| Luo
Lingyuan: Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften
Stock München: DTV, 2005. Taschenbuch, 218 Seiten – |
| Ein sonderbarer Buchtitel. Aber er ist wörtlich so
gemeint. Das klärt sich in der letzten der elf Geschichten. Dass China mit den Menschenrechten nicht viel am Hut hat ist ein Gemeinplatz. Wie sich das im Alltag auswirkt kann man in diesem empfehlenswerten Erzählungsband lesen. Chinakenner haben die Verhältnisse, die Luo Lingyuan hier schildert, bestätigt. |
| Extrem hart und brutal aber ungerecht geht es in China zu, wenn man der Staatsmacht, Polizei oder den herrschenden Verordnungen in die Quere kommt. Dafür sorgen neben den sichtbaren Staatsorganen auch Geheimdienstler und Blockwarte. |
| Die elf
Erzählungen: „Ein zarter Bambusspross“ „Ein Geburtstagsei“ „Das ist es doch, was wir wollen“ „Tote Seidenspinner wandern schnell“ „Im Ausländerviertel“ „Hochzeitsnacht im Jingmao-Tower“ „Das Liebespaar, die Polizisten und der Einbrecherkönig“ „Party ohne Beleuchtung“ „Du bist der mächtigste Mann in unserer Stadt“ „Der falsche Empfänger“ „Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock“ |
| Bei meiner Lektüre dauerte es ein paar Seiten bis ich mich an die Intrigen, Parteispielchen und -beziehungen gewöhnt hatte. Zu ungewöhnlich ist das Verhalten der Leute, die diese Erzählungen bevölkern. Doch allmählich klärt sich, dass es genauso wohl zugeht unter extremen staatlichen Druck und einer Vielzahl von Vorgaben. Und sind nicht auch wir auf dem Weg dazu? Der Staat greift immer weiter in unser Privatleben ein. |
| Lingyuan schreibt realistisch und in einfacher Sprache. Das kommt dem teils schwer verdaulichen Inhalt entgegen. Manchmal wünschte ich mehr Vertrauen in die Leser, das heißt weniger mit der Nase auf etwas stoßen. |
| Luo Lingyuan lebt seit 1990 in Berlin. Sie veröffentlicht ihre Arbeiten auf Deutsch und Chinesisch. Im Jahre 2007 erhielt sie – zusammen mit Que Du Luu – den Förderpreis zum Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung |
| In krassen brutalen Geschichten zeigt sich die alltägliche Gewalt und die staatliche Willkür. Das ergibt ein realistisches Bild von China und eine Schreckensbild als Mahnung, wohin unserer Weg der staatlichen Bevormundung führt. |
| Links |
Luo Lingyuan |
| Besprechungen |
K.-G.
Beck-Ewerhardy: "Luo Lingyuan: »Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus
dem fünften Stock!«" 04/2007; |
Kurze
Besprechung von acht der elf Geschichten |
Sabine
Langer, Literaturnetz |
Perlentaucher |
Almut
Schmidt: „Das Leben, plattgewalzt. Lou Lingyuans Erzählband »Du fliegst
jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock!«“, Die Berliner
Literaturkritik, 09.06.05 |
Angelika
Windloff: „Luo Lingyuan: Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem
fünften Stock“, dradio 3.07.2005 |
| Literatur |
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