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Cooke
Rose Terry Cooke: Essays
Essays von und über Rose Terry Cooke: cooke "The Real Rights of Women"cooke "Women's Views of Divorce"cooke Elrod, Eileen Razzari: "Truth is Stranger than NonFiction"cooke Linkon, Sherry Lee: "Fiction as Political Discourse"cooke Links
Rose Terry Cooke: "The Real Rights of Women"
The North American Review September 1889, S. 347-354; cookeonline
Cooke bekennt sich zu einigen Frauenrechten, die Frauenrechtlerinnen, die für ein politisches Frauenwahlrecht eintreten, verachtet sie aber. Sie sieht bei denen die Forderung nach dem Recht für Frauen Männer zu sein.
  1. Recht auf Respekt, solange die Frau sich selbst respektiert. Hier entschuldigt sie die Männer, da der Zeitgeist viele Frauen ihre Mutterrolle vergessen läßt. Zu diesem Recht hilft nicht das Frauenwahlrecht, ja es ist überhaupt nicht gesetzlich regelbar. Diese gesetze würden nur übertreten werden: "Laws deliberately broken are worse than useless; they are the seeds of rebellion and anarchy" (S. 348).
  2. Recht auf Achtung gemäss ihrer physischen Konstitution. Hier sieht Cooke schwere Defizite, da viele Frauen zu schwere und zu viele Arbeit aufgebürdet wird. "The records of our lunatic asylums fully bear out this statement: one-third of their female patients come from farms, where they rise early and go to rest late, working incessantly through winter and summer, no matter what is their physical condition, bearing and rearing children through it all; ..." ... "... a woman can be had for the asking, and worked like a slave without wages" (S. 349).
  3. Recht auf freie Religionswahl und -ausübung
  4. Recht auf zur Mitsprache bei der Kindererziehung
  5. Recht der freien Ehegattenwahl
  6. Recht auf freie Arztwahl
  7. Recht auf ein Heim, "unless stringent circumstances prevent". Mit dem Heim meint Cooke einen Platz (Zimmer?) innerhalb des Hauses ihres Ehemanns oder Vaters.
  8. Recht auf eigenes Geld, egal ob ererbt oder erarbeitet.
Cooke sieht diese Rechte noch vielfach verletzt, schreibt dies jedoch den marktschreierischen Frauenrechtlerinnen zu.
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Rose Terry Cooke: "Women's Views of Divorce"
The North American Review 150.398, Januar 1890, S. 123-128
In ihren Essays vertritt Rose Terry Cooke eine rigorose bibeltreue Position. "... the Scriptures are the only infallible guide" (1890, S. 123). Sie stimmt daher einer Scheidung nur im Falle der ehelichen Untreue von Seiten eines der Ehepartners zu. Divorce "is not permissible except for one reason—the infidelity to the marriage-vow, in its most personal clause, of either Husband or wife" (S. 123). Im Falle von dauerhafter Trunkenheit, Gewalt oder Geisteskrankenheit stimmt die einer zeitweiligen Trennung zu. Cooke persönlich lehnt sogar die Wiederverheiratung nach dem Tode eines Ehepartners ab.
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Elrod, Eileen Razzari: "Truth is Stranger than NonFiction: Gender, Religion and Contradiction in Rose Terry Cooke." Legacy 12:2 (1996). S. 113-127.
In Cookes Werk ist unschwer eine zunächst merkwürdige Diskrepanz zwischen ihren theoretischen Schriften und den Kurzgeschichten festzustellen. In den Essays vertritt sie ein religiöse Haltung auf biblischer Basis und argumentiert beißend gegen die Frauenrechtlerinnen. In ihren Kurzgeschichten prangert sie die Gewaltwillkür vieler Ehemänner an und beschreibt drastisch, wie Frauen unterdrückt und gedemütigt werden; in einigen Geschichten zeigt sie, wie sich Frauen durchsetzen oder eine Lösung finden, sei es, daß sie das "Spinster"-Dasein (männerlose altehrwürdige Frauen) bevorzugen oder gar freiwillig in den Tod gehen.
So gewinnt man bei der Lektüre der Kurzgeschichten den Eindruck, dass sie die calvinistische Frömmelei verurteilt, während sie in den Essays keinen Deut von einer gottgefälligen Lebensauffassung abrückt. In den Kurzgeschichten geißelt sie die tyrannischen Ehemänner, die meist in der Gesellschaft eine gute Position einnehmen und oft sogar klerikale Ämter bekleiden. Die Haupttugenden für Frauen sind in beiden Kategorien: Frömmigkeit, Häuslichkeit, Unterwerfung (Ehemann, Kirche, Gemeinschaft). Ihre Positionen werden dadurch in etwa konsistent, dass Cooke davon ausgeht: wenn sich auch die Männer an die Bibel halten und nach der notwendigen Gottgefälligkeit richten, dann erhalten die Frauen ganz automatisch die ihr zustehenden Freiräume. Nur diesen Weg über die Männer sieht Cooke als gangbar an. Deshalb ist damit verträglich, dass sie "ironically places the blame for the lack of women's rights on the Women's movement" (S. 118). Jede Freiheit die über ihr Frauenbild hinausgeht, also Frauenstimmrecht, Aufgabe der Familie, Einzug in Mietshäuser, eigener Arbeitsplatz abseits von Küche, Kind und Kirche, ist von Übel. Diese neue Frau bedroht Cookes Anschauung von christlichen Werten, Tugenden und gesellschaftlicher Ordnung (S. 118).
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Linkon, Sherry Lee: "Fiction as Political Discourse: Rose Terry Cooke's Antisuffrage Short Stories". American Women Short Story Writers. A Collection of Critical Essays. Julie Brown, Hg. New York: Garland, 1995. S. 17-31.
Sherry Lee Linkon konzentriert sich auf Cookes Kurzgeschichten. Sie zitiert Rachel aus "Rachel's Refusal" um eine von Cookes Hauptthesen zu belegen. Wenn sich die Männer richtig verhalten, dann lösen sich die Probleme der Frauen von alleine. Die Frauenrechtsbewegung ist überfüssig, ja geradezu schädlich, weil sie die haltungsänderung der Männer verhindert. Linkon diskutiert die folgenden Gegensatzpaar bei Cooke:
Stärke guter Frauen versus geizige, egoistische, gewalttätige Männer
Stärke guter Frauen, die die Laster der Männer ertragen oder überwinden läßt versus Schwäche der Frauen, die daran eine Leben lang leiden oder zugrunde gehen.
Auffallend ist, daß sich Cookes Frauen selten an andere um Hilfe wenden. "Thus Cooke consistently presents silence as a positive feminine trait, and her stories usually show women's silence earning them rewards" (S. 26). im Endeffekt sieht Linkon (wie cooke Eileen Razzari Elrod), daß Cooke ihre Widersprüche zur Frauenfrage im literarischen und politischen Umfeld nie völlig auflösen konnte (S. 28).
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Links
moaMaking of America (MOA), a digital library of primary sources
moaCornell University Library Digital Collections
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 1.5.2005