| Charlaine
Harris, Toni
L. P. Kelner,
Hg.:
Wolfsbane and Mistletoe New York: Ace, 2010. Broschiert, 340 Seiten [Werwölfe zu Weihnachten] – |
| Die Herausgeberinnen (zugleich Autorinnen) versammelten
15 Geschichten in dieser Anthologie, die gemeinsam zwei Stichworte
vereint: Werwölfe & Weihnachten. Diese Vorgabe ist für die
Autoren nicht einfach: der Überraschungsmoment (Werwolf) entfällt und
Weihnachten ist nicht leicht unterzubringen: sentimental? christlich?
parodistisch? kritisch? Allen Autoren meisterten die Schwierigkeiten, doch gelang es unterschiedlich. |
| Inhalt |
| deutscher Titel | ||
| Charlaine Harris: Gift Wrap | Ein unvergessliches Weihnachtsfest | |
| Donna Andrews: The Haire of the Beast | Das Har des Thieres | |
| Simon R. Green: Lucy, at Christmastime | Lucy, alle Jahre wieder | |
| Dana Cameron: The Night Things Changed | Die Nacht, die alles verwandelte | |
| Dana Cameron
erhielt 2009 für „The Night Things
Changed“ den Macavity Preis ( |
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| Kat Richardson: The Werewolf Before Christmas | Ein Werwolf zu Weihnachten | |
| Alan Gordon: Fresh Meat | Ungebetene Gäste | |
| Carrie Vaughn: Il Est Né | Il est né | |
| Dana Stabenow: The Perfect Gift | Das perfekte Geschenk | |
| Keri Arthur: Christmas Past | Der Geist der vergangenen Weihnacht | |
| J. A. Konrath: SA | Das Buch Bob | |
| Patricia Briggs: The Star of David | Davids Stern | |
| Nancy Pickard: You’d Better Not Pyout | Besser nicht schmjollen | |
| Karen Chance: Rogue Elements | Schwarze Schafe | |
| Rob Thurman: Milk and Cookies | Milch und Plätzchen | |
| Toni L. P. Kelner: Keeping Watch Over His Flock | Denn siehe, er hütet seine Herde | |
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| Charlaine Harris: Gift Wrap – Ein unvergessliches Weihnachtsfest |
| Die Ich-Erzählerin, selbst Werwölfin, findet einen verletzten Werwolf eines anderen Rudels und nimmt ihn mit nach Hause. Das Trojanergeschenk durchschaut der Leser erst am Ende. |
| Donna Andrews : The Haire of the Beast – Das Har des Thieres |
| Eine kurze Verwechslungsgeschichte. Nett erzählt, mehr nicht. |
| Simon R. Green: Lucy, at Christmastime Lucy, alle Jahre wieder |
| Ein Mann sitzt an der Bar am Weihnachtsabend und erinnert sich an seine erste Liebe – Lucy. Obwohl sentimental anlegt, bringt der Autor manch pfiffige Note hinein. |
| Dana Cameron: The Night Things Changed – Die Nacht, die alles verwandelte |
| Ein Geschwisterpaar – Werwolf Gerry und Vampir Claudia (!) – jagen J. Smith. Nach getanter Tat kommt noch ein etwas lauer Abspann: Gerry vereinbart ein Date mit Annie. Das hätte es nicht mehr gebraucht. |
| Kat Richardson: The Werewolf Before Christmas – Ein Werwolf zu Weihnachten |
| Alan Gordon: Fresh Meat – Ungebetene Gäste |
| Ein Hundetrainer bereitet sich aufs Weihnachtsfest vor.
