| Ina
Knobloch: Das Geheimnis der Schatzinsel. Robert Louis
Stevenson und die Kokosinsel – einem Mythos auf der Spur Hamburg: mare, 2009. Gebunden, 224 Seiten – |
| Da habe ich mich verrannt. • Ich erwartete ein literaturwissenschaftliches Werk zu Robert Louis Stevenson: Treasure Island. • Ich las eine Geschichte der Kokosinsel, südwestlich von Costa Rica im Pazifik. Wenn man den Titel des Buchs sorgfältig liest, ist meine Erwartung nicht die erste Wahl: es geht um die Insel. Sie hat Stevenson – das zeigt die Autorin nachdrücklich – wahrscheinlich zu seiner Schatzinsel inspiriert und damit zum erfolgreichen Jugend-Abenteuerroman Die Schatzinsel. |
| Die Kokosinsel liegt etwa 500 Kilometer südwestlich von Costa Rica und Panama und gehört zu Costa Rica. Die Insel hat eine bewegte Geschichte, obwohl sie unbewohnt ist. Seit 1997 zählt sie zum Weltnaturerbe. Auf der Insel sollen – zahlreichen Seefahrerlegenden zufolge – sagenhafte Reichtümer lagern. |
| Ina Knobloch geht einigen der Seefahrergeschichten, die
sich um die
Insel ranken auf den Grund. Dazu dient ein posthumer Kontakt (ganz
seriös: mit Witwe und Nachlass) zum Schatzjäger Peter
Disch-Lauxmann.
Sie forscht auf den Spuren des deutschen Schatzsuchers August
Gissler
(1857 – 1935). Sie zeigt die Verbindungen zu Robert Louis
Stevenson und
reist selbst an die dafür wichtigen Orte. Leider äußert sie sich nicht
zur These des Schweizers
Walter Hurni, der meint, Stevenson hatte die
Insel Tafahi in der Südsee als Vorlage. Diese These
verarbeitet
Alex Capus in
Reisen im Licht
der Sterne ( |
| Die beiden letzten Kapitel widmet die Autorin der Entstehungsgeschichte des Romans Treasure Island, freilich ohne Stevensons literarische Vorlagen zu erwähnen. In der Monografie von Michael Reinbold liest man dazu von J. J. G. Bradley. |
| J. J. G.
Bradley (Pseudonym von James
Skipp Borlase,
1839-1902): “Skeleton Island; or, the Pirates' Hidden
Treasure”.
The Young
Englishman May 10 1873 ( James Skipp Borlase wurde 1839 in Cornwall geboren und wanderte Mitte der 1860-er Jahre nach Australien aus. Er arbeitete zunächst als Anwalt in Melboure. Nach Problemen beim Verlassen seiner Frau begann er 1865 populäre Geschichten für das Australian Journal zu schreiben. Nach einem Plagiatsvorwurf kehrte er Ende der 1860-er nach London zurück. |
| Die Autorin wechselt zwischen historischen Rückblenden auf die Geschicke der Kokosinsel und ihrer Eroberer und Erforscher und eigenen Reiseberichten. So schwankt der Text zwischen Geschichts–, Geschichten– und Reisebuch. Insgesamt liest man ein passables Sachbuch, das es aber versäumt gegensätzliche Theorien zu Stevensons Insel zu erörtern. |
| Links |
Eine Spurensuche, die zur costaricanischen Kokosinsel führt. |
| Literatur |
| Disch-Lauxmann, Peter (1985): Die authentische Geschichte von Stevensons Schatzinsel erzählt von Christian Pfannenschmidt. Rasch und Röhring. 235 Seiten |
| Sussex, Lucy (2004): ""Bobbing around": James Skipp Borlase, Adam Lindsay Gordon, and Surviving in the Literary Market of Australia, 1860s". Victorian Periodicals Review 37:4, S. 98-110. |
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Alex Capus:
Reisen im Licht
der Sterne. Eine Vermutung. München: btb, 2007
Taschenbuch, 240 Seiten
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