| Markus
Kessel: Aus Negern Afrikaner machen: Die Vermittlung
subsaharisch-afrikanischer Literaturen in deutscher Übersetzung seit
Ende der 1970er Jahre Berlin: Saxa, 2011. Broschiert, 378 Seiten Universitätsschriften Band 5 – |
| Selten passt ein Titel mit Untertitel so genau auf den Inhalt eines Werks. Die als Dissertation angelegte Arbeit untersucht die Verbreitung und Aufnahme subsaharisch-afrikanischer Literatur in deutscher Sprache seit Ende der 1970er Jahre. |
| Abgesehen von Joseph Conrad und den afrikanischen Nobelpreisträgern ist die Kenntnis der afrikanischen Literatur südlich der Sahara im deutschsprachigen Raum mangelhaft. Neben der genauen Bestandsaufnahme der Vermittlung geht Kessel auch den vielfältigen Gründen für dieses Defizit nach. Ein wichtiger Grund liegt mit der oralen Tradition auf der Hand, oder besser im Munde. Dafür stehe der sicher überzogene Befund von Amadou Hampaté Bâ, Schriftsteller, Philosoph und Historiker aus Mali: „Mit jedem Greis, der in Afrika stirbt, verbrennt eine Bibliothek.“ (S. 111). Ein andrer Grund ist, dass afrikanische Themen auch von deutschsprachigen Schriftstellern aufgegriffen werden, besonders seit den 1970er Jahre (S. 239). |
| Inhalt im Überblick 1. Einleitung 2. Gegenstand und Grundbegriffe 3. Forschungsüberblick 4. Theoretisch-methodischer Rahmen 5. Die Vermittlungspraxis zwischen 1978 und 1991 6. Die Vermittlungspraxis im sozialgeschichtlichen Kontext 7. Die Vermittlungspraxis der 1990er und frühen 2000er Jahre 8. Fazit |
| Der Inhalt läßt ein nüchternes, akribisches Werk erwarten. Diese Erwartung wird voll erfüllt. Wen genau dieses Thema interessiert erhält eine hochwertige Arbeit, die kaum Wünsche offen läßt. |
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