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Europatag
Europatag in Wasserburg am Inn 2004
am Samstag, dem 24. April 2004 mit Pfarrer Dr. Bogdan Piwowarczyk - Tel. 08071/ 95 95 8, Bogdan Piwowarczyk
Bogdan Freude über ErweiterungBogdan Einladung
„Jugend muss Europa leben” - In wesentlichen Fragen Einigkeit bei Wasserburger Europatag
Wasserburg (ke) - Wenn der altehrwürdige Wasserburger Rathaussaal mit mehr jungen als älteren Besuchern besetzt ist, dann ist entweder Sportlerehrung – oder Europatag. Am Samstag feierte die Stadt den Beitritt von zehn neuen Ländern in die Europäische Union am 1. Mai schon einmal vor und durfte sich dabei über drei Dinge freuen: ein junges Publikum, eine Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Teilnehmern und ein unterhaltsames Nachmittagsprogramm auf dem Kirchenplatz.
    Zwar verließ ein Großteil der Jugend den Saal bald, nachdem Schüler der Hauptschule Wasserburg die Europahymne zum Besten gegeben und sich auf der Bühne zwischen Politikern und Vertretern der Stadt eine Diskussion entfacht hatte. Doch schon die kurzzeitige Anwesenheit von Jugendlichen stieß bei allen Beteiligten auf Zustimmung.
    „Alles, was jetzt in Bezug auf Europa geplant wird, wird von den heutigen Kindern und Jugendlichen einmal ausgeführt und gelebt werden”, so Franz Maget, der Fraktionsvorsitzende der bayerischen SPD im Laufe der von Pfarrer Dr. Bogdan Piwowarczyk geleiteten Diskussion. „Das neue Europa wird den jungen Menschen mehr Möglichkeiten bieten als den Generationen davor.”
    Schüler der Grund- und Teilhauptschule Reitmehring hatten vor der Debatte mit den 25 Fahnen der derzeitigen und zukünftigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einen eindrucksvoll bunten Hintergrund für die Begrüßung durch Michael Kölbl gebildet. Der Wasserburger Bürgermeister betonte, dass der Beitritt der zehn Staaten ein Festtag sei, trotz der Skepsis, mit der viele Bürger diesem Ereignis entgegensehen würden. Nur dem Zusammenwachsen Europas sei es zu verdanken, dass es seit fast 60 Jahren keinen Krieg mehr zwischen den jetzigen Mitgliedsstaaten gegeben habe und die ehemaligen Ostblockstaaten demokratisiert worden seien. Auch aus wirtschaftlichen Gründen sei es unerlässlich für Deutschland, sich Europa zu öffnen. „Es wäre fatal, wenn man sich als Exportweltmeister da verschließen würde.”
    Die Diskussionsteilnehmer sprachen sich alle für eine Erweiterung Europas aus. An der Frage, was denn einen Europäer ausmache, wo Europa denn beginne und wo man die Grenzen ziehen solle, schieden sich allerdings die Geister, vor allem in Bezug auf die Türkei. Bernd Posselt, Europa-Abgeordneter der CSU, wollte der Türkei die Funktion eines „Brückenlandes” zukommen lassen. Adil Oyan, Stadtrat der Grünen, vertrat dagegen die Meinung, einem Land, das seit Jahrzehnten im Europarat vertreten sei, könne man nicht die Tür vor der Nase zuschlagen. Er riet daher zu einer objektiven Auseinandersetzung. Letztlich würde die Frage, ob die Türkei wichtige Kriterien wie Demokratie und die Wahrung der Menschenrechte erfülle, über deren Aufnahme entscheiden, was Jürgen Gmelch von der Europäischen Kommission bestätigte.
    Einig waren sich alle Teilnehmer der Diskussion wieder in dem Punkt, dass die Bürger viel zu wenig über das Thema Europa wüssten und viele aufgrund der „Skandale” rund um das EU-Parlament an dessen Handlungsfähigkeit zweifelten. Dass es auch in Bezug auf die geographischen Europa-Kenntnisse der Bürger erhebliche Defizite gibt, wussten Schülerinnen der FOS Wasserburg zu berichten, die in Eigeninitiative einen Fragebogen entwickelt hatten, den sie während des ganzen Tages verteilten und in dem sie unter anderem nach europäischen Hauptstädten fragten. Nach der Diskussion im Rathaussaal sorgte zunächst die Kindertrachtengruppe aus Griesstätt auf dem Marienplatz für heimatliche Gefühle. Anschließend bildeten Elaine und Chris Hyde mit irischen Liedern den Auftakt für das internationale Nachmittagsprogramm, für das man sich vielleicht etwas mehr Interesse gewünscht hätte. Die Flamencotänzerinnen von „Poco Andaluz” und „The Schottenrock Pipers” (zusammen mit den Wasserburger Fahnenschwingern) sorgten für musikalische Untermalung, während das Stück „Aquaropolis” des Wasserburger Theaterkreises auf eindrucksvolle Weise einen Schnellüberblick über die Geschichte und das Zusammenwachsen Europas gab.
