| Suleman
Taufiq, Hg.: Arabische Erzählungen München: DTV, 1991. 360 Seiten |
| Suleman Taufiq hat 38 Erzählungen
aus 13 Ländern des arabischen Sprachraums für diese Anthologie
ausgewählt. Zum Teil wurden sie extra für den Auswahlband ins
Deutsche übersetzt. Wer Erzählungen im Stil von Tausendundeiner Nacht erwartet, wird vielleicht enttäuscht werden. Es sind durchweg Erzählungen des 20. Jahrhunderts. Manche kamen mir trotz allem wie aus Tausendundeiner Nacht vor. Mir gefielen sie unterschiedlich von ausgezeichnet bis nicht. Hier meine erste Wahl. Nagib Machfus: "Die Moschee in der Gasse" (Ägypten) Salwa Bakr: "Einunddreißig schöne grüne Bäume" (Ägypten) Tahir Wattar: Die Waisen (Algerien) Rachid Mimouni: "Der Ausbrecher" (Algerien) Hanan al-Scheich: "Der persische Teppich" (Libanon) Hani Rahib: "Zwei Heimkehrer" (Syrien) Ghada Samman: "Deine Augen sind mein Schicksal" (Syrien) Fast alle Geschichten spiegeln die politische Situation ihrer Länder wider. Das bedeutet meist irgendwelche dikatorischen Einfüsse und führt zu witzigen Beobachtungen, wie die von Rachid Mimouni in "Der Ausbrecher" anlässlich des Geburtstages des Obersten Führers: "...und die Straßen wurden reichlich mit Fahnen versehen, die aufgefordert sind, trotz Windstille zu wehen" (S. 129). Mir scheint, die Erzählungen fallen in zwei Kategorien: Momentaufnahmen (mit offener oder versteckter Reflektion der gesellschaftlichen Situation) und Lebensbeschreibungen, meist aus Sicht eines Heranwachsenden. Mit einigen konnte ich nichts anfangen; Ich meine, viele Erzählungen setzen verständlicherweise Vertrautheit mit der arabischen Welt voraus. Eine gute Karl-Valentin-artige Satire ("Die Straßenbahn" von Gamal al-Ghitani) war mir einfach längenmäßig überzogen. Die Lektüre lohnt sich, wenn man einen schnellen Einblick in die arabische Sphäre haben will. Jedem sagen vielleicht andere Erzählungen zu. Diese Besprechung bezieht sich auf die Ausgabe von 1991. |
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Biografie des
Herausgebers |
| © Suleman Taufiq; mit freundlicher Genehmigung des Autors | |