| Azar
Nafisi: Reading Lolita in Tehran. A Memoir in Books [Lolita lesen in Teheran]. London: Fourth Estate, 2004. 347 Seiten – – |
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| Die
Professorin für Literatur Azar Nafisi wich den Einengungen und
Vorschriften an der Universität in Teheran aus und
gründete ihren eigenen Literaturzirkel in ihren
Privaträumen, der von zahlreichen Student(inn)en angenommen
wurde. Reading Lolita in Tehran beschränkt sich nicht nur auf die Literaturseminare: Nafisi schildert auch ihr Leben über die Jahrzehnte und die Schicksale der Teilnehmerinnen. Es entsteht ein Bild über die Möglichkeiten und Einschränkungen für ein selbstbestimmtes Leben (versteckte Satellitenschüssel) und die Situation der schreibenden Kunst im Iran. Ähnlich wie ich es schon bei Shirin Ebadi las, wurden die Hoffnungen nach dem Sturz des Schahs in die Islamische Revolution ziemlich schnell zerstört.
Der religiöse Irrsinn wird im Iran zur Zeit des Irakkriegs auf die Spitze getrieben. Da es ja eine Ehre ist für das Islamische Regime zu sterben, wird den Hinterbliebenen zum Tode ihrer Verwandten gratuliert! (S. 211). Nafisi verwendet oft die indirekte Rede, was die Orientierung erschwert. Auch der häufige zeitliche Wechsel zwischen der Zeit an der Universität nebst Privatlektionen und den rein privaten Seminaren wird von der Autorin nicht gerade erleichtert. Wer sich für den Iran und die Situation der Intellektuellen dort oder für die Autoren Vladimir Nabokov, F. Scott Fitzgerald, Henry James und Jane Austen interessiert wird von der Lektüre viel profitieren. |
| Behandelte Literatur | ||
| Im Privatseminar werden viele Romane, hauptsächlich angelsächsisch, diskutiert. Hier werden nur die häufig genannten und in Reading Lolita in Tehran eingehender vorkommenden Werke gelistet. | ||
| Jane Austen: Mansfield Park | ||
| Jane
Austen: Pride and Prejudice [ |
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| Emily Bronte: Wuthering Heights | ||
| Scott F. Fitzgerald: The Great Gatsby | ||
| Gustave Flaubert: Madame Bovary | ||
| Henry James: The Ambassadors | ||
| Henry James: Daisy Miller | ||
| Henry James: Washington Square | ||
| Vladimir Nabokov: Invitation to a Beheading | ||
| Vladimir Nabokov: Lolita | ||
| Erster Satz aus Jane Austen: Pride
and Prejudice "It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune must be in want of a wife." |
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| Anmerkungen |
| Friedrich Nietzsche |
| Nafisi zitiert
Nietzsche: "Whoever fights monsters should see to it that in the
process he does not become a monster. And when you look into the abyss,
the abyss also looks into you" (S. 180). "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in eine´n Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein". Jenseits von Gut und Böse, #146 |
| Bertolt Brecht |
| Nafis erinnert
sich nur ungefähr an ein Gedicht von Bertolt Brecht (S. 211).
Hier ist es: Das Gedicht "An die Nachgeborenen" (1939) beginnt mit "Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten! " und Nafisi zitiert noch eine Zeile aus der zweiten Strophe: "Was sind das für Zeiten, wo Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist" |
| Links |
| Literatur |
Azadeh Moaveni: "Seeking Signs of Literary Life in Iran". New York Times, 27. 5. 2007 |
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| Azar
Nafisi: Lolita lesen in Teheran. Pantheon 2006.
Maja Ueberle-Pfaff, Übs. 424 Seiten |
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