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Maria
Dr. Bogdan Piwowarczyk: "Den Weg des Glaubens gemeinsam gehen"
Klerusblatt. Zeitschrift der katholischen Geistlichen in Bayern und der Pfalz. 89 1/2009, S. 17-19
«Wir haben in dieser Zeitstunde deutlich zu machen, dass das Leben in der Kirche, das Leben mit Christus in dieser konkreten Glaubensgemeinschaft eine großartige, ja die beste Alternative ist.» Erzbischof Dr. Reinhard Marx, aus dem Osterfestbrief 2008
   Es ist offenkundig, dass die Pluralität der heutigen Gesellschaft sich in einer Vielzahl kultureller Milieus und Szenen manifestiert, mit vielen Fragen und vielen leicht verderblichen Antworten. In unserer Zeit, in einer zerrissenen Welt, wo verschiedene Götzen verehrt und angebetet werden, bemüht man sich gleichzeitig den Eindruck zu vermitteln, dass alles machbar und käuflich wäre. Zahlreiche Zeitgenossen sehen oft nicht mehr, was in ihrem Leben das Allerwichtigste ist. Gleichzeitig gibt es immer mehr Menschen, die nach dem Unsagbaren fragen, die auf der Suche nach einem Weg sind, der sie durch das Leben führt, der sicher ist und vor allem nicht in einer Sackgasse endet, Es ist sichtbar, dass der Mensch nicht nur vom "Brot allein" lebt und dass sein Geist, sein innerstes Empfinden stets nach mehr verlangt.
"Nichts wird mehr so sein, wie es war..."

   In unserer Zeit erleben wir wieder, wie unser christlicher Glaube vielfach angefochten wird und den schalen Materialismus, der viele Herzen besetzt hält und ihnen gleichsam den Blick zum Himmel raubt. Bis etwas unversehens aufbricht und dann die wirklich existentiellen Fragen sich stellen, sieht man wie die Hilflosigkeit oft grenzenlos ist.

   Kürzlich sagte ein Händler an der New Yorker Börse: "Die Welt, wie wir sie kennen, geht unter ... Nichts wird mehr so sein, wie es war" – und diese Worte gingen in Windeseile rund um die Welt. In der Finanzwelt, aber nicht nur dort, geht die nackte Angst um! Das zeigt eindeutig, was geschieht, wenn der Mensch sich zum eigenen Maßstab nimmt, wenn er sich selbst zum Gott aufspielt. Das mag reizvoll für ihn sein, ist jedoch immer zum Scheitern verurteilt.

   Geld ist nicht alles, wenn wir auch als Christen nicht darauf verzichten können, "denn, wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz" (Mt 6,21). Selbstverständlich, die aktuelle Krise betrifft auch uns Christen, aber wir haben nicht den geringsten Grund und Anlass, diese Weltuntergangsstimmung zu verstärken, sondern vielmehr sollten wir eine Gelassenheit leben, die uns unser Glaube gibt.

   Als Christ rufe ich zu einer Unterstützung all derjenigen politischen und sozialen Kräfte auf, die sich in verantwortlicher Weise um eine Entschärfung der Krise und um eine notwendige Veränderung unserer Denkweisen und des bestehenden Systems bemühen. Als Beispiel: Angesichts der Finanzmarktkrise hat der Erzbischof von München und Freising Reinhard Marx zu einer gesellschaftlichen Grundsatzdebatte aufgerufen. Dies zeigt uns eindeutig, dass wir als Christen diese Situation als eine große Herausforderung annehmen müssen, denn unser Glaube ruft zum Aufbruch, fordert uns heraus. Die Zeit unseres Lebens, unserer christlichen Mission ist Gnade und Geschenk, Auftrag und Anforderung - sie ist der Weg, den Gott uns anbietet, damit wir zum Ziel gelangen. Sie ist der Weg in die Zukunft.

   Heute erleben wir, dass das Christentum aus Tradition sich mehr und mehr zu einem Christentum der Wahl wandelt. Es fällt leichter, vom Vergangenen zu erzählen, als unsere Zukunft zu planen, auch was die Zukunft der Kirche betrifft. Natürlich, wenn wir über die Vergangenheit, über unsere Tradition sprechen, dann haben wir etwas Griffiges, etwas Nachweisbares in der Hand. Die Zukunft haben wir nicht in der Hand. Sie liegt oft im Nebel der Ungewissheit. Dabei sagen Pessimisten: Was kann ich von der Zukunft des christlichen Glauben, der katholische Kirche schon erwarten? Ich habe bisher schon genug an Enttäuschungen erlebt, also erwarte ich mir nichts mehr. Utopisten andererseits bauen sich oft Luftschlösser, sind blind für die Wirklichkeit. Als Christ, als Priester, als Seelsorger so meine ich, bin ich weder das eine noch das andere! Wenn ich meinen christlichen Glauben richtig verstehe, bin ich in jeder Beziehung Realist: Ich setze voll auf die Vergangenheit und vertraue ganz und gar auf die Zukunft und versuche daran das Beste zu tun. Deswegen haben mein Leben und meine Berufung einen tiefen Sinn – meine priesterliche Mission ist voller Hoffnung, trotz aller Enttäuschungen und Zusammenbrüche menschlichen Bemühens.

