| Alexandre Dumas: Tausend und ein Gespenst
[Les Mille-et-un fantômes. Une Journeé à Fontenay-aux-Roses]. Berlin: Reiher, 1991. 141 Seiten. Bearbeitet von Werner Liersch Links Sekundärliteratur |
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Der Leser trifft den Ich-Erzähler
Alexandre Dumas bei einer Jagd in Fontenay-aux-Roses. Ein Minenarbeiter stellt
sich: er hat seine Frau geköpft. Er besteht darauf, daß der
abgeschlagene Kopf noch gesprochen habe. Zu einem Mittagsmahl lädt
Bürgermeister Ledru eine illustre Runde. Dabei geht es um die
Glaubhaftigkeit des Minenarbeiters. Doktor Robert ist skeptisch. Er vertritt
den aufgeklärten Wissenschaftler.
Dumas baut einige Zeitbezüge und Personen des Zeitgeschehens ein. Der Schauspieler Scarron (S. 21-23) könnte ein Nachfahre des Paul Scarron, 4.7.1610 Paris 7.10.1660 Paris; Schriftsteller und Dramatiker; auf den deutschen Dichter E. T. A. Hoffmann bezieht sich der Bürgermeister Ledru ausdrücklich (S. 25); der bleichen Dame fällt bei ihrer Erzählung "die Ballade eines deutschen Dichters ein"; es ist "Leonore" von Gottfried August Bürger. Wie E. T. A. Hoffmann, Edgar Allan Poe und Charles Nodier will Dumas eine Welt nach dem Tode postulieren. Er gewinnt diese Erkenntnis nicht durch Überlegung, sondern durch empirische Befunde in den Erfahrungen der Teilnehmer der Mittagsrunde. Dabei greifen nicht nur die Bewohner des Totenreichs in die Wirklichkeit ein, sondern die Personen dieser Welt beeinflussen über die zweite Welt die Dinge der unseren. Deutlich wird das, wenn sich Gregoriska erschaudernd zur Leiche seines Bruder tritt: "Je näher er der Totenbahre trat, desto stärker floß das Blut aus der Wunde des Bruders" (S. 121). Die zweite Wirklichkeit kann dann selbst Doktor Robert nicht mehr bestreiten. Les Mille-et-un fantômes erschienen1849 in Fortsetzungen. Erst anhand der Sekundärliteratur merkte ich, daß die deutsche Ausgabe nur einen Teil der ursprünglichen Sammlung enthält. Skandal! Wer phantastische Geschichten dieser Art mag, möge sie lesen. |
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| Nach Norbert Miller ( |
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| Sekundärliteratur
Norbert Miller: "»La femme au collier de verlours«. Alexandre Dumas korrigiert Charles Nodier". In: Von Nachtstücken und anderen erzählten Bildern. München: Hanser, 2002. S. 159-185. |
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