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Europa
Chance Europa: Seelsorger plädiert für Erhalt christlicher Werte
Christine Gerneth, Süddeutsche Zeitung, 6. 3. 2007
   „Europa kann nur bestehen, wenn es klar um seine geistigen Fundamente weiß. Ein Europa ohne geistige Ordnung wird zum Spielball der Mächte.” Mit den Worten des Wiener Kardinals Franz König drückt Bogdan Piwowarczyk das aus, was ihm besonders am Herzen liegt und was er den Menschen näher bringen möchte. Auf Einladung der KAB Glonn referiert der katholische Seelsorger aus Wasserburg zum Thema „Europa muss seine Seele finden”.
   „Europa steht im Brennpunkt der Geschichte, es wird viel über Europa geredet und geschrieben”, beginnt Piwowarczyk seinen Vortrag und fährt gleich mit dem fort, was ihm am meisten stört: „Heute versucht man, aus ökonomischen und politischen Gründen die Nationalstäaten zu vereinen”. Das »Vereinte Europa« müsse mehr sein, als eine gemeinsame Marktordnung, so Piwowarczyk. Kulturelle und spirituelle Bausteine seien unverzichtbar, um das »Haus Europa« zu errichten und eine innere Einheit Europas zu schaffen. Die Zukunft Europas müsse die Herzensangelegenheit aller Menschen sein.
   Deutlich ist in den eindringlichen Worten des 59-jährigen Seelsorger zu spüren, wie wichtig ihm Europa ist. Piwowarczyk sieht sich ohnehin international: „Ich bin Christ, Pole und Europäer – meine Pfarrei ist die ganze Welt, überall wo Menschen sind”. Der in Polen geborene, mehrsprachige Piwowarczyk studierte und promovierte in der Schweiz, ist seit 33 Jahren Priester und seit vielen Jahren als Seelsorger in der Diözese München-Freising beschäftigt. Seine vielen Bücher erschienen in 13 Sprachen.
   Die Globalisierung habe für die Menschen nicht nur Vorteile, sie mache auch Angst. Mit seinen Vorträgen möchte Piwowarczyk die Menschen für Europa begeistern, ihnen zeigen, dass der Zusammenschluss der 27 Mitgliedsstaaten die „einzig effektive Antwort auf die Globalisierung” ist.
   Die jüngste EU-Erweiterung und die EU-Präsidentschaft Deutschlands waren auch für die Glonner KAB der Anlass, deutlich zu machen, dass mit dem Zusammenschluss Europas ein „historisch bedeutsamer Schritt getan wurde”. Eindeutig gegen die Aufnahme der Türkei in den Staatenbund sprachen sich sowohl der Referent als auch KAB-Mitglieder aus. Alle europäischen Christen müssten dafür Sorge tragen, dass das Europa von morgen auf dem Boden von menschlichen Werten steht und nicht zu einem „christlichen Museum” verkomme, so Piwowarczyk: „Mit Respekt und Toleranz, aber auch mit Mut und Konsequenz müssen wir die christlichen Werte einfordern”.
   Besonders bei den jungen Menschen möchte Piwowarczyk für Europa werben, denn sie profitierten am meisten. Begegnungen und Dialoge zwischen den Völkern würden aber über die Verschiedenheit hinweg helfen. Das Wichtigste sei, dass Europa in Frieden lebt – und dass es seine christlichen Wurzeln nicht vergessen.
 © Christine Gerneth, Süddeutsche Zeitung, 6. 3. 2007. Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung

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© by Herbert Huber, Bogdan Piwowarczyk, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany 16.3.2007