Für seine Hunde kauft er bestes Fleisch. Es lohnt sich am Ende. Denn Sam Lehrmann wird zweifach gestört: durch den Anruf seiner Ex-Geliebten und einem finsteren Beobachter, der im ans Leder will. Knappe Sätze und sichere Dialoge drängen die Geschichte nach vorne. Sehr gut. |
| Carrie Vaughn: Il Est Né – Il Est Né |
| David und Kitty, zwei Werwölfe, treffen sich an
Weihnachten
zufällig. Sie decken – nicht ohne Schwierigkeiten – eine lokale
Mordserie auf. Erfrischend und zupackend, vielleicht etwas zu glatt, aber sehr gut. |
| Dana Stabenow: The Perfect Gift – Das perfekte Geschenk |
| Der verstörende einleitende Abschnitt weckt das Interesse. Im Hauptteil begleiten die Leser Romanov und Lobison, zwei Polizisten der Alaska State Troopers bei der Arbeit. Es wird dramatisch und der Kreis zur Einleitung schließt sich, obwohl manches (so las ich es) offen bleibt. |
| Keri Arthur: Christmas Past – Der Geist der vergangenen Weihnacht |
| Werwolf-Experte Brodie James hat die Liebschaft mit der Ich-Erzählerin genau vor einem Jahr an Weihnachten sang- und klanglos beendet. Sie will – außer im Dienst – nichts mehr mit ihm zu tun haben. Wie er sie doch wieder ganz allmählich in seine Fänge zieht beschreibt Keri Arthur ausgezeichnet, doch für eine Horrorstory etwas zu breit und unpassend. Zwischendurch werden sie noch dienstlich. – Mäßige Geschichte, für Liebesgroschenroman gut geeignet. |
| J. A. Konrath: SA – Das Buch Bob |
| "SA" sind sie "Shapeshifters Anonymous" und eine der
zahlreichen
Anspielungen in dieser Kurzgeschichte. "Das Buch Bob", als ein
apokryphes Buch der Bibel, ist eine weitere. Die anonymen Gestaltverwandler sind dabei nicht so harmlos wie man durch die Assoziation zu anderen "Anonymen"-Selbsthilfegruppen vermuten könnte. Der Einstieg, in dem Robert Weston Smith, eine Probe seines Stuhlgangs zum Arzt trägt, ist ziemlich bizarr und in dieser Breite unangemessen. in einer bemerkenswerten Begegnung mit seiner Hausnachbarin wird die Geschichte vorangetrieben. Erst als Smith zu den "Shapeshifters Anonymous" stößt merkt der Leser wohin uns der Autor führt. Dann wird es in einer lustigen Verwandlungskomödie hart und gewalttätig. Wie viele Geschichten in dieser Anthologie (oder sind es alle?) gibt es einen versöhnlichen Ausklang. J. A. Konrath schreibt witzig und beziehungsreich. Santa Claus wird beispielsweise zu "Satan Claws" und eine Anspielung auf die "Body-Snatcher" von Robert Louis Stevenson (S. 193; siehe |
| Patricia Briggs: The Star of David – Davids Stern |
| Werwolf versus Vampir. Das 16-jährige Pflegekind
Devonte steht
unter psychiatrischen Verdacht und befindet sich auf einer
Isolierstation. Devontes Pflegemutter Stella überwindet den Bruch mit
ihrem Vater David und holt ihn zu Hilfe. Das führt zu einem bizarren
Kampf, den die Autorin voll auskostet. Das alles ist ziemlich vorhersehbar und endet am Weihnachtsabend. Stella hat sich endgültig mit ihrem Vater ausgesöhnt und lädt ihn ein: „Merry Christmas, Papa,“ she said. „I hope you like turkey.“ Damit hat man die Story auch schon wieder vergessen. |
| Nancy Pickard: You’d Better Not Pyout – Besser nicht schmjollen |
| Drei Erzählstränge mit Werwölfen und Vampiren scheinen
etwas viel für eine Kurzgeschichte. Doch Nancy Pickard führt alles
elegant zusammen. Das vorgegebene Weihnachtsthema hat sie zudem
hervoragend in die Story integriert. Eine der besten Story in dieser Anthologie |
| Karen Chance: Rogue Elements – Schwarze Schafe |
| Es verstreichen einige Seiten bis die Personen
eingeführt sind. Die Autorin Karen Chance hat sich einiges ausgedacht,
was Werwölfe und ihre Clans können und dürfen. Das muss sie alles den
Lesern erklären und das hält auf. So kam die Story bei mir nicht so gut
an. In Änderung einer Aussage aus der Story selbst: „As thick
as this
story is, it did sound possible“. Routiniert, aber nicht mehr. |
| Rob Thurman: Milk and Cookies |
| Der Junge als Ich-Erzähler mag Weihnachten nicht. Die
Story beginnt mit: „Christmas sucked“
(S. 303). Das kam bei mir gut an. Thurman entfaltet dann eine atmosphärische Schülergeschichte, bei der der Erzähler von einem stärkeren Mitschüler gemobbt wird. Das steigert sich zu einem famosen Ende. Tolle Story! |
| Toni L. P. Kelner: Keeping Watch Over His Flock – Denn siehe, er hütet seine Herde |
| Diese Story beginnt nicht so überzeugend. Unbedingt weiterlesen, wenn man das ganze als eine Art Märchen liest und damit trifft man das Weihnachtsfest – abgesehen vom Kaufrausch – ja ausgezeichnet. Auch hier ein Happy-End, das ja wiederum zum Fest passt. Gelungen. |
| Links |
| Autor(innen)
im Web |
| Simon
R. Green – Wikipedia: |
| Besprechungen | |
| S. S. White, 15.12.2008: |
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| Deutsche
Ausgabe |
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| Literatur |
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| Charlaine
Harris, Kelner, Toni L. P., Hg.: Wolfsbane and Mistletoe.
Orion, 2011. Broschiert, 405 Seiten |
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