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Burgforum
burgforum 7. Wasserburger Burgforum März 2010 zum Thema:
Frauen in Gesellschaft und Kirche

Austausch in christlichem Geist mit Pfarrer Dr. Bogdan Piwowarczyk: Bogdan Piwowarczyk

Dr. Angelika Niebler, Rechtsanwältin, Politikerin, Mitglied des Europäischen Parlaments, Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Industrie, Forschung und Energie, Landesvorsitzende der FrauenUnion Bayern, Mitglied des Fernsehrats des Zweiten Deutschen Fernsehens...,
zum Thema:
„Auf der Überholspur – Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“
19. März, um 19.00 Uhr – Bogdan Plakat zur Veranstaltung (pdf)
      „Die Menschen sind von Geburt an und ihr Leben lang frei und gleich an Rechte“, lesen wir in der „Erklärung der Menschenrechte“ aus dem Jahr 1789. Deswegen ist es wichtig, dass die Menschenrechte zu einer Haltung führen, in der sich Menschen um das Gemeinwesen kümmern, und nicht nur um ihren Eigennutz.
      Das christliche Menschenbild geht von der Würde der Person aus, die in der Gottesebenbildlichkeit ihren Ursprung hat. Nach diesem biblischen Menschenbild ist der Mensch geschaffen als Mann und Frau. Ebenbild des lebendigen Gottes (vgl. Gen 1,27). Die Gottebenbildlichkeit von Mann und Frau führt zu einer Gleichwertigkeit ohne jeden Abstrich, die jedoch etwas anderes ist als Gleichheit in jeder Hinsicht. Wichtig ist die Beziehung zwischen Mann und Frau in den Mittelpunkt zu stellen. Es geht um die aktive Zusammenarbeit in Gesellschaft und in Kirche, bei ausdrücklicher Betonung der Verschiedenheit der Geschlechter. Mann und Frau sind berufen, sich auf besondere und eigene Weise für den anderen einzusetzen.
      Die Würde der Frau und ihre Berufung – ständiges Thema menschlicher und christlicher Reflexion – haben in den letzten Jahren eine ganz besondere Bedeutung gewonnen. Es gibt noch viele Ungerechtigkeiten aufzuzeigen. Wo immer Frauen gering geachtet werden oder ihre Rolle herabgewürdigt wird, kann die Gesellschaft ihre eigentlichen Möglichkeiten nicht ausschöpfen. Es gibt viele Gesellschaftsformen in der Welt, in denen Frauen keine gerechte Behandlung erfahren, die sich um ihre Zukunft keine Gedanken machen. Die Hauptursachen sind überall ähnlich: Armut der Familien, Schwächen im Bildungssystem, Defizite bei der Erziehung, kaum Perspektiven für eine Zukunft hinsichtlich Arbeitsplatz.
      Deswegen heißt die richtige Antwort: Fordern und Fördern, denn Bildung ist der Ausweg aus Armut.
      Die Zukunft der Gesellschaft ist eng verbunden mit dem Wohlbefinden ihrer Frauen. Frauen sind die wahren „Heldinnen des Alltags“ und bekommen viel zu wenig gesellschaftliche Anerkennung für ihre Leistungen. Es ist unsere menschliche und christliche Aufgabe die Frauen zu ermutigen, ihre Fähigkeiten in Familie, Wirtschaft, Politik und Kirche aktiv einzusetzen, weil Frauen Zukunft der Menschheit sind, weil Frauen die Menschheit retten können. Deswegen sucht die Kirche den Dialog mit den Frauen von heute und wendetet sich direkt an sie, um mit ihnen über die Probleme und Aussichten ihrer Situation in unserer Zeit nachzudenken. Als Basis dieses Dialogs ist es mir – als Mann und Priester – wichtig, angesichts der Vielfalt weiblicher Lebensleistungen, den Frauen Dank zu sagen. Deswegen möchte ich die Probleme von Frauen in Gesellschaft, Kirche, Kultur und Politik in unserer Welt und ihre Abwesenheit in den prägenden Erzählungen der Menschheitsgeschichte nicht verschweigen.
      Angesichts der vielfältigen Gegen-Entwürfe, die in ethischer, philosophischer, in künstlerischer und geistiger Hinsicht heute diffus und verwirrend multimedial angeboten werden, ist die Desorientierung der Frauen eine gesamtgesellschaftliche und auch gesamt-menschliche Herausforderung. Diese und ähnlichen Fragen werden im Mittelpunkt unseres nächsten Burgforums im März 2010 stehen.
