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Vers�hnung
Dr. Bogdan Piwowarczyk: "Spiel mit dem Teufel – I. Teil"
Klerusblatt. Zeitschrift der katholischen Geistlichen in Bayern und der Pfalz. 90 8/2010, S. 188-190
Piwowarczyk Spiel mit dem Teufel – II. Teil

»Er hat Böses im Sinn ...
Er gräbt ein Loch, er schaufelt es aus, 
doch er stürzt in die Grube, die er selber  gemacht hat.
Seine Untat kommt auf sein eigenes Haupt,
seine Gewalttat fällt auf seinen Scheitel zurück«  (Ps 7,15-17)
   Gewiss, es gibt viel Chaos in uns und um uns herum: persönliches, moralisches, politisches, soziales Chaos. Unser Handeln ist auch oft unerklärlich und schwer zu verstehen! Über solchen Zustand hat schon der heilige Paulus geklagt: „Ich begreife mein Handeln nicht: ... ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will" (Röm 7,15a.19). Das gibt zu denken und stellt Fragen.
Frage nach dem „Warum" und „Woher" des Bösen
  
   Tatsächlich sind wir Menschen stark und gleichzeitig schwach, ebenso zum Guten begabt wie zum Bösen fähig, mit gleichem Drang aufzubauen wie zu zerstören. Wir spüren, dass wir mit den "dunklen Kräften" – den Kräften des Bösen und der Lüge – in unserer irdischen Existenz konfrontiert sind. Wir erleben tagtäglich, dass es diese negativen Kräfte gibt, die Menschen ergreifen und dazu bringen können, Liebe und Freundschaft, Vertrauen und Glauben zu zerstören, Schmerzen zu bereiten, das Leben eines anderen für unwert zu erklären und zu zerstören ... Von daher kommen viele Fragen, u. a. die Frage nach dem "Warum" und "Woher" des Bösen? In der Tat, solche Fragen zu stellen ist und bleibt für alle Menschen von existentieller Bedeutung. So haben sich zu allen Zeiten mit ihr zahlreiche Menschen, ganz besonders Theologen, Philosophen und Dichter beschäftigt und sie werden sich weiter damit beschäftigen.
   Damit auch wir bei dieser Reflexion weiter kommen können, sind wir eingeladen, oder anders gesagt, moralisch verpflichtet, zur Quelle unseres Lebens und unseres Glaubens zu gehen und dort die menschenwürdige Antwort auf die bestehenden Fragen zu finden.
   Dies möchte auch ich hier – im christlichen Geiste – mit Hilfe der Bibel tun, die nicht nur ein Zeugnis der Vergangenheit ist, sondern die gute Nachricht für die Menschheit aller Zeiten. In ihr sind die Erfahrungen des Glaubens enthalten, der Erfüllung der Verheißung, die Gott dem Menschen gemacht hat. Sie ist eine Sprache, durch die alle Menschen verstehen können, wie Gott zu ihnen spricht.
   Als Christ weiß ich, dass die Wurzeln, die bis heute das christliche Verständnis des Menschen begründen, sich im Schöpfungsbericht des Alten Testaments finden und in die Verkündigung Jesu voll übernommen wurden. Dort erfahren wir, dass Gott den Menschen als sein "Bild und Gleichnis" erschaffen hat (Gen 1,26ff.) und er – der Mensch – die in seinem geistig-sittlichen Wesen verankerte Würde besitzt.
   Die Würde ist nicht austauschbar oder an Bedingungen geknüpft, sondern gilt unbedingt. Dieses biblische Verständnis des Menschen besitzt eine ursprüngliche universale Dimension, ganz im Sinne des Naturrechts, das in der Schöpfungsordnung verankert ist. Würde kommt jedem Menschen zu und ist jedem Menschen eigen, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Herkunft, Hautfarbe, Gesundheit, Vermögenslage, Frau oder Mann, Christ oder Nichtchrist. Jede und jeder ist unwiderruflich von Gott gewollt und angenommen – so ist unser christlicher Glaube. Wo Gott aber nicht mehr vorkommt, wird der Mensch heimatlos. Ein solcher Mensch baut das Haus seines Lebens nicht auf Fels, sondern auf Sand (vgl. Mt 7,24). Das sehen wir eindeutig bei zahlreichen stolzen Selbsterlösern unserer Zeit, die nur das brauchen, was ihr irdisches Leben länger und angenehmer macht - nur keinen göttlichen Erlöser.
   Gott, an den wir Christen glauben, verlangt von uns Menschen immer eine persönliche Entscheidung: Für Ihn oder gegen Ihn – für das Gute und das Heilige oder für das Böse. Dabei sollten wir nie vergessen, dass, solange man das Heilige akzeptiert, man sich der Grenzen der Autonomie des Profanen bewusst ist. Wenn der Sinn des Heiligen sich aber in Rauch auflöst, verpufft auch jeder Sinn, den die Wirklichkeit hat. Wer das Heilige abstreitet, streitet auch die Grenzen des Menschen und damit auch das Böse und den Bösen ab, denn das Heilige kann durch die Sünde, durch die Unvollkommenheit, durch das Böse erkannt werden und das Böse wiederum nur durch das Licht des Heiligen. Deswegen gibt es keine christliche Heiligkeit - das heißt, Freundschaft mit Gott und den Mitmenschen – ohne radikale Demut, außerhalb jener Selbsterniedrigung des eigenen "Ego", die zu dem Bewusstsein führt, dass wir nichts sind ohne Jesus und ohne ihn nichts können. In der Tat, im Leben der Heiligen gehen die Liebe zum Herrn und die Liebe zum Nächsten, die Suche nach der Ehre Gottes und dem Heil der Seelen immer zusammen. Wenn sich ein Mensch selbst als gering erkennt, stellt er sich als Mensch dar, der vollkommen von der Liebe Gottes erfüllt ist.
Gewissen – die „innere Stimme ...“

   Jesus Christus ist derjenige, der uns die Unterscheidung von Gut und Böse gibt. Deshalb ist er selbst wie auch die Gebote Gottes Maßstab für die christliche Ethik und für die Erneuerung unseres Gewissens, d. h. Gewissensbildung.
   Gewissensbildung bleibt eine lebenslange Aufgabe, denn diese „innere Stimme" ist die entscheidende Instanz, wenn es darum geht, verantwortlich zu handeln. Das erfordert manchmal auch den Mut, Irrwege zu riskieren und die Konsequenzen zu tragen, denn unser Heil hängt von unserem Vertrauen auf Gott und den daraus folgenden Entscheidungen ab.
   Das Gewissen, diese innere Instanz eines jeden Menschen, bildet sich im Zuge des Heranreifens und ist ein Leben lang formbar. Im Gewissen erkennt der Mensch nicht nur seine Befähigung zur Verwirklichung autonomer Freiheit, sondern auch den ethischen Anruf zu solidarischer Gemeinschaft mit den Mitmenschen und eine letzte Verantwortlichkeit vor Gott. Das sagt uns, dass wir die Wertorientierung, die uns die Schöpfungsordnung ermöglicht, in unserer Welt nur bewahren und entfalten können, wenn es uns gelingt, sie der nachkommenden Generation überzeugend zu erschließen.
   Wir werden aus den furchtbaren Erfahrungen, wozu Menschen und Völker fähig waren und fähig sind, nur lernen, wenn wir uns immer neu auf die Würde des Menschen besinnen, auf seine Grundrechte und Grundpflichten, auf das Verhältnis des Menschen zu Gott und zu den Mitmenschen, der Bürger zur Gesellschaft und zum Staat, wenn wir – und das heißt wir alle und nicht nur einige fromme Leute – den Zweifeln und Verdächtigungen, die sich gegen die christliche Anthropologie und die katholische Soziallehre richten, rechtzeitig, argumentativ und entschlossen entgegentreten.
   Der hochmütige, selbstbezogene Mensch erkennt in seiner Überheblichkeit und seinem Hochmut nicht die wahre Quelle und den Sinn seines Lebens. Sein Handeln verpflichtet ihn aber wie auch uns alle ins Gewissen zu schauen, zu prüfen und anzuerkennen, dass wir Menschen nur schwache, sündige Geschöpfe sind. Jeder Mensch sollte in seinem Gewissen erkennen, dass die Bedrohung der Menschenwürde immer von der Entfernung des Menschen zu Gott kommt. Abschied von Gott führt immer zum Abschied vom Menschen und "das Spiel mit dem Teufel" beginnt!
Wer oder was ist aber dieses Wesen – der Teufel?

   Dass die Säkularisierung unserer Gesellschaft in unserer Zeit rapid fortschreitet und dass gleichzeitig sich überall Aberglaube, Satanismus und ähnliche Phänomene verbreiten, davon braucht man niemanden lange zu überzeugen. Unsere technologisierte und industrialisierte Welt wimmelt nur so von Zauberern, von Hexenmeistern, von Okkultismus und Spiritismus, von Kartenlegern, Zauber- und Amulettverkäufern, ja sogar von echten satanischen Sekten. Über das Internet bekommen die Menschen leicht Zugang zu okkulten und satanischen Organisationen. Dies geschieht auch durch verschiedene Formen von Videospielen, die besonders den Jugendlichen eine Welt suggerieren, in der sie allmählich nicht mehr die Wirklichkeit von der Illusion unterscheiden können, was gerade durch die geistige Vereinsamung inmitten der anonymen Massen noch verstärkt wird.
   Schon diese Tatsachen sagen allen denkenden und glaubenden Menschen mit aller Deutlichkeit, dass der Teufel - der aus der Tür durch unseren menschlichen Unglauben geworfen wurde - durch das Fenster mit dem Aberglauben wieder zurückgekehrt und neu einsteigt. Anders gesagt: Verlässt der Mensch Gottes Haus auf Erden, dann wird es von den Knechten Satans eingenommen.
   Wer oder was ist aber der Teufel? Die Bibel gibt uns die glaubwürdige Antwort und hilft uns dieses Wesen, dieses Phänomen besser zu begreifen und entsprechend zu handeln.
   Die Heilige Schrift spricht über unkörperliche Geisteswesen, deren Schöpfer Gott der Herr ist. Sie spricht über die guten Mächte, über die Engel, die als herrliche unsichtbare Wesen Gott umgeben, ihm dienen und als seine Boten ausgesandt werden. Die Bibel spricht aber auch von bösen Mächten mit der Bezeichnung: Satan oder Teufel. Es handelt sich dort um einen gefallenen Engel, der wegen seines Widerstandes gegen Gott aus der Nähe Gottes, aus dem Paradies auf die Erde gestürzt und der Fürst dieser Welt geworden ist. Er war zuerst ein vom Gott der Liebe und der Wahrheit (vgl. 1 Joh 4,7-21) erschaffener guter Engel, ist aber dann "Lügner und Vater der Lüge" geworden (vgl. Joh 8,44).
   Der gefallene Engel hat sich freiwillig für das Böse entschieden und ist zu einer bösen Macht geworden, die sich gegen Gott, Menschen und alles Gute gewendet hat. Er will ohne Gott sein, ihm nicht dienen, sein Ego zur letzten und alleingültigen Instanz erheben. Durch dieses Sein-Wollen-wie-Gott, hat er auf das höchste Wesen bewusst verzichtet und begonnen, Gott zu hassen. So spottet er Gott und zieht den Menschen in diesen seinen Spott hinein, indem er ihn zum Ungehorsam verführt und in den Tod fallen lässt. Er verheimlicht den Verlust der Freiheit und des Heils. Die Lüge des Teufels besteht darin, dass das, was er sagt, allein aus ihm kommt und damit „die ganze Welt verführt" (Offb 12,9).
Verstehensschlüssel

   Aus der Bibel können wir erfahren, wie die Israeliten es erkannten, dass das Böse in der Welt mächtig ist und viel Unheil bewirkt. Sie fragten sich: Warum ist das so? Und die Antwort der Bibel lautet: Die Menschen erlagen der großen Versuchung wie Gott sein zu wollen (vgl. Gen 3,5