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Bogdan
Bogdan Piwowarczyk: Leszek Kolakowski. Zeuge der Gegenwart
Ulm: Hess, 2000. 200 S. Vorwort Adolf Hampel. Reihe: Texte zum Ost-West-Dialog 13. Rudolf Grulich, Adolf Hampel Hg.
Wer sich bereits seit Jahrzehnten mit Ostmitteleuropa und den Strömungen im Marxismus beschäftigt hatte, stieß früh auf den Namen Leszek Kolakowski: Er war ein nach Stalins Tod noch junger Philosoph, der zu den ersten gehörte, die sich von ehemaligen Stalinisten zu demokratischen Sozialisten entwickelten. Kolakowski hatte die Erstarrung des Marxismus zu einer versteinerten Institution erkannt, die nur noch auf dem Verordnungsweg und nicht mehr durch Besinnung auf die geistigen und moralischen Grundlagen des Kommunismus über Wahrheit und Irrtum entschied. So unterschied Kolakowski zwischen einem Kommunismus der Macht und einem des Geistes, zwischen Institutionellem und intellektuellem Marxismus. Er wurde zum Begründer einer "neuer Linken", die (nach seinen eigenen Worten in der polnischen Studentenzeitschrift Po prosiu vom Februar 1957) "in jenem Augenblick entstand, als man sich des Bestehens einer neuen Rechten bewusst wurde. Die frühere Linke degenerierte und etablierte sich als Rechte – wofür die Geschichte des Stalinismus ein lehrreiches Beispiel bietet". Über diesen Philosophen hat nun der in Deutschland als Seelsorger wirkende und in der Schweiz promovierte polnische Priester und Buchautor Bogdan Piwowarczyk ("Ich glaube, also bin ich") ein Buch vorgelegt, das in der Reihe "Texte zum Ost-West-Dialog" erschien. Es zeichnet einfühlsam und kenntnisreich den geistigen Entwicklungsgang Kolakowskis. Mit seiner Theorie des moralischen Konfliktes schuf Kolakowski eine philosophische Begründung des intellektuellen Marxismus. Für ihn gab es jenseits und außerhalb aller politischen Richtungen alte unabänderliche Werte, die für jeden Menschen zu gelten haben: Werte wie Nächstenliebe und Hilfe für Schwache. Kolakowski und seine Anhänger glaubten, dadurch dem Kommunismus eine neue moralische Basis geben zu können. Echtes soziales Engagement sollte moralisch und der Humanität verpflichtet sein. Als Kolakowski später Probleme mit dem politischen System bekam, aus der Partei entfernt wurde und in Warschau nicht mehr lehren durfte, ging er im Ausland seinen intellektuellen Weg konsequent weiter. Darüber informiert dieses Buch. DerAutor hat sich in der Heimat, aber auch als Studentenpfarrer in der Schweiz und als Sonderseelsorger in Deutschland mit dem Philosophen beschäftigt und kennt ihn auch persönlich. Dr. Piwowarcyzk zeigt auf, woher sich der große Einfluß Kolakowskis auf das Denken und Fühlen nicht nur der ostmitteleuropäischen Intelligenz erklärt: Kolakowski ist nicht nur Philosoph, sondern auch Schriftsteller und Dichter, vor allem aber ein bedeutender Zeuge unserer Gegenwart. In seiner Mittlerfunktion zwischen Ost und West ist Kolakowski einzigartig. So wie er im Osten als freiheitlicher Marxist für das Individum eintrat, blieb er im Westen ein scharfsinniger Kritiker der Gesellschaft. Mit großem Einfühlungsvermögen stellt Piwowarczyk die Stationen der Reise Kolakowskis vor, der vom Atheismus ausging, um über die menschlichen Grundwerte die transzendentalen Quellen des Sinns der Kulturen und den Namen Gott zu entdecken.
