| F.
Scott
Fitzgerald: Babylon Revisited and Other Stories New York: Charles Scribner's Sons, 1960. Taschenbuch, 253 Seiten – |
| Diese Anthologie von F. Scott Fitzgerald enthält zehn Stories: |
| 1. The
Ice Palace 2. May Day 3. The Diamond as Big as the Ritz 4. Winter Dreams 5. Absolution 6. The Rich Boy 7. The Freshest Boy 8. Babylon Revisited 9. Crazy Sunday 10. The Long Way Out |
| Vor Jahren habe ich diese Short Story Sammlung schon gelesen und alle bis auf "Absolution" für mindestens gut befunden (hierzu pflege ich entsprechende Symbole pro Story ins Buch einzutragen). Zur Online-Besprechung hier muss ich sie nochmals lesen; deshalb ist diese Webseite ein "work in progress". |
| The Ice Palace |
| May Day |
| The Diamond as Big as the Ritz |
| Winter Dreams (1922) |
| Dexter Green trifft in drei Phasen seines Lebens auf
Judy Jones. Beim ersten Mal ist er ein vierzehnjähriger Caddie in einem
Golfclub und Judy elf Jahre. Beim zweiten Treffen ist Dexter schon
erfolgreicher Geschäftsmann und trifft die launische, schwerreiche Judy
erneut. Er verfällt ihrem Charme. Sie wechselt aber die
Lieberhaber fast so häufig wie die Unterwäsche. Beim dritten Mal hört er nur von ihr: sie ist bieder verheiratet und hat eine Menge Kinder. Ihr Ehemann frönt dem Alkohol. Dexters Winterträume habe sich aufgelöst. Reichtum und Abgehobenheit über den anderen sind keine Garanten für ein traumhaftes Leben. Dexter kommt aus einfachen Verhältnissen und verfolgt den "American Dream", der ihm im Golfclub vor Augen geführt wird. Schon als 14-jähriger verfolgt er den Traum konsequent: er will seine Zeit nicht als Caddie (obwohl er sehr gefragt ist) verplempern. In der Folge schafft er den Aufstieg, den Fitzgerald genau umreißt. Mit dieser Story hätte Fitzgerald locker den Somerset-Maugham-Erzählpreis erhalten können, hätte es diesen damals schon gegeben. Das Setting ist Maugham-ähnlich; die Technik der zeitlichen Sprünge ebenso. Auch bei Maugham erfährt der Erzähler oder Protagonist wichtige Informationen oft aus drittem Munde. "Winter Dreams" kommt mir wir eine Vorstudie zu The Great Gatsby vor und anscheinend ist sie es auch. |
| Absolution |
| The Rich Boy |
| The Freshest Boy (1928) |
| Mobbing Situation an der High School St. Regis Als Angeber wird Basil Lee an der High School St. Regis gemieden, geschnitten und verspottet. Auf einem Ausflug nach New York mit dem Geschichtslehrer Rooney passiert dreierlei: • In einem Brief seiner Mutter bietet sie ihm an (der Situation an St.Regis unkundig) für ein Jahr nach Europa zu gehen; • Rooney entzieht sich während des Aufenthalts in New York seiner Aufsichtspflicht: Basil geht in die Broadway Show; Rooney hat derweil etwas privat zu erledigen; • Basil belauscht ungewollt den Streit zwischen einer Schauspielerin und dem Football-Held Ted Fay. Die beiden letzten Vorfälle lassen ihn seine anfängliche innere Zustimmung zum Vorschlag der Mutter überdenken. Er stellt sich seiner Verantwortung, bleibt in St. Regis und gewinnt allmählich die gewünschte Anerkennung unter seinen Mitschülern. "Fresh" bedeutet hier wohl vorlaut, jedoch nicht in dem Sinne, dass Basil schlagfertig oder vorwitzig sei (jene stehen meist im Mittelpunkt), sondern, dass er den Mund an den falschen Stellen aufmacht. Die Eingangsszene erschloss sich mir nicht. Basil Lee mimt einen Lokalüberfall und stellt sich vor mit: "I am none other than that elusive gentleman, Basil Lee, better known as the Shadow". Vielleicht hängt es damit zusammen dass Basil Lee in mehreren Short Stories Fitzgeralds auftaucht, so z.B. auch in "The Captured Shadow" (Dezember 1928). Basil Lee ist eine Figur aus einer schottischen Erzählung: "The Renowned Adventures of Basil Lee" aus der Sammlung Winter evening tales: collected among the cottagers in the South of Scotland von James Hogg. Deanna Tressin nennt die folgenden Vergleichsstories zu "The Freshest Boy": Willa Cather: "Paul's Case", Graham Greene: "The Basement Room", Conrad Aiken: "Silent Secret Snow". Tressin, Deanna (1966): "Toward Understanding". The English Journal 55:9, S. 1170-1174. |
| Babylon Revisited (1931) |
| Charlie kommt nach einigen Monaten zurück nach Paris.
Dort führte er mit seiner Frau Helen ein ausschweifendes Leben, dem
Alkohol ergeben. Ihm wurde schließlich das Erziehungsrecht für seine
Tochter Honoria entzogen; seine Frau starb an einer natürlichen (?)
