| Vikas
Swarup: Q and A [Rupien! Rupien!, Bernhard Robben, Übs.] Black Swan, 2006. Broschiert: 382 Seiten |
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| Wer
nicht soviel oder solange diese Besprechung lesen will, hier geht's zum
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| Ram Mohammad
Thomas, der junge Held, wird eines Abends verhaftet. Er hat in der
“Who Will Win a Billion?”, kurz: W3B, 12 Fragen
hintereinander richtig beantwortet und den höchsten Preis in
der TV-Geschichte gewonnen. Doch da er ein ungebildeter
18-Jähriger Kellner ist, wird ihm unterstellt, er habe
betrogen. Während er in Untersuchungshaft ist taucht die Anwältin Smita Shah auf, die ihn verteidigen will. Ihr erzählt Ram seine Lebensgeschichte. Nach jedem Abschnitt sehen sie sich zusammen die entsprechende Episode von der Aufzeichnung der Quizshow an. Ram hatte ein abenteuerliches Leben zwischen Slum, Gangstermileu und grossem Bollywood (siehe Ram Mohammad Thomas und Salim sind immer wieder fasziniert (wie es Kindern zusteht) und geblendet, werden aber oft enttäuscht ohne sich den Lebensmut nehmen zu lassen. Dass Ram fast immer allen Versuchungen (z.B. Leim schnüffeln) widersteht, sollte man in einem Märchen hinnehmen. Ebenso, dass sich seine Träume nach Film, Frauen und Ferrari erfüllen, trotzdem er manchmal recht krasse Mittel einsetzt. Damit ist Q & A auch sehr amerikanisch: selbst aus dem lumpigsten Slum kann man zum Supermillionär aufsteigen. Noch ein kleiner Einwand: die Homosexualität kommt schlecht weg in Q & A. Ein Filmstar wird vom muslimischen Salim fallengeslassen, als sich seine Homosexualität herausstellt. Und Homosexuelle agieren mit Vorliebe im Dunkeln mit kleinen Jungens. |
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| Julia
Schröder, DLF: "Die tragische Variante des magischen Realismus
à la Arundhati
Roy ist Vikas Swarups Sache nicht" (siehe Wie ein echter Bollywood-Film hat Q & A ein reichliches Happyend. Das führte manche Rezensenten zur Annahme, in Q & A würden keine Probleme erörtert. Mitnichten. Kinderarmut, Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, Indien zwischen Glamour und Slum, Freundschaft und Betrug, Rückgrat bewahren unter widrigen Umständen, aber mit welchen Mitteln? sind Fragen genug, die Q & A aufwirft. Nur selten gibt Swarup darauf Antworten (was weder nötig noch erwünscht ist). Hier eine der Ausnahmen. Mr. Ramakrishna belehrt Ram:
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| So wie Eric
Garcia: Ein brillanter Bluff (siehe
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| Wenn man das märchenhafte Geschehen in Kauf nimmt, ist Q & A ein rundum wundervoller Roman, der unsere Vorstellung von 1001-Nacht mit dem modernen Indien ergänzt. | ||
| Anmerkungen | ||
| "Houston, we have a problem" (S. 87, 356) | ||
| dieses
geflügelte Wort stammt von der |
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| "someone has said that it is better to have loved and lost than never to have loved at all" (S. 259) | ||
| aus In
Memoriam von Alfred Lord Tennyson, siehe |
| "At the end of the film, I come out of the hall hot and flushed, not knowing whether I've seen a family drama, a comedy or a thriller. Bcause I have eyes only for Nita ..." (S. 310) | |
| Das wurde schon mehrfach besungen, so in | |
| "Are the stars
out tonight? I don't know if it's cloudy or bright. I only have eyes for you, dear" |
"Saturday night
at the movies Who cares what picture you see When you're hugging with your baby in last row in the balcony" Saturday night at the movies (The Drifters, 1964) |
| Dharavi Slum, Mumbai |
| Dharavi in Mumbai ist Asiens größter Slum und damit wohl der Welt größter Slum, mitten in Mumbai. Er erstreckt sich 1,75 kilometer am Fluß Mahim und hat eine Million Bewohner. Die meisten sind tamilische Zuwanderer, die in Mumbai Arbeit erhoffen. In Dharavi fehlt es arg an der Infrastruktur wie fließendem Wasser oder Gesundheitsversorgung. |
| Die Bollywood Superstars aus Q
& A: Amitabh
Bachchan und Shahrukh
Khan gibt es: |
| Verträgt Wissen Zufall oder Glück? | ||
Eine
humoristische Sicht erhält in Q & A
der Wissensbegriff. In der Erkenntnistheorie wird diskutiert, inwieweit
Wissen zufällig oder glücklich sein darf (siehe
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| Erste Sätze: | |
| "I have been arrested. For winning a quiz show"
– Vikas Swarup: Q & A |
"Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn
ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde
er eines Morgens verhaftet" – Franz Kafka: Der Prozeß. |
| Swarups Lieblingsbücher aller Zeiten | Swarups zeitgenössische Favoriten |
| John Steinbeck:
Of Mice and Men – Ernest Hemingway: The Old Man and the Sea – Franz Kafka: Der Prozeß George Orwell: Animal Farm – Bram Stoker: Dracula Will Durant: The Story of Philosophy |
J. M. Coetzee: Disgrace
– Alan Hollinghurst: A Line of Beauty – David Mitchell: Cloud Atlas alles von Haruki Murakami (z.B. Kafka am Strand) – |
| Vikas Swarup |
| * 1960 (?)
Allahabad; lebt jetzt in Neu-Delhi 18 Jahre Diplomat für das indische Aussenministerium, u.a. in Washington, London, Addis Abeba und in der Türkei. Swarup ist jetzt Direktor im Amt für External Affairs unter Minister K Natwar Singh. Seine Muttersprache ist Hindi, das er auch bevorzugt mit seiner Frau Aparna (Malerin) und den Kindern Aditya und Varun spricht. |
| Vergleichsliteratur |
| Links |
| Bollywood: |
| Mumbai aka
Bombay: |
| The official
website of |
| Bollywood Superstars:
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| The Arundhati Roy Trap |
| Mit der
Arundhati Roy Falle bezeichnet man die tragische Variante des magischen
Realismus à la Arundhati Roy. Der Begriff wurde anscheinend
von der Lektorin Jane Lawson, Transworld Publishers, Random House,
geprägt: "There is a fatigue about Indian novels
post-Arundhati Roy, specially of the exotic and lyrical kind symbolised
by Roy's Booker Prize-wining novel - The God of Small Things"
... "Quasi-poetic flourishes of Arundhati Roy variety have become a
shade too cloying. There is more interest in novels with multi-cultural
settings". |
| Literatur |
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| Vikas
Swarup: Rupien! Rupien! Kiepenheuer &
Witsch 2005. Bernhard Robben, Übs. Gebunden, 352 Seiten |
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| Vikas
Swarup: Q and A. 2006. Black Swan, 2006.
Broschiert: 382 Seiten |
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| Vikas
Swarup: Q and A. Scribner 2005. Gebunden, 336
Seiten |
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