| Moses Herzog,
Historiker, Dozent und Autor, Mittelstandsvertreter, ist nach zwei
Scheidungen einem Zusammenbruch nahe. Ziellos geistert er zwischen
Freundinnen, zwei erfolgreichen Brüdern und guten Bekannten umher. Er
schreibt - oder genauer beginnt zu schreiben - an Bekannte, öffentliche
Persönlichkeiten, schließlich gar an Gott. Dabei produziert er so
Einsichten wie "None of the governments are truthful, in my
opinion" – "People greatly respected in their
generation often turn out to be dangerous lunatics" –
"In every community there is a class of people profoundly dangerous to
the rest. I don't mean the criminals. For them we have punitive
sanctions. I mean the leaders. Invariably the most dangerous people
seek the power". Die Handlung schleppt sich dahin, doch macht
Bellows ansprechende Schreibweise dafür wett: man liest weiter. Die
Botschaft des Romans: die amerikanische Gesellschaft ist das
eigentliche Gefängnis. Dort hat man seine Zeit abzuleben. Erst kurz
vorm Ende kommt Herzog nach einem Verkehrsunfall zu Sinnen, zumindest
kann es der Leser am Buchausgang hoffen. Nicht langweilig, aber auch
nicht an- oder aufregend. |