| Kevin
Brooks: The Road of the
Dead [deutsch: The Road of the Dead] New York: Push, 2007. Taschenbuch, 339 Seiten – |
Schwester Rachel Ford (19 Jahre) kehrt von einem Besuch
bei einer Bekannten nicht zurück: sie wird ermordet aufgefunden. Da
machen sich
Cole (17) und Ruben (14) auf, den Mörder zu suchen. Vordergründig nur
damit der Leichnam der Schwester freigegeben wird. Doch in dem Ort am
Dartmoor (endlich mal wieder ein englischer Krimi am Dartmoor ) sind sie nicht willkommen.
(Dies erinnert an den Film "In der Hitze der Nacht", siehe Das kann daran liegen, dass die Familie Ford zum "fahrenden Volk" zählt, den "travel[l]ers". Das Schild am Pub: "No Travelers" (S. 75) überspielt Cole mit "We're halfbreeds" (S. 76). |
| Es
ist zunächst unklar, ob die "traveler" hier im Roman echte
Roma und Sinti sind oder allgemein zum "fahrenden Volk" zählen. Die
Bemerkung Coles ("halfbreeds") spricht für die erste Variante.
Zumindest werden sie zu den "gypsy" gezählt (S. 310). Ihr Dilemma wird von der Fahrenden Jess vom Ort so beschrieben: |
| "People don't like us whe we travel, and they don't like us when we stop. Sometimes the only way out is to disappear" (S. 142). |
| Nett
für Erkenntnistheoretiker ist bezüglich der Akzeptanz
von Überzeugungen: "She was almost sure he wouldn't use the gun ... but she wasn't quite sure enough" (S. 160). |
| Kevin Brooks zieht den Leser in das englische Dorf; man
tritt
selbst in das Pub und spürt die gespannte Atmosphäre.
Dazu trifft
der Autor den Ton harter Gewaltkrimis
ausgezeichnet, trotzdem der junge Ruben der Ich-Erzähler ist. Der Autor
fängt die Gangsterstimmung mit den Dialogen ein. [Ruben:] "How come all the crap people don't die?" [Cole:] "It's a crap world." (S. 105) Ruben besitzt eine vage Hellseherfähigkeit: er kann sich in entfernte Orte und Personen versetzen. Mit diesem guten stilistischen Trick kann Brooks das Blickfeld des Ich-Erzählers erweitern. Andrerseits wirkt manches Verlassen des realen Geschehen etwas aufgesetzt. Die Wiederholung kurzer Sätze oder die Hervorhebung durch extra Zeilen wirkt angelernt. Brooks läßt oft Sätze hintereinander gleich anfangen. Diese Betonungstechnik nutzt sich im Laufe des Romans ab. Brooks erzählt routiniert, manchmal zu routiniert. |
| 2009
Deutscher Jugendliteraturpreis: bestes Jugendbuch "Diese Wahl ist umstritten: Ist die erbarmungslose Darstellung von brutaler Gewalt wirklich nötig und wird sie kritisch genug hinterfragt? Rezensentin Lotte Schüler bezweifelt dies." Siehe die Besprechung Medienprofile unter |
| The
Road of the Dead (die deutsche Übersetzung behielt den
Titel) wurde als
Jugendroman besprochen. Es ist ein harter Gewalt- und Rachethriller.
Der Zusammenhalt der beiden Brüder ist grandios; freilich kann Ruben
gegen Coles Killerinstinkt und Rachegefühle wenig ausrichten. Er
erkennt: "He wants Quentin's blood. He wants him dead" (S. 300). Bei
allem Mitgefühl für die ermordete Schwester scheinen hier – wie so oft
– die Mittel den Zweck nicht zu heiligen. Als rasanten, gut gebauten Gewaltkrimi kann man The Road of the Dead empfehlen. Als Jugendbuch wohl kaum. Auch Erwachsene müssen über manche Brutalität hinweglesen. Aber vielleicht bin ich nur zu zimperlich. |
| Links |
| Kevin Brooks: |
| The Road of the
Dead: |
| Literatur |
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
![]() |
![]() |
|
| Kevin
Brooks: The Road Of The
Dead. DTV 2008. Uwe-Michael Gutzschhahn, Übs.Broschiert,
352 Seiten |
||