| Kate
Atkinson: One Good Turn [deutsch: Liebesdienste] Black Swan 2007. Taschenbuch, 526 Seiten – |
| Ein harmloser Auffahrunfall läßt den Honda-Fahrer ausrasten. Er geht mit einem Baseballschläger auf seinen Vordermann los. Nur das beherzte Eingreifen des Krimi-Schriftstellers Martin Canning aka Alex Blake verhindert Schlimmeres. Doch die am Unfall Beteiligten haben kein ruhiges Leben mehr. Auch Jackson Brodie ein Ex-Polizist, war dabei und der einzige, der sich die Honda-Nummer gemerkt hat. Er findet auf der Insel Cramond bei Edinburgh eine Frauenleiche im Wasser, sichert sie, fotografiert sie und schaltet die Polizei ein. Man findet weder die Leiche, noch das Foto, noch die ominöse Visitenkarte von der Jackson berichtet. Louise Monroe, die leitende Polizistin, hat viele Gründe Jackson zu mißtrauen. Der Krimi spielt in Edinburgh zur Zeit des Theaterfestivals. |
| Vom Zentrum des Unfalls zieht Kate Atkinson ein Netz zwischen den am Unfall Beteiligten und den zufällig anwesenden Zuschauern. Diese Konstruktion ist ungewöhnlich; meist werden in Romanen Stränge verfolgt, die sich früher oder später treffen. Der Lesespannung dient das umgekehrte Vorgehen nicht, vor allem weil nach dem urknalligen Romanbeginn der nächste Knaller auf sich warten läßt. Atkinson mutet sich und den Lesern zuviel zu. Die erste Leiche (auf der Insel Cramond) taucht erst auf S. 130 auf. Die Autorin schweift zu oft, gelegentlich belehrend, ab. Ärgerlich ist, das vieles ungeklärt bleibt. So verläßt Jackson das Theatergebäude unabsichtlich durch den Feuerausgang und genau dort lauert ihm der Hondafahrer auf !? (S. 186-187) |
| Obwohl
Kate Atkinson auf atmosphärische oder charakterliche
Beschreibungen weitgehend verzichtet gelingen ihr einige gute Personen,
vor allem Gloria Hatter, die Frau des reichen Immobilienhais. Die
Polizistin Louise mit ihrem Sohn Archie im kritischen Alter wirkt
lebendig. Doch auch hier gilt: weniger wäre besser gewesen.
Das kann man auch zu den biblischen Anspielungen (Atkinson
scheint nur das Matthäus-Evangelium zu kennen |
| Die Kapitelabschlüsse hat Kate Atkinson drauf. Manchmal sind sie zu dramatisch und die Weiterführung läßt zu wünschen übrig. Ihr Stil mit eingeklammerten Nebensätzen ist lebendig, doch floskelhaft ("let's face it"). |
| Jackson Brodie trat schon im Aktinsons Erfolgskrimi Case Histories auf und One Good Turn liest sich wie einen typischer Nachfolgeroman. Nach einem Interview hat es die Autorin auf eine Trilogie angelegt. Zugute kommt One Good Turn, dass er auf drei Tage konzentriert ist. |
| Erläuerung
zum englischen
Titel "As the saying goes, one good turn deserves another. The title of Kate Atkinson's novel, One Good Turn, could describe the way that one character's Good Samaritan behavior leads to him being robbed, mistakenly identified as a murder victim, and more." |
| Preise für One Good Turn |
| 2007
Shortlist für: British Book
Awards Crime Thriller of the Year 2007 |
| One Good Turn ist gut konstruiert: Mir scheint, dass nicht alle Fäden verknüpft und nicht alle Knoten enträtselt werden. Stellenweise langatmig, da die Autorin immer wieder Nichtigkeiten einflechtet. Insgesamt bleibe ich meiner These: ein wirklich guter Krimi kann nicht mehr als cirka 250 Seiten haben. Lesenswert, wenn man ein Gespür für die vielen Abschweifungen und Verästelungen hat. |
| Vergleichsliteratur |
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| Kate
Atkinson: One Good Turn. Black Swan 2007.
Taschenbuch, 526 Seiten |
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