| Aesop: Fabeln Hamburg: Hauswedell, o.J. Bertold Hack, Übs. und Hg. 94 Seiten |
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| Die Fabeln Äsops kursieren in
verschiedenen Asuwahlen, Übersetzungen und Bearbeitungen. Einige davon
sind sprichwörtlich, wie "Der kreißende Berg", "Die Ameise und die
Grille" und "Der Löwenanteil". Manche sind in den Schullesebüchern,
wie "Der Magen und die Glieder" und "Der Fuchs und die Trauben". Viele zeigen
auch heute noch zu beherzigende Lehren auf. Doch meine ich, dass der
Zeitgenosse nicht mehr die Beziehung zu den Tieren hat um diese Fabeln und ihre
Lehren daraus ernst zu nehmen; auch wenn sie durchaus noch zutreffen (z.B. "Der
habgierige Hund", "Der Magen und die Glieder"). Oft ist die Darstellung zu
direkt. Die sprechenden Tiere sprechen allenfalls Kinder unter zehn an. Sind
Fabeln von Äsop noch in den Lesebüchern der Unterstufe? Mir schienen einige Lehren zweifelhaft ("Der zärtliche Esel", "Die Dirne und der Jüngling", "Aesop und der wilde Sohn"). Nur selten werden treffend aktuelle Probleme angesprochen. Die Fabel "Der gefangene Wiesel" spricht ein Problem der Metaethik an. Wird die Verhaltensweise des Wiesels schon deshalb lobenswert, weil sie erwünschte Konsequenzen hat? Der Konsequentialismus behauptet, Handlungen seien (ausschließlich) danach zu beurteilen, wie gut oder erstrebenswert ihre Folgen sind. Die deontologische Ethik vertritt dagegen die Ansicht, dass die Überlegungen entscheidend sind, die einer Handlung vorausgehen und nicht (nur) die Folgen. Man kann gerne in die Fabeln Äsops auch heute hineinlesen. Wichtig und deshalb portionsweise lesenswert sind Äsop Fabeln, weil sie häufig in der Literaturgeschichte als Motive anderer Werke herangezogen wurden. |
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| Äsop (Aisopos) | |
| Held einer frühgriechischen
volkstümlichen Erzählung (6.Jahrhundert v.Chr.) und eines
romanartigen Werks aus dem 1.Jahrhundert n.Chr. Vermutlich war Äsop ein
phrygischer Sklave. Handschriften von Äsop sind nicht überliefert.
Seine Name findet sich bei Herodot (II, 134), Aristophanes (Wespen 1446, Vögel 471), Die älteste griechische Fabel (»Die Nachtigall und der Habicht«) findet man bei Hesiod (um 700 v.Chr.). Die unter Äsops Namen erhaltenen Sammlungen Äsopische Fabeln stammen aus dem 1-6.Jahrhundert., so von Phaedrus (um 40 n. Chr.), Babrios (4.-5.Jhdt.), Romulus vereinzelt von Plutarch, Lukian und Horaz. Die wichtigste Äsopausgabe, die vielen nachfolgenden Sammlungen zugrunde liegt war die Übersetzung des
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| Platon: Phaidon, Übersetzung Friedrich Schleiermacher | |
| [Phaidon:] "... und ich denke, wenn
Aisopos dies bemerkt hätte, würde er eine Fabel daraus gemacht haben,
..." (St 60). Darauf nahm Kebes das Wort und sagte: "Beim Zeus, Sokrates, das ist gut, daß du mich daran erinnerst. Denn nach deinen Gedichten, die du gemacht hast, indem du die Fabeln des Aisopos in Verse gebracht, und nach dem Vorgesang an den Apollon haben mich auch andere schon gefragt, ..." (St 60). [Sokrates:] "So habe ich denn zuerst auf den Gott gedichtet, dem das Opfer eben gefeiert wurde, und nächst dem Gott, weil ich bedachte, daß ein Dichter müsse, wenn er ein Dichter sein wolle, Fabeln dichten und nicht vernünftige Reden, und ich selbst nicht erfindsam bin in Fabeln, so habe ich deshalb von denen, die bei der Hand waren und die ich wußte, den Fabeln des Aisopos, welche mir eben aufstießen, in Verse gebracht" (St 61). |
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| Romulus | |
| war weder der legendäre Gründer Roms noch Romulus Augustulus, um 500 n.Chr., weströmischer Gegenkaiser sondern ein Übersetzer zwischen 350 und 500 n.Chr. | |
| Heinrich Steinhöwel | |
1412 Weil der Stadt 1482 (oder
1483) Ulm. Arzt und Humanist. Steinhöwel studierte in Wien und Padua und
war Leibarzt des württembergischen Grafen Eberhard im Barte (
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| Links | |
Wikipedia: |
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| Literatur | |
| "Äsop". In: Reclams Literatur
Kalender 2006. Ditzingen: Reclam, 2005. S.
19-23. Vergriffen Gerd Dicke, Klaus Grubmüller, Hg.: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Ein Katalog der deutschen Versionen und ihrer lateinischen Entsprechungen. München: Fink, 1987. |
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| Hans Gärtner, Lisbeth Zwerger,
Hg.: Aesop 12 Fabeln. Neugebauer 1993. Gebunden, 32 Seiten
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| Rainer Nickel, Hg.: Aesop.
Fabeln. Artemis, 2004. Gebunden, 100 Seiten
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| Hans-Jörg Uther, Hg.: Das
große Buch der Fabeln. München: Knaur, 2003. Gebunden, 510
Seiten
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| Gerd Dicke: Heinrich
Steinhöwels 'Esopus' und seine Fortsetzer. Tübingen: Niemeyer.
Broschiert, 500 Seiten
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