   Während viele Kirchen aber selten besucht und oft leer sind, füllen sich die Straßen und Plätze mit einem Angebot neuer weltanschaulicher Bewegungen. Diese neuen religiösen Strömungen und die geänderte Denkweise stellen unseren christlichen Glauben und die überkommenen Werte in Frage. Heute wirkt sich auch diese säkularisierende und esoterische Situation im religiösen Leben vieler Christen aus und zielt darauf ab, die Wirklichkeit des lebendigen Gottes immer weiter an den Rand zu drängen. Dazu kommen rückläufige Kirchenmitgliederzahlen, demografischer Wandel, religiöse Gleichgültigkeit und ein neuer kämpferischer Atheismus. Wir müssen zusehen, wie Werte, die unsere Gesellschaft bisher trugen, in Gefahr sind zu zerbrechen und zu verschwinden drohen. Dieser Wandel wird weitergehn, darauf müssen wir uns auch als Christen nüchtern und sachlich einstellen – unser Möglichstes tun und Gott um seine Hilfe bitten.

   Der Glaube wird vermittelt und weitergegeben durch Menschen des Glaubens, durch Gespräche und Begegnungen mit ihnen. Dazu bedarf es freilich auch des intensiven Nachdenkens und Hörens - eine lebendige Spiritualität, damit sich die Botschaft im Inneren einen Platz bereitet und so das Leben eines Menschen zu gestalten beginnt.
Zukunft des Glaubens mit lebendiger Spiritualität

   Wir sind von Gott in einen Dialog gerufen, von einem Gott, der in Jesus Mensch geworden ist. In der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus spricht Gott zu uns Menschen und lädt uns stets ein, auf die „Zeichen der Zeit" zu achten, sie zu deuten und im Geiste des Evangeliums zu handeln.

   Deswegen, wenn man zu den Quellen unseres christlichen Glaubens, zu den tiefen Wurzeln der menschlichen Würde und ihres wahren Gutes zurückkehren will, ist es dringend nötig, zu einem wahren Dialog zu kommen. Solcher Dialog zielt auf das gemeinsame Finden und Anerkennen der Wahrheit – er ist ein Weg der Erkenntnis, auf dem die Menschen sich gegenseitig öffnen und ihre Hoffnung und ihr Sehnen nach Gott, nach Frieden und Gerechtigkeit an den Tag bringen können. So verstandener Dialog ermöglicht echte Begegnung und öffnet den Weg für die Zukunft des Glaubens.

   Nicht nur der gesellschaftliche Wandel und die bedrohliche finanzielle und wirtschaftliche Krise drängen uns, innezuhalten und manches zu überdenken. Was uns Christen wirklich herausfordert, ist die Sendung Jesu selber, an der wir durch Taufe und Firmung Anteil haben, die Jesus durch uns leben und verwirklichen will.

   Jedes Glied der Kirche hat, auf Grund der Taufe und seiner Charismen, persönliche, missionarische Aufgaben in der Kirche. Deswegen ist für eine lebendige Gemeinde und die Weitergabe des Glaubens auch heute das Zusammenwirken von Bischöfen, Priestern und Laien, Männern und Frauen unbedingt notwendig. Dabei sollte man nie vergessen, dass Christen Diener sind, deren sich der Herr bedient, und dass zum christlichen Glaubensleben wesentlich die Weitergabe des Glaubens mit ur-biblischer Oberzeugungskraft gehört. Als solche, als Diener Gottes und der Menschen sollten wir immer unsere christliche Identität zu bewahren und zu vermitteln suchen in einer Welt, wo eine Identitätskrise das eigentliche Grundgefühl des heutigen Menschen markiert.

