| George Washington Cable. Old Creole Days
New York: Charles Scribner's Sons, 1944. 303 Seiten |
| In einer Anthologie las ich
"Jean-ah Poquelin" von George Washington Cable und war begeistert. Eine lokal
gefärbte Sprache, ansprechender Sprachstil, der gelegentlich fordert und
eine gekonnte Pointe; was will man mehr? Sofort besorgte ich mir die
Storysammlung Old Creole Days, erstmal 1879 erschienen, die neben jener
sieben weitere Geschichten enthält. Gleich vorweg: die anderen Stories sind ähnlich gut, doch "Jean-ah Poquelin" bleibt mein Favorit. Cable versteht es, Louisiana und besonders die Kleinstadt New Orleans des 19.Jahrhunderts wieder entstehen zu lassen. Das geschieht mit verschiedensten Mitteln: genaue Beschreibung, so daß man meint, man wär' mitten drin; sprachliche Abwechslung mit den verschiedensten Dialekten; einlullende Atmosphäre, die trotzdem immer fesselt. Das Muster der Geschichten ist ähnlich: in die ausführlich geschilderte Szenerie strömen Nebengedanken oder tritt eine Überraschung. Dies hat oft mit der Rassenunterschieden zu tun. Ein Beispiel aus der Story "Madame Delphine". "Take a seat," said Doctor Varrillat, with some suddenness, starting from his place and gently guiding her sinking form into the corner of the bench. The ladies rose up; somebody had to stand; the two races could not both sit down at onceat least not in that public manner." Ist das nicht ungeheuerlich? Aus " 'Tite Poulette": "No man of questionable blood dare set his foot within the door." So verblüfft es nicht, daß Weiß-sein erstrebenwert ist. Die Creolin meint: "Oh, thank God, no! you would never believe she was my daughter; she is white and beautiful!" "So beautiful, beautiful, beautiful! White?white like a water lily! Whitelike a magnolia!" Durch die Zwischenstellung der Mischlinge erhalten die Geschichten ihre Spannung und Pointen. Sie sind sich dadurch aber auch arg ähnlich. Meine runners-up sind "Madame Délicieuse" und "Madame Delphine". |
Enthalten sind die
folgenden Short Stories:
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| George Washington Cable: Old Creole
Days. Pelican, 1991. Taschenbuch, 312 Seiten
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