| Tayeb
Salih:
Season of Migration to the North Translated from the Arabic by Denys Johnson-Davies. Portsmouth, NH, USA: Heinemann 1997 169 p. This
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| Eine mehrfach verschachtelte Erzählung, wie man es aus
dem afrikanisch-arabischen Raum erwartet. Der Ich-Erzähler und Mustafa
Sa'eed – Dreh- und Angelpunkt des Romans – studieren zu
unterschiedlichen Zeiten in England. Befreiung vom Kolonialismus oder
erneute Unterwerfung? Beide kehren nach dem Studium in ihr Heimatland
zurück. Das Urteil der Europäer ist: "It seems that our presence, in an open or undercover form, is as indispensable to you as air and water." (p.60) Die Sudanesen sehen es so: zunächst kamen die Schiffe der Weißen auf dem Nil, beladen mit Gewehren. Schienen wurden gelegt um Truppen zu transportieren und Schulen gebaut "so as to teach us how to say 'Yes' in their language." Mustafa Sa'eed rächt sich an den Frauen Englands, wandert ins Gefängnis und taucht wieder am Nil als rechtschaffener Bürger auf. Ursache und Form seiner erstaunlicher Wandlung bleiben dem Leser leider verborgen. Oder habe ich etwas überlesen? Ist gut möglich, da der Text im eigentlich spannenden Schluß abhebt und langatmig - Anspielungen auf Othello - abschweift. Wie wird die Frau im Sudan behandelt? Gab es dabei eine Veränderung durch die Kolonialmächte? Hosna Bint Mahmoud versucht die Unterordnung der Frau zu durchbrechen und scheitert. Der Roman gibt verschiedene Antworten, läßt aber - und so wollen wir's auch - auch Fragen offen. Insgesamt flott zu lesen und - unterstellt Handlung und Stimmung treffen die Situation - aufschlußreich. Meine Einschätzung: sehr gut. Dieses Werk erschien 1968 und wurde unter "Zeit der Auswanderung in den Norden" in deutsch veröffentlicht. Der Autor schreibt sich deutsch "at-Tayyib Salih" (Mosbahi, Hassouna: "Ausgangspunkt: Ein Dorf am Nil", Süddeutsche Zeitung, 2.8.1997). Dem Zeitungsartikel entnehme ich auch, daß die erzählte Geschichte unverkennbar an verschiedene Stationen im Leben des Autors erinnert. |
| Literatur |
| Krishnan, R.S. (1996): "Reinscribing Conrad: Tayeb Salih's Season of Migration to the North". The International Fiction Review 23, S. 7-15. |
| Sigrid Weber (2001): "Identität ist eine Lüge. Tajjib Salichs Roman »Zeit der Nordwanderung«". Blätter des Informationszentrums 3. Welt 250. S. 25-27 |