   Christlicher Glaube ist keine Privatsache – nur in der Gemeinschaft, im vertrauensvollen Miteinander aller, kann sinnvolle Erneuerung wachsen. Dabei sind nicht Worte. nicht Programme und Strukturen Patentlösungen für unsere Zeit, sondern gelebter Glaube und zuverlässige Liebe. Das erfordert, unser Gebetsleben noch mehr zu intensivieren und mit der Hilfe unseres Herzens und unseres Verstandes zu begreifen, worum es bei dem "Geheimnis unseres christlichen Glaubens" geht. Nur so werden wir auch in der Lage sein, unseren Glauben überzeugend weiterzugeben, weil wir gefordert sind, durch persönliches Zeugnis Menschen für Christus zu gewinnen. So sind wir eingeladen mit Jesu Augen sehen zu lernen, mit seinen Gedanken vertraut zu werden, seinen Willen zu suchen und zu tun, und vor allem mit ihm geistlich tief verbunden sein.

   In diesem Geist hat Erzbischof Reinhard Marx im Erzbistum München und Freising mit einem "Zukunftsforum" unter dem Motto "Dem Glauben Zukunft geben", eine geistliche Neuorientierung und Neustrukturierung der Pastoral eingeleitet. Mit diesem Prozess lädt er uns alle ein, diesen Weg gemeinsam zu gehen. "Dies kann nicht einer Debatte in kleinen Zirkeln oder allein den Verantwortlichen im Ordinariat überlassen bleiben, sondern bedarf dazu eines umfassenden Konsultationsprozesses".
Die Kirche immer erneuern
  
   Um den Glauben je neu in der Zeit zu verkünden, geht die Kirche, „immer sich erneuernd", ihren Weg, wie es uns das Zweite Vatikanische Konzil sagte. Deswegen sieht Erzbischof Marx in dem von ihm einberufenen Forum eine Chance und einen Anstoß, sich auf breiter Basis der Frage zu stellen, wie gemeinsam realisiert werden kann, in der heutigen Zeit Kirche zu sein und die Botschaft Jesu zeitgemäß zu verkünden. Der Hirte lädt uns dazu ein, offen und nicht unter dem Vorbehalt von Misstrauen, sondern in Einmütigkeit und gegenseitigem Vertrauen, in diesen Prozess einzutreten, den er als "Kristallisationspunkt für den Dialog" wertet.

   Dieses Unternehmen, das in einem zweijährigen Kommunikationsprozess praktische Empfehlungen für eine geistliche Neuorientierung und Neustrukturierung der Seelsorge in den Pfarreien und Dekanaten der Erzdiözese München und Freising erarbeiten soll, ist am 11. Oktober 2008, im Freisinger Kardinal-Döpfner-Haus von Erzbischof Reinhard Marx eröffnet worden. Der Erzbischof wünscht sich, dass dieses "Zukunftsforum", wie auch der angestrebte begleitende Kommunikationsprozess, in allen Bereichen des kirchlichen Lebens in einer „geistlichen Dimension" bleiben. Es darf keine "strukturelle Bastelstube" sein, denn die Sendung der Kirche bestimmt die Strukturen, nicht die Strukturen die Sendung.

   Bei dem ersten von vier vorgesehenen Treffen befasste sich das Forum damit, wie die vielfältigen Lebenssituationen heutiger Menschen und damit die "Zeichen der Zeit" als Herausforderung für die Seelsorge zu sehen seien. Diese Analyse soll beim nächsten Treffen des Forums im Frühjahr 2009 noch vertieft werden. Im Herbst 2009 sind dann Workshops und Fachgespräche vorgesehen, die zu konkreten Konzepten führen sollten. Das abschließende letzte Treffen im Frühjahr 2010 soll dann ein Paket mit Handlungsempfehlungen für den Erzbischof verabschieden.

   Erzbischof Reinhard Marx formulierte vor den ca. 140 Teilnehmern des repräsentativ mit Frauen und Männern aus allen Verantwortungsbereichen des kirchlichen Lebens im Erzbistum zusammengesetzten Forums seinen Wunsch: er wünsche sich dabei vor allem Offenheit und Dialogbereitschaft und plädiert für den angestrebten Kommunikationsprozess auf allen Ebenen.