      Gemeinsam wollen wir als Christen und Bürger dieser Welt unseren Beitrag zur Fortentwicklung des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens leisten. Die spezifischen Fähigkeiten von Frauen sollten viel mehr in die Entscheidungen der Welt und der Kirche einbezogen werden. Die Verantwortlichen sind gefordert, Lösungen anzubieten und sowohl auf nationaler, als auch auf internationaler Ebene, verstärkt Gleichberechtigung und Eigenständigkeit der Frauen sowie die Durchsetzung von Frauenrechten zu verlangen.
      Die gerechte Entlohnung der Frauen-Arbeit und die Wertschätzung dieser ist ein Zeichen von Respekt und Anerkennung. Daran erinnern besonders die Internationalen Frauentage jedes Jahr im März. Jeweils am ersten Freitag im März feiern christliche Frauen in über 170 Ländern den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag. Als größte ökumenische Basisbewegung von Frauen steht er schon seit über 60-Jahren in einer festen Tradition. Jeweils am 8. März wird Weltfrauentag der Vereinten Nationen gefeiert. Solche Tage fordern  uns alle auf über die Situation der Frau nachzudenken und sich für ihre Entfaltung und die volle Achtung ihrer Würde einzusetzen, damit jede Frau immer und überall die ihre eigenen Fähigkeiten leben und zum Ausdruck bringen kann.
      Ich mache den Frauen Mut zum christlichen und gesellschaftlichen Engagement. Ich widerspreche denen, die meinen, dass Frauen mit christlichen Idealen und  Werten in unserer Zeit ohnehin keine Chance haben. Im Gegenteil: Sie haben heute mehr Chancen als vor Jahren, mit ihren Positionen und Argumenten gehört zu werden.
      Von daher ein Appell an die politischen, zivilen und kirchlichen Obrigkeiten sowie an die internationalen Organisationen, damit sie die notwendige Unterstützung zur Förderung des gebotenen Respekts der Würde und der Rechte der Menschen – Frauen und Männern – bieten, um mit angemessenen Hilfeleistungen deren volle soziale, politische und religiöse Mission zu begünstigen.
      Als wichtige Themen für die Zukunft ist die Suche nach einem zukunftsfähigen Lebensstil von Frauen und Männern. Angesichts dieses großen Zukunftsthemas hätten wir Christen mit dem christlichen Menschenbild, der Christlichen Soziallehre und der jüdisch-christlichen Wertetradition vieles einzubringen.
      „Es ist natürlich einfacher“ – wie der neugewählte Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) Alois Glück kürzlich gesagt hat –  „in den Schutzräumen der eigenen Gesinnungsgemeinschaft zu bleiben, als sich in die öffentliche Debatte, die geistigen Auseinandersetzungen und den Wettbewerb unterschiedlicher Wertvorstellungen einzubringen.“ Veränderungen unserer Gesellschaft sollten nicht als Bedrohung, sondern als Aufgabe betrachtet werden. Unser Wasserburger Burgforum versucht auch die Begegnungen und die Leidenschaft des Nachdenkens zu wecken und zu bestärken; es will zeigen, dass in der Diskussion nicht nur Sätze verhandelt werden, sondern im Austausch von Gedanken etwas auf dem Spiel steht, das uns und unser Leben betrifft. Es will den Nachdenklichen, die sich nicht mit dem Üblichen zufrieden geben, sondern ihre Argumente präzisieren und menschenwürdige Ideale fördern und entwickeln wollen, helfen.
      Darüber wird Dr. Angelika Niebler, am 19. März 2010 bei unserem nächsten Burgforum referieren. Zu diesem Dîner-débat sind alle Interessierten herzlich eingeladen. 

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen, priesterlichen Grüßen
Ihr
Dr. Bogdan Piwowarczyk
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Kartenvorverkauf ab 18. Januar 2010 in allen Geschäftsstellen der Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg a. Inn und unter der Ticket-Hotline 08071-101129 und im Internet: burgforumTicketservice: Wasserburger Burgforum der burgforumKreis- und Stadtsparkasse Wasserburg am Inn
Dr. Bogdan Piwowarczyk
Wo? Wasserburger Burg
Strasse: Auf der Burg 3
PLZ/Ort 83512 Wasserburg am Inn
Landkreis: Rosenheim
Veranstalter: Burgforum in Wasserburg am Inn – Pfarrer Dr. Bogdan Piwowarczyk
Auf der Burg 3
83512 Wasserburg am Inn
Tel. 08071 / 95 95 8
Fax 08071 / 51 08 90
burgforumStadt Wasserburg am Inn -  E-Mail: info@stadt.wasserburg.de
   

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© by Herbert Huber, Bogdan Piwowarczyk, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 1.2.2010