| David
Livingstone: Die Erschließung des dunklen
Erdteils. Reisetagebücher aus Zentral-Afrika 1866 - 1873 Hamburg: traveldiary, 2006. Taschenbuch, 248 Seiten. Edmund T. Kauer, Übs. – |
| Die Erkundung der Nilquellen und Erforschung von
Zentralafrika war
eines der aufregendsten Kapitel der Erschließungsgeschichte der Erde
aus westlicher Sicht. Hier wird die deutsche Übersetzung des Tagebuchs von David Livingstone zu seiner letzten Afrikareise von 1866 bis 1873 vorgelegt. Es beginnt in Sansibar am 28. Januar 1866 und endet mit Livingstones Tod am 1. Mai 1873. |
| David
Livingstone war nicht nur Forscher, sondern auch Missionar.
Beides sind keine guten Voraussetzungen für eine gelingende Reise. Er
hat viele Widerstände zu überwinden. Die Basis für seine Reise ist der
Tauschhandel, den er betreibt um sich und seine angemieteten
Leute
zu versorgen. Livingstone ist gegen die Sklaverei, die um diese Zeit im
Forschungsgebiet ein entscheidender Faktor ist. Auffallend sind die
vielen Scharmützel und Kriege der Afrikaner untereinander. Aus
Livingstons Tagebücher geht die Ursache nicht hervor: aggressive
Missionierung durch europäische Christen oder muslimische durch die
Araber? Sklavenhandel? Oder? Die Abneigung gegen die Unterdrückung der Afrikaner zeigt sich bei Livingstones Eintragungen öfters (28. Juli 1867: "Die Sklaverei ist ein großes Elend"), manchmal auch Arroganz oder gar Rassismus. |
| Neben den Stammeskämpfen liest man auch überreichlich völkerkundliche Einzelheiten. Die Verhaltensweisen – soweit sie nicht schon durch die Forscher, Missionare und Händler verdorben waren – sind sehr aufschlussreich. |
| Livingstone zeigt einen enormen Forscherdrang – wenn ich es richtig las, hauptsächlich geografisch und ethnologisch – und Lebenswillen. Sehr oft liegt er krank darnieder, schleppt sich aber trotzdem durch die Landschaft. |
| Ziemlich am Ende des Tagesbuchs findet der Journalist Henry Morton Stanley den kranken Livingstone im Urwald. Es ist der 24. Oktober 1871 und Stanley begrüßt ihn (nicht im Tagebuch) mit den legendären Worten: “Dr. Livingstone, I presume?” |
| Wer
sich für die Erforschung Afrikas interessiert, auch gerne authentische
volkskundliche Informationen aus erster Hand liest, ist mit den
Tagebüchern Livingstones gut bedient. Für andere Leser wird es manchmal zu detailliert und sich wiederholend. |
| Links |
| Literatur |
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| Henry
Morton Stanley: Wie ich Livingstone fand. Edition
Erdmann, 1986. Heinrich Pleticha, Hg. Gebunden, 368 Seiten
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| Pat
Shipman: Mit dem Herzen
einer Löwin: Lady Florence Baker und
ihre Suche nach den Quellen des Nils. München: Piper,
2007. Ulrike Frey, Übs. Taschenbuch, 388
Seiten |
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