Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Beckett
Simon Beckett: The Chemistry of Death
[deutsch: Die Chemie des Todes, Andree Hesse, Übs.] New York: Dell, 2007. Taschenbuch, 374 Seiten
Simon LinksSimon Literatur

In Manheim, einem Dorf in Norfolk, England, passieren sonderbare Morde. Sie werden durch tote Tiere angekündigt, die ermordeten Frauen sind schrecklich zugerichtet.
Die Dorfpolizei tappt im Dunkeln, doch Mackenzie leitet die Untersuchungen konsequent und durchdacht. Dabei schaltet er geschickt den Landarzt David Hunter ein.
David hat sich nach einer familiären Tragödie hierher zurückgezogen. Als anthropologischer Forensiker war er eine Koryphäe, will aber davon nichts mehr wissen, bis ihn Mackenzie geschickt einbezieht. Seine Motivation der Polizei zu helfen ändert sich schlagartig, als auch die Lehrerin Jenny Hammond, zu der David Liebesgefühle entwickelt, verschwindet.
Zwei weitere Umstände beschleunigen ab der Mitte des Romans die Handlung und steigern die Spannung: der Täter ermordet seine weiblichen Opfer jeweils am dritten Tag nach dem verschwinden; Jenny ist Diabetikerin und braucht dringend Insulin.
Abgesehen von der Betonung der Arbeit des medizinischen Leichenuntersuchers bietet Beckett wenig Neues. Muss er aber nicht, da er sein Handwerk beherrscht.
Nach einem schockierenden Beginn zieht Beckett die Handlung etwas zu ausgedehnt hin. Freilich streut er einiges ein, deutet gerade am jeweiligen Abschnittsende geheimnisvoll an und entschädigt derweil durch exzellente dörfliche Charaktere, Beziehungen und Stimmungen. Besonders Pfarrer Scarsdale passt, der böse Wilderer Carl Brenner ist fast überzeichnet.
Nahezu alle Kapitel sind aus der Sicht des erzählenden Arztes. Die kurzen Zwischenstücke aus Opfersicht steigern die Spannung und sind klug sparsam dosiert.
Wie in vielen Krimis darf am Ende David nicht am (scheinbar) entscheidenden Round-up mitmachen: das erledigt Mackenzie mit großer polizeilicher Unterstützung. Doch selbstverständlich ermittelt David weiter: schließlich wird die Zeit für seine Freundin Jenny knapp.
Gerade hier versagen viele Kriminalschriftsteller. Beckett motiviert den Alleingang überzeugend; der Arzt überzieht nicht seine Fähigkeiten (Wie muss man sonst stöhnen, wenn sich eine junge Polizistin oder Privatperson – nur um die Spannung zu steigern – mit völlig unzulänglichen Voraussetzungen, oft unnötig und bar jeder Vorsicht in die Höhle des Psychopathen wagt!).
Kritische Punkte
• Fast vierhundert Seiten sind für einen Krimi zuviel (auch wenn es derzeit Mode ist). Die erste Hälfte hätte etwas Straffung vertragen.
• Den Täter konnte man erahnen, wenngleich Beckett am Ende noch manche überraschende Wendung einbaut und die Vermutung ins Wanken bringt.
Auf der Shortlist 2006 des Duncan Lawrie Dagger Awards. Die diversen Dagger Awards sind die bekanntesten Auszeichnung für Kriminalliteratur in Grossbritannien. Es gewann Ann Cleeves: Raven Black.
The Chemistry of Death ist ein starker Krimi-Erstling. Die wenigen Kritikpunkte werden aufgewogen durch die stimmige Motivation des gesamten Schlussakkords.
Links
BeckettSimon BeckettBeckettWikipedia
BeckettThe Chemistry of Death
BeckettThe Duncan Lawrie Dagger
Simon Zitate von Simon Beckett
Für die dörfliche Hetze bietet sich als Vergleichsliteratur das auf S. 114 im Roman genannte Theaterstück Arthur Miller: The Crucible [deutsch: Hexenjagd] an.
Literatur
Bei Amazon nachschauen   Bei Amazon nachschauen
Beckett BeckettSimon Beckett: The Chemistry of Death [deutsch: Die Chemie des Todes, Andree Hesse, Übs.] New York: Dell, 2007. Taschenbuch, 374 Seiten Beckett
Simon Beckett: Die Chemie des Todes. Rowohlt, 2007. Broschiert, 432 Seiten. Andree Hesse (Übersetzer) Beckett
Simon Anfang

Beckett
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 8.7.2008