   Wörtlich sagte Erzbischof Marx: "Gemeinsam wollen wir uns an diesem Prozess beteiligen, der die Seelsorge in unserem Erzbistum verbindlich neu orientieren und neu strukturieren soll. Außerdem ist es das Ziel dieses Prozesses, Schwerpunkte und Vereinbarungen für die Seelsorge in den kommenden Jahren zu entwickeln und zu beschließen ...
Ich bitte Sie, als ihr Erzbischof, sich mit dem Projekt »Dem Glauben Zukunft geben« zu beschäftigen. Es ist eine Chance, dass die Kirche in unserem Erzbistum auch künftig den Auftrag Jesu erfüllen kann, Menschen für den Glauben zu gewinnen und zu begeistern. Es geht um viel mehr als nur um Strukturen.
Als getaufte und gefirmte Christen bitte ich Sie, diesen Weg mit zu gehen. Informieren Sie sich über die wichtigsten Inhalte des Projektes und die Möglichkeiten, sich dabei selbst einzubringen. Mit Ihrer Mitarbeit und Ihrem Gebet können Sie einen wichtigen Beitrag leisten und durch Ihr Engagement dem Glauben in unserem Erzbistum Zukunft geben ...".

   Diese einladenden Worte des Erzbischofs sollten uns nicht gleichgültig lassen, wenn wir selbst tief an Gott glauben und wenn wir seine Kirche und unseren Mitmenschen lieben!
Unsere Mission in der Kirche Jesu Christi heute
   
   Wir wissen, dass die Gestalt der Kirche und der Pastoral in der Zukunft sich sicher wandeln wird, wie sie sich stets erneuert hat. Auch die Mission der Kirche  ihre Verkündigung wird anders als zuvor sein, nicht nur und zuerst am Mitchristen ausgerichtet, sondern an allen Menschen, mit denen wir das Leben teilen. Sie werden sich dem Evangelium dann zuwenden, wenn sie erkennen, dass ihr eigenes Leben davon berührt ist, dass es um das Heilsein des ganzen Menschen geht. Die Kirche muss die vlenschen ermutigen, Freude am Leben znd den vollen Sinn des Lebens zu vernitteln, sowie einen tiefen Glauben zu begründen. Sie sollte heute, jenseits iller modischen Miesmacherei, mutig Toranschreiten und Hoffnungsträger auch im dritten Jahrtausend bleiben. Diese Quellen der Erneuerung bleiben erhalten, denn ohne sie würden alle Reformen zum gleißenden Strohfeuer.

   Schauen wir zu Gott und zu den Mitmenschen! Versuchen wir voll Vertrauen immer und überall die suchenden Menschen für die Sache Jesu zu begeistern! Zeigen wir, dass unser hoffnungsvoller Glaube nicht an der Welt vorbei geht, sondern den Weg in die Zukunft weist! Dieser Glaube vermittelt uns das Wissen um die Nähe Gottes und bewahrt uns vor zahlreichen falschen Propheten und Rattenfängern, denen wir begegnen. Als Priester, als Seelsorger bemühe ich mich auf meine Art und Weise, meinen Glauben und den der Mitmenschen zu beleben. Andererseits scheue ich mich nicht, meinen Glauben den Lehrströmungen und Ideologien, die unsere Zeit mit sich bringt, wenn nötig, gegenüberzustellen. Es ist dringend nötig, ein feines und überzeugtes Gespür für die Mission der Kirche Jesu Christi unter den Menschen zu verbreiten. Es geht nicht darum, jemanden zu bekämpfen, sondern etwas zu gewinnen, ohne zu fürchten, zunächst einmal unverstanden zu bleiben oder zu schockieren durch Gedanken, die nicht im Trend liegen. Dies tue ich, weil ich tief an Gott glaube und seine Kirche liebe. Aus dieser Einstellung heraus kann ich vertrauensvoll in die Zukunft blicken – offen für Gott und für die Menschen leben.

   In unserem Bewusstsein muss bewahrt bleiben, dass zum christlichen Glauben die existentielle Entscheidung gehört: das Wagnis und die Liebe zur Kirche Jesu Christi. Deswegen plädiere ich für eine offene Kirche, die bereit ist, sich auf Neues einzulassen und  wie einst Abraham Schritte ins Ungewisse zu wagen. Dieses ist und war nicht nur ein blindes Wagnis, sondern das Wagnis aus dem Glauben, aus der Hoffnung und der Liebe. Das ermöglicht, in der Kirche strittige Themen offen zu diskutieren, glaubwürdige Zeugen unseres Glaubens zu sein, den Menschen zu zeigen, wie viel Kraft und Dynamik der christliche Glaube entwickeln kann auch in der heutigen Zeit der zahlreichen Krisen.

   In einer Zeit, wo so viele Menschen nicht mehr mit Gott, mit dem Himmel rechnen, ist es Hauptaufgabe der Kirche, die Menschen immer neu an Gottes Heilsangebot in Jesus Christus zu erinnern. Menschen, die aus dem christlichen Glauben leben, haben vom Evangelium her den Auftrag, ihren Glauben, ihre Erfahrungen auch anderen mitzuteilen. Tatsächlich geschieht dies ununterbrochen durch Frauen und Männer seit 2000 Jahren. Wir sollten, wie damals der Apostel Paulus, der auf die Agora im alten Athen gegangen ist und den Menschen seiner Zeit von jenem unbekannten Gott gesprochen hat, dies auch tun – auf der "modernen Agora" der heutigen Welt, zu den suchenden, fragenden, zweifelnden Menschen gehen und ihnen sagen: Es gibt eine lebendige Wahrheit, der Sinn des Lebens kann nicht gemacht, sondern muss gefunden werden.

   Heute ist es aber dringend nötig, eine neue Form der Evangelisierung zu finden, welche die Menschen berührt, die nie in die Kirche kommen. Gott ist es, der uns ruft, uns leitet und uns auch in verzweifelter Lage gewiss sein lässt, dass wir keinem Untergang entgegen gehen. Von daher hat jeder Getaufte, jeder Christ eine für ihn von Gott vorgesehene persönliche Berufung. Deswegen ist eine "Erneuerung der Herzen" notwendig, wenn diese höchste Hürde in unseren Herzen genommen werden soll. Wir brauchen dringend mehr Kommunikation statt Konfrontation, mehr Offenheit und gegenseitiges Vertrauen. Das ist sicher eine große Herausforderung. Sie bedeutet Beseitigung von Vorurteilen und Feindschaften. 
Jesus Christus gibt Orientierung

    Jesus Christus lädt immer ein, den Blick in die Zukunft zu richten, d. h. eine zukunftsoffene Kirche zu sein, als solche reich an Verheißungen für die nachwachsenden Generationen.

    Die Botschaft Gottes kann nur wahrgenommen werden, wenn gläubige Menschen von Gott reden und Gottsuchende hören wollen. Sie werden Gott nur finden, so weit wir für sie Wegweiser sind und glaubwürdig mit Gott durch das Leben gehen. Deswegen ist für alle, die auf der Suche nach dem Sinn des Daseins sind, eine neue Orientierung möglich, wenn wir als Christen die Wahrheit des Evangeliums mit Respekt und Toleranz, aber auch mit Überzeugung und Mut verkünden und zu leben versuchen.

    So wünsche ich uns Christen weniger oberflächliche Kritik in der Kirche sondern mehr Geborgenheit und Gebet, Bescheidenheit und die Gabe des ausführlichen Zuhörens. Es ist so notwendig, dass wir das Positive gegen das Negative, das Gute gegen das Böse, das Erreichte gegen das Missglückte, die Freude gegen das Leid, das Licht -die Hoffnung gegen die Schatten und Enttäuschungen einsetzen, sowie uns an Barmherzigkeit erinnern und aus der Liebe handeln.

    Heute brauchen wir Christen dringend diese Zuversicht, die der heilige Paulus so wunderbar in Worte gefasst hat: "Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? ... Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? ... All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn" (Röm 8,31-39).

   Um dieses richtig zu verstehen und zu erfüllen, brauchen wir unbedingt Gottes Segen, denn Segen ist das große uneingeschränkte Ja Gottes zum Menschen, Ausdruck seiner Liebe und Treue, seine Leuchtspur in unserem Leben und Handeln. Durch seinen Segen bejaht Gott jeden von uns ganz persönlich als sein Geschöpf, berührt uns mit seiner Lebenskraft, mit seinem Heiligen Geist.

   Machen wir uns nun gemeinsam vertrauensvoll und frohen Mutes zum weiteren Weg unserer Mission auf. Jetzt ist die Zeit gemeinsam zu handeln, Hoffnung auszustrahlen, Zeugnis zu geben, nicht aufzugeben, nach vorne zu schauen, sich mit allen Kräften anzustrengen und Gott zu bitten, bei unserem Tun mitzuwirken, es zu vollenden.

   Jesus Christus sagt uns: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt" (Mt 28,20). Gehen wir also mit dieser Zusage Jesu aufeinander zu. Machen wir uns nun, als von ihm begeisterte, überzeugte Christen auf diesen Weg und vergessen wir nie, dass nur derjenige, der selbst von der Wahrheit und der Schönheit des christlichen Glaubens überzeugt ist, andere Mitmenschen überzeugen kann! Nur so werden wir in der Lage sein, unseren Glauben überzeugend weiterzugeben, d. h. "Dem Glauben Zukunft geben".
Anschrift des Autors: Innhöhe 5, 83512 Wasserburg am Inn
Piwowarczyk Anfang

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© by Herbert Huber, Bogdan Piwowarczyk, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 17.10.2009