    Ein gut besuchter mehrsprachiger Gottesdienst unter der Leitung von Dr. Bogdan Piwowarczyk, der den Europatag auch initiiert hatte, rundete das Programm ab.
© Wasserburger Zeitung, 26. April 2004; mit freundlicher Genehmigung
Bogdan Anfang
Freude über Erweiterung
„Ich spüre vor allem Freude”, so Dr. Bogdan Piwowarzcyk, den als gebürtigen Polen die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union natürlich besonders bewegt. Aber der 56-jährige katholische Seelsorger, aufgewachsen in Polen, studiert und promoviert in der Schweiz, französischsprachig, seit vielen Jahren beschäftigt in der Diözese München-Freising, sieht sich ohnehin eher international: „Meine Pfarrei ist die ganze Welt, überall wo Menschen sind.” Für ihn sei das Wichtigste, dass Europa in Frieden lebt – und dass es seine christlichen Wurzeln nicht vergisst. In Wasserburg, so findet er, könne man jedenfalls wirklich europäisch leben: „Das ist eine offene Stadt.”
© Wasserburger Zeitung, 17. April 2004; mit freundlicher Genehmigung
Bogdan Anfang
eu Einladung zum E U R O P A T A G in Wasserburg am Inn
am Samstag, dem 24. April, ab 10.00 Uhr am und im Rathaus
Liebe Mitbürger,
am 1. Mai 2004 treten der Europäischen Union zehn neue Staaten (Zypern, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn) bei. Die Integration der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu einer europäischen Gesellschaft ist nicht nur eine wirtschaftliche und eine politische, sondem in hohem Maße auch eine kulturelle Aufgabe.
    Dieser Beitritt überwindet die Nachkriegs-Ordnung, hebt die Trennung in Ost und West auf und stellt die Weichen zur endgültigen Einigung Europas. Deswegen ist es absolut notwendig, dass wir uns mit unserer Geschichte und Tradition auseinandersetzen und die berühmte Gretchenfrage aus Goethes Faust, auf die aktuelle politische Diskussion über Europa übertragen: „Europäer, wie haltet ihr es mit Europa?” – Das ist eine sehr wichtige Frage, auf die jeder Europäer gewissenhaft antworten sollte. Wie unser Europa, unsere Gesellschaft aussehen wird, hängt von jedem von uns ab.
Weil die Menschen geschaffen sind, um im Frieden statt in Tod und Hass zu leben, haben sich die „Väter Europas” entschieden, die Einheit in der Vielfalt zu suchen – eine Einheit als Ausdruck des Willens zu einem Leben in Demokratie, Frieden und Freiheit – in voller Gemeinschaft.
    Mehr als ein Kontinent ist unser Europa ein Zeichen der Hoffnung, berufen, die Idee von Freiheit und Menschenwürde in der Welt zu vertreten. Hierbei spielt auch der christliche Glaube eine entscheidende Rolle. Auf dieser Grundlage konnte die große europäische Kultur bis jetzt wachsen und sich entwickeln.
    Die aktuelle tiefe Beunruhigung der internationalen Gemeinschaft erfordert mitmenschliche Verbindungen, Sympathie, Freundschaft und Solidarität zwischen den Völkern. Das Bekenntnis zur Gemeinsamkeit brauchen wir!
    Wasserburg a. Inn hat seit jeher eine europäische Dimension, deshalb darf unsere Stadt so große Ereignisse, wie die EU-Erweiterung, nicht verpassen. So haben wir uns entschieden, aus diesem Anlass einen Europatag hier zu organisieren. Wir wollen uns begegnen, um gemeinsam zu feiern und mit unseren politischen Vertretern und Verantwortlichen über Europa diskutieren.
    Deswegen laden wir alle Bürgerinnen und Bürger, von Nah und Fern, sehr herzlich zu einer außergewöhnlichen Begegnung bei diesem Europatag am Samstag, dem 24. April, ab 10:00 Uhr am Rathaus in Wasserburg a. Inn ein und freuen uns schon darauf, Sie alle begrüßen zu dürfen.