Rudolf Grulich: "Ein Zeuge unserer Gegenwart". PUR magazin 5/2003; mit freundlicher Genehmigung
Der polnische Priester Piwowarczyk stellt den Philosophen Kolakowski vor
Wer sich bereits seit Jahrzehnten mit Ostmitteleuropa und den Strömungen im Marxismus beschäftigt hatte, stieß früh auf den Namen Leszek Kolakowski: Er war ein nach Stalins Tod noch junger Philosoph, der zu den ersten gehörte, die sich von ehemaligen Stalinisten zu demokratischen Sozialisten entwickelten. Kolakowski hatte die Erstarrung des Marxismus zu einer versteinerten Institution erkannt, die nur noch auf dem Verordnungsweg und nicht mehr durch Besinnung auf die geistigen und moralischen Grundlagen des Kommunismus über Wahrheit und Irrtum entschied. So unterschied Kolakowski zwischen einem Kommunismus der Macht und einem des Geistes, zwischen institutionellem und intellektuellem Marxismus. Er wurde zum Begründer einer »neuen Linken«, die (nach seinen eigenen Worten in der polnischen Studentenzeitschrift Po prostu vom Februar 1957) »in jenem Augenblick entstand, als man sich des Bestehens einer neuen Rechten bewußt wurde. Die frühere Linke degenerierte und etablierte sich als Rechte – wofür die Geschichte des Stalinismus ein lehrreiches Beispiel bietet.«
Über diesen Philosophen hat nun der in Deutschland als Seelsorger wirkende und in der Schweiz promovierte polnische Priester Dr. Bogdan Piwowarczyk ein Buch vorgelegt, das in der Reihe »Texte zum Ost-West-Dialog« erschien. Es zeichnet den geistigen Entwicklungsgang Kolakowskis. Mit seiner Theorie des moralischen Konfliktes schuf Kolakowski eine philosophische Begründung des intellektuellen Marxismus. Für ihn gab es jenseits und außerhalb aller politischen Richtungen alte unabänderliche Werte, die für jeden Menschen zu gelten haben: Werte wie Nächstenliebe und Hilfe für Schwache. Kolakowski und seine Anhänger glaubten, dadurch dem Kommunismus eine neue moralische Basis geben zu können. Echtes soziales Engagement sollte moralisch und der Humanität verpflichtet sein.
Als Kolakowski später Probleme mit dem politischen System bekam, aus der Partei entfernt wurde und in Warschau nicht mehr lehren durfte, ging er im Ausland seinen intellektuellen Weg konsequent weiter. Darüber informiert dieses Buch. Der Autor hat sich in der Heimat, aber auch als Studentenpfarrer in der Schweiz und als Sonderseelsorger in Deutschland mit dem Philosophen beschäftigt und kennt ihn auch persönlich. Dr. Piwowarczyk zeigt auf, woher sich der große Einfluß Kolakowskis auf das Denken und Fühlen nicht nur der ostmitteleuropäischen Intelligenz erklärt: Kolakowski ist nicht nur Philosoph, sondern auch Schriftsteller und Dichter, vor allem aber ein bedeutender Zeuge unserer Gegenwart. In seiner Mittlerfunktion zwischen Ost und West ist Kolakowski einzigartig. So wie er im Osten als freiheitlicher Marxist für das Individuum eintrat, blieb er im Westen ein scharfsinniger Kritiker der Gesellschaft. Mit großem Einfühlungsvermögen stellt Piwowarczyk die Stationen der Reise Kolakowskis vor, der vom Atheismus ausging, um über die menschlichen Grundwerte die transzendentalen Quellen des Sinns der Kulturen zu entdecken.
Der Autor hat im Haus St. Johann bereits Exerzitienkurse gegeben und beim Priesterwerk sein Buch über sein Ja zum Priesterberuf veröffentlicht.
3/2000; mit freundlicher Genehmigung
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bogdan bogdanBogdan Piwowarczyk: Leszek Kolakowski. Zeuge der Gegenwart. Ulm: Hess, 2000. 200 S. Vorwort Adolf Hampel. Reihe: Texte zum Ost-West-Dialog 13. Rudolf Grulich, Adolf Hampel Hg.

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© by Herbert Huber, Bogdan Piwowarczyk, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 31.5.2005