| Achebe,
Chinua: Things Fall Apart [deutsch: Okonkwo oder das Alte stürzt]. Oxford: Heinemann, 1986. 152 Seiten – |
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Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging 2002 an Chinua Achebe;
höchste Zeit für mich, außer seinem
literaturkritischen Werk zu Joseph
Conrad Darin schildert Achebe mit der Genauigkeit eines Ethnologen die Gebräuche einer Gemeinschaft aus 7 Dörfern im vorerst unberührten, späteren Nigeria. Things Fall Apart erschien in englisch, ein Jahr später schon unter Okonkwo oder das Alte stürzt in deutsch. Achebe mischt fleissig Worte der Ibo Sprache ein (Glossar am Ende des Buches). Der erste Teil schildert das Dorfleben im Alltag, die religiösen Gebräuche und Tabus. Sicher, sie erscheinen uns teilweise grausam. So werden Zwillinge grundsätzlich gleich nach der Geburt getötet. Doch Ich meine, viele der Riten und Kulthandlungen haben ihre Berechtigung zum Überleben des Clans. Aufgrund eines Verstosses wird die Hauptperson, der hoch angesehene Okonkwo für sieben Jahre verbannt. Diese Jahre schildert der zweite Teil und in ihm hört Okonkwo, daß in seinem Heimatdorf weiße Eindringlinge aufgetaucht sind. Als er im dritten Teil des Buches zurückkehrt, ist die Infiltration ("The Pacification of the Primitive Tribes of the Lower Niger", S. 150) und damit die Zerstörung der afrikanischen Kultur schon nicht mehr aufzuhalten. Okonkwo will es trotzdem tun, tötet einen Kolonialbeamten und entzieht sich der Rache durch den Freitod; dies, obwohl er genau weiß, daß er sich damit ausserhalb des Clans stellt: er darf von seinen Mitbewohnern nicht begraben werden. Achebe schildert im ersten Teil das Leben recht breit und einfühlsam. Die Kultur der Dorfgemeinschaft beruht auf oraler Überlieferung, das Wort und die Geschichten der Ahnen werden hoch geehrt und befolgt. Trotz aller Grausamkeit (in unseren Augen) besteht ein starker Einklang mit der Erde und Natur. Die alte Generation ist hoch angesehen. Die Regeln und Tabus sind unerbitterlich. Die Veränderungen finden allmählich statt. Achebe klagt nicht an, trotzdem er manchmal zeigt, daß die neuen Regeln der Weißen kaum besser sind. Nicht nur die Tradition und Kultur fällt auseinander, die Kolonisation ist immer mit Missionierung verbunden: "The white man had indeed brought a lunatic religion, but he had also built a trading store" (S. 128). Nun ja, es ist zu fragen, ob die neuen Handelsformen nicht auch die Wirtschaft (die vordem florierte) zerstörten. Der Text wirkte auf mich melancholisch bis traurig und regte an, darüber nachzudenken, was die Afrikaner aufgegeben haben und welchen Preis sie dafür bezahlen mußten. Unbedingt lesenwert. Der Roman wird in zahlreichen "Hitlisten" des 20. Jahrhunderts aufgeführt, so beispielsweise in |
| The Man Booker International Prize 2007 |
| Der
Man Booker
International Prize wird zweijährlich seit 2005 vergeben. Im
Jahr 2005 ging er – erstmals vergeben – an Ismail
Kadare, Albanien. Die Juroren Nadine Gordimer, Colm Toíbin and Elaine Showalter vergaben für 2007 den Preis an Chinua Achebe: “In Things Fall Apart and his other fiction set in Nigeria, Chinua Achebe inaugurated the modern African novel. He also illuminated the path for writers around the world seeking new words and forms for new realities and societies. We honour his literary example and achievements”. |
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