Krankheit. Jetzt will er von seiner Schwägerin Marion und ihrem Mann Lincoln – bei denen Honoria untergekommen ist – die Tochter zurück. Seine Begründung: er führe ein sittsames Leben und habe den Alkohol unter Kontrolle: höchstens 1 Drink am Tag. Können die beiden Erziehungsberechtigten Charlie trauen? Für den Leser stellt sich die Frage: fällt Charlie zurück in seinen alten Lebensstil, jetzt, wo er all die Plätze wieder aufsucht und "gute" alte Bekannte wieder trifft? Es liegt nahe, dass man vieles in dieser Story auf den Autor selbst und seine Frau Zelda bezieht. Beide besuchten öfters Paris, beide waren alkoholsüchtig. Die Hybris mit dem Turmbau zu Babylon wird übertragen auf die Roaring Twenties in Paris, als das Geld nur so zum Fenster hinausgeworfen wurde. Charlie sieht all dies nun mit nüchternen Augen. Die Story erschien – nach einigen Absagen, obwohl zu diesem Zeitpunkt Fitzgeralds Stories sehr gefragt waren! – im Februar 1931 in der Saturday Evening Post. Für seine Anthology Taps at Reveille, 1935, änderte Fitzgerald einige wenige Stellen. |
Thomas A. Larson: F. Scott Fitzgerald's "Babylon Revisited": A Long Expostulation and Explanation |
| Literatur zu Babylon Revisited |
| Ferdinand Schunck (1998): "F. Scott Fitzgerald: Babylon Revisited". In: Hanke, Michael, Hg. (1998): Amerikanische Short Stories des 20. Jahrhunderts. Stuttgart: Reclam. S. 44–52 |
| Crazy Sunday (1932) |
| In dieser autobiografisch grundierten Story versucht
sich der 28-jährige Joel Coles in Hollywood zurecht zu finden. Er gerät
zwischen den einflussreichen Miles Calman (Hollywood Produzent Irving
Thalberg) und dessen Frau Stella Calman, "Stella Walker, of course"
(Schauspielerin Norma Shearer). Joel ist ein Schnösel. Kaum sechs Monate in Hollywood blickt er auf den erfolgreichen Nat Keogh herab, weil dieser trinkt. Dabei trinkt er selbst auch zuviel. Er nimmt sich zwar vor – zum ersten Mal beim wichtigen Miles Calman eingeladen – nicht zu trinken, vergisst das aber sofort als Stella ihm einen Cocktail reicht. Am Ende der Party ist angeheitert und blamiert sich bei einem Sketch. Stella – die Joel bereits von New York her kennt – öffnet sich zu Joel (ihr Miles hat eine Affäre mit einer anderen), doch mir scheint Joel nutzt sie nur. Am Ende verunglückt Miles und Joel träumt davon (nimmt sich vor) seine Lücke zu füllen: "Oh, yes, I'll be back––I'll be back!" Fitzgerald benutzte Short Stories oft als Vorübungen für Romane. Motive und Personen aus "Crazy Sunday" tauchen im Roman The Last Tycoon wieder auf |
| The Long Way Out (1937) |
| Mrs. King kommt als 21-jährige ins Sanatorium. Als sie
entlassen werden soll, wartet sie auf die Ankunft ihres Mannes. Da
passiert etwas Tragisches ... Weiter nichts, sonst wäre ein wichtiges Element der Story verraten. Obgleich der Plot recht einfach ist erzählt ihn Fitzgerald eindringlich und zu Herzen gehend. Die Story wird gerahmt von einer Gruppe die Schlösser und Verliese in Frankreich besichtigt. Die Verbindung Verlies – Sanatorium ist zu offensichtlich als dass sie irgendein Leser übersehen könnte. Nicht offensichtlich, doch verbürgt ist, dass Fitzgeralds Frau Zelda viel Zeit in solchen Sanatorien verbrachte. Da dies eine späte Geschichte Fitzgeralds ist (die angeblich nicht mehr soviel taugen) wird sie – meine ich – unterschätzt. Sie ist hervorragend! |
| Bis auf "Absolution" (mit dem ich wenig anfangen konnte) handelt es sich um sehr gute bis hervorragende Stories. Die Besprechungen oben sind noch lückenhaft: ich muss manche Story noch zweitlesen. Wird sukzessive gemacht. Geduld. |
| Links |
|
|
| |
| Literatur |
| Bottum, Jody (1999): “Gatsby's Epitaph: F. Scott
Fitzgerald.” Catholic Dossier 5 no. 4 (July-August: 9-12 – |
| Mangum,
Bryant (1982): "F. Scott Fitzgerald – Introduction to the Short Stories
of F. Scott Fitzgerald". In: Frank Magill, Hg.: Critical
Survey of
Short Fiction. Pasadena, CA: Salem, S. 1368-1377 –
|
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
![]() |
![]() |
|
| F. Scott
Fitzgerald: Babylon Revisited and Other Stories.
New York: Charles Scribner's Sons, 1960. Taschenbuch,
253 Seiten
|
||
![]() |
![]() |
|
| Jackson R.
Bryer: The Short
Stories of F. Scott Fitzgerald: New Approaches in Criticism.
Atlantic 1982. Taschenbuch, 384 Seiten |
||
![]() |
||
![]() |
![]() |
|
| Edward J.
Rielly: F. Scott
Fitzgerald: A Biography. Greenwood 2005. Gebunden, 160
Seiten |
||