    Mit freundlichen europäischen Grüßen
    Ihre
Michael KÖLBL,
Erster Bürgermeister, deutscher Europäer
Dr. Bogdan PIWOWARCZYK,
Katholischer Priester, polnischer Europäer
europa Anfang
Musikalisches- und kulturelles Programm
10.00 - 11.00 Uhr Eröffnungskonzert mit der Stadtkapelle Wasserburg am Inn vor dem Rathaus
11.00 - 13.00 Uhr Podiumsdiskussion im historischen Rathaussaal:
• Eröffnung des Europatages und Begrüßung (Herr Bürgermeister Michael Kölbl)
• Wort zur Europahymne (Herr Hauptschulrektor Gerhard Ruß)
• Europa-Hymne (Jugendchor der Hauptschule Wasserburg am Inn, unter Leitung von Herrn Kai Hunklinger)
• Symbolische Begrüßung der neuen Beitrittsländer (Schulkinder der Reithmehringer Grundschule unter Leitung von Frau Barbara Hinterberger)
• Einleitung und Moderation bei der Podiumsdiskussion (Dr. Bogdan Piwowarczyk)
* Auf dem Podium sitzen: Bernd Posselt, Europa-Abgeordneter und Präsident der Paneuropa-Union Deutschland; Franz Maget, Fraktionsvorsitzender der bayerischen SPD; Jürgen Gmelch, Europäische Kommission; Adil Oyan, Grüne/Bündnis 90, Stadtrat und im Landesvorstand; Gerhard Ruß, Hauptschulrektor; Michael Kölbl, Bürgermeister; Dr. Bogdan Piwowarczyk, kath. Priester.
Anschließend werden am Rathaus ab ca. 13.00 bis ca. 16.45 Uhr Künstler, Jugendliche, Vereine und Verbände singen, musizieren, Theater spielen, ihre Stände bauen und mit den Menschen über Europa reden...
Ab ca. 13.00 Uhr
• Tanz der Kindertrachtengruppe aus Griesstätt
• Englische Musik und Lieder (Chris und Elaine Dyde von Edling)
Wasserburger Fahnenschwinger und Spielleute (unter Leitung von Herrn Willibald Atzenberger)
• Lektüre über Europa (Frau Barbara Hinterberger)
• „Poco Andaluz” (Flamenco und Tänze Andalusiens mit Liza Christandl und Nadja Merker)
Ab ca. 14.15 Uhr
Schulchor der Realschule Wasserburg (unter Leitung von Frau Cornelia Linnhoff)
Ab ca. 14.45 Uhr
• Theaterstück „Aquaropolis”, Theaterkreis Wasserburg e. V. (unter Leitung von Herrn Albert Sturm)
Ab ca. 15.30 Uhr
Bläser Quartett (unter Leitung von Herrn Heinz Radzischewski)
Ab ca. 16.00 Uhr
„Herzog-Musi Gruppe” - bayerische Musik (unter Leitung von Frau Claudia Geiger)
Ab ca. 16.30 Uhr
The Schottenrock Piper (unter Leitung von Herrn Hans Bodmeier)
Um 17.00 Uhr
• Heilige Messe mit Pfarrer Dr. Bogdan Piwowarczyk in verschiedenen Sprachen in der Pfarrkirche St. Jakob. Der Kirchenchor singt die Messe in E-Dur op. 192, „Misericordias Domini” von Gabriel Joseph Rheinberger und den 117. Psalm in kirchenslawischer Sprache von Arvo Pärt unter der Leitung von Elmar Ringel.
Ab 18.00 Uhr • Pause
20.00 Uhr Konzert im historischen Rathaussaal
ELIAS Oratorium für Soli, Chor und Orchester von Felix Mendelssohn- Bartholdy
Grassauer Blechbläser
Bach Collegium Wasserburg
Wasserburger Bach-Chor
Musikalische Leitung: Frau Angelica Heder-Loosli
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Europatag ein »großes Ereignis«
WASSERBURG. Ein ganzs und gar »herrlicher Tag« war der Europatag in Wasserburg, nicht nur für Pfarrer Bogdan Piwowarczyk, der die Veranstaltung angestoßen hatte. Über 500 Men schen, darunter ein beachtlicher Teil Jugendlicher, genossen ein buntes, europäisches Programm im und um das Rathaus. Pfarrer Piwowarczyk freute sich vor allem über das beeindruckende Engagement der vielen Schüler. Zum Abschluss wurde in der voll besetzten Pfarrkirche ein Gottesdienst gefeiert, bei dem die Fürbitten in 17 Sprachen vorgetragen wurden.
© sar; mit freundlicher Genehmigung. Münchner Kirchenzeitung 97.20, 16. Mai 2004
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Europatag
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© by Herbert Huber, Bogdan Piwowarczyk, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 1.6.2005