| Garcia Márquez, Gabriel: Hundert Jahre
Einsamkeit Köln, Kiepenheuer und Witsch, 1997. 467 Seiten |
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| Hundert Jahre Einsamkeit ist
die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der Familie Buendia und des von ihr
gegründeten Dorfes Macondo. Der Schreibstil ist sehr aktionsbetont. Man
kann kaum einen Satz entfernen ohne gleichzeitig Handlung auszuklammern.
Allerdings ist die Handlung so sprunghaft, dass es andrerseits nichts ausmachen
würde (man würde das Fehlen des Satzes kaum bemerken). Die Handlung
fließt ohne Spannung dahin. Beim Leser wird kein Mitgefühl für
handelnde Personen erzeugt. Er ist nicht interessiert, den Fortgang der
Geschichte zu erfahren. Durch den aktionsbetonten Stil ist es aber auch nie
kleinräumig langweilig (eher schon bezogen auf den
Gesamthandlungsablauf). Zwei nette Einfälle notierte ich mir.
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| 12/2001. Vor Jahren
schrieb ich obige Rezension fürs Web. Sie ist vernichtend, da mich das
Buch, je weiter die Lektüre fortschritt, desto weniger fesselte. Da ich
immer noch Emails dazu erhalte oft nur unqualifizierte "Kritik" an
meiner Kritik ("keine Ahnung" "Machen sie doch lieber was anders, als über
Bücher und Geschichten zu lesen, die sie überhaupt nicht begreifen"
um nur die harmloseren zu zitieren) führe ich meine Kritikpunkte
hier weiter aus. Nobelpreisträger Garcia Marquez flößte mir vom Rang her schon große Leseerwartung ein (beim Nobelpreis für Literatur gibt es zwar auch Flops, aber nicht so kraß wie beim Oscar, wo das Bonmot kursiert: "Der Film hat zwar viele Oscars, ist aber trotzdem sehenswert"). Ich startete also lesefreudig, machte mir schon bald eine Liste um die ständig neu auftauchenden Personen in den Griff zu bekommen, scheiterte dabei aber. Immer neue Figuren traten auf, oft mit ähnlichem Namen. Hatte ich mich mit einer Figur angefreundet, ließ der Autor sie fünf Zeilen später sterben und zauberte einen Neffen gleichen Names (oder war er nur ähnlich?) aus dem Tintenfaß. Auf Die Sprache ist zwar blumig, wortreich und überladen, doch da sie nie irgendwo verweilt kommt weder Stimmung noch Spannung auf. Man bangt mit keiner Romanfigur: ist ja egal, er/sie krepiert und ein/e Neue/r kommt. So quälte ich mich über die Seiten bis zum Ende. Eigentlich hätte Gabriel nur vierzig Seiten schreiben müssen und die zwölfmal wiederholen; keiner merkt's, alle klatschen begeistert. Immerhin gestand ich dem Autor eine zweite Chance zu: |
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| Meinungen anderer Schriftsteller | |
| Jorge Luis Borges | |
| "Es ist ein Jammer, dass viele
Bücher gegen Ende abfallen. Bei Hundert Jahre Einsamkeit zum
Beispiel: achtzig Jahre hätte es auch getan." Zitiert in: Jörg Drews:
Dichter beschimpfen Dichter. Ein Alphabet harter Urteile. Frankfurt am
Main: Zweitausendeins, 2006. Ich wäre sogar mit vierzig Jahren zufrieden
gewesen
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| Carlos Fuentes | |
| "... daß Hundert Jahre
Einsamkeit zweifellos eines der vergnüglichsten Bücher,
die in Lateinamerika geschrieben worden sind nach dem ersten Lesen
(Vergnügen und Wiedererkennen) seine volle Bedeutung noch nicht
preisgegeben hat: sie erfordert vielmehr ein zweites Lesen, das dem wahren
Lesen gleichkommt. Dieses Erfordernis ist gleichsam das innere Geheimnis dieses
mythischen, simultanen Romans: Hundert Jahre Einsamkeit muß
zweimal gelesen werden, weil es auch zweimal geschrieben werden mußte."
S. 149. Carlos Fuentes: "Gabriel García Márquez: Das zweite Lesen
»Hundert Jahre Einsamkeit«". In: Koenigs, Tom, Hg.: Mythos und
Wirklichkeit. Materialien zum Werk von Gabriel García Márquez
(siehe |
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| Sekundärliteratur gibt es zu Hundert Jahre Einsamkeit wie Sand am Meer. Hier nur ein Sammelband: Koenigs, Tom, Hg.: Mythos und Wirklichkeit. Materialien zum Werk von Gabriel García Márquez. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1985. Übs.: Willi Zurbrüggen. 313 S. |
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Gabriel Garcia Marquez. Hundert Jahre Einsamkeit. Köln, Kiepenheuer und Witsch, 1997. Gebunden - 467 Seiten. 33. Aufl. |
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| Gabriel Garcia Marquez. Hundert Jahre Einsamkeit. Köln, Kiepenheuer und Witsch, 2001. Sondereinband - 467 Seiten | ||