den G8-Gipfel von Gleneagles in Schottland 2005 (siehe Auf dieser politischen Folie läuft die Arbeit von John Rebus und dem weiblichen Sergeant Siobhan Clarke. Rebus ist vielseitig und zweispältig. Im Laufe der Nachforschungen wird er vom Vorgesetzten von seiner Arbeit entbunden. Ich kann es schon nicht mehr lesen, so schablonenhaft taucht das in modernen Krimis auf. Klar, Rebus macht trotzdem weiter. Ein weiterer Handlungsstrang betrifft Siobhans Eltern, die bei den Demonstrationen gegen den G8-Gipfel mitmachen und in damit in die Polizeimaschinerie (und ins Krankenhaus) geraten. Im Netz der Verwicklungen, das Rankin spinnt, mischen noch Politiker und Gangsterbosse (Kartelle?) mit. Die Privatsphäre der Cops und Detektive einzubeziehen ist ein beliebter Kniff der Krimiautoren. Rankin überzieht das: über eine Seite zur Beschreibung eines Imbisses (S. 91-92) erträgt man einmalig, doch Rankin häuft derartige alltägliche Beobachtungen. Reichlich Stoff, den Rankin mit teilweise guten Dialogen anreichert, beispielsweise Rebus mit Colin Anderson, MP (hier: Member of Parliament), S. 283-286. |
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Die
oft knappen Dialoge setzen Mitarbeit (und Vorkenntnisse) beim Leser
voraus. John Rebus ersetzt "what" gerne mit "hell", beispielsweise:
"Hell do you want?" (S. 206) oder "Hell kind of name is that?" (S.
253).
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Der
zeitgenössische Hintergrund – das ist
für mich das Bemerkenswerte aber vielleicht auch die Klippe
des Romans – ist für Rankin keine
bloße Beigabe. Das zeigt sich an den beiden Motti, die er dem
Roman voranstellt.
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| Die
Verbindung realhistorischer Ereignisse mit der Fiktion (siehe
auch |
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| Anmerkungen | ||
| G8-Gipfel:
Treffen der Vertreter der acht – aus ihrer Sicht –
wichtigsten Staaten vom 6. - 8. Juli 2005 im Golfhotel
Gleneagles
in Schottland. An der mehrstündigen Demonstration der "Make
Poverty History" beteiligten sich 200.000 Menschen und fast soviele
Polizisten |
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| Terror-Anschläge
am 7.
Juli 2005 in London Eine Serie von Bombenanschlägen erschütterte am Donnerstag den 7. Juli 2005 London. Dabei kamen 56 Menschen ums Leben, 700 wurden verletzt. Die Anschläge haben einen islamistischen Hintergrund. |
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| "Impress me!" (z.B. S. 39). Aufforderung zum Erzählen oder Übertreiben, also: "Sag's mir!" oder "Spuck's aus!"Ein US-Krimiautor ließ den Polizisten, nachdem der Fahrer des gestoppten Autos das Fenster heruntergekurbelt hatte, ähnlich fordern: "Start lying!" | ||
| "You
can tell that to the marines"
(S. ?) etwa: Das kannst du deiner Großmutter
erzählen! Stammt von britischen Seeleuten um 1800, die
"marines" als einfältig und leichtgläubig
ansahen. Weiteres siehe |
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| "the square root of bugger all" (S. 210) etwa: weniger als nichts | ||
| "We're
not in Kansas anymore"
(S. 241) stammt aus L. Frank Baum: The Wonderful Wizard of Oz.
Dorothy sagt zu ihrem Hund: "Toto, I’ve a feeling
we’re not in Kansas anymore", wohlgemerkt ohne dem "got". Die
genaue oder übertragene Bedeutung entzieht sich mir. Weiteres
siehe |
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| "POETS day"
(S. 333); gemeint ist der Freitag; POETS als Akronym für "Piss
off early, tomorrow's Saturday". Weiteres siehe |
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| "Not
exactly, Tonto" (S.
385), scheint etwa zu bedeuten: "Voll daneben, Dummkopf!";
wird auf spanisch "tonto" für verrückt,
dumm zurückgeführt ( |
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| Links | ||
| Von den zahlreichen Websites
zum
G8-Gipfel 2005
nur dieser: Terroranschläge 2005 London: |
||
| The Naming of the Dead auf Platz #33
der New York Times Hardcover Fiction Bestseller |
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| Literatur |
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|
| Ian
Rankin: The Naming of the Dead. London: Orion
Gebunden,
432 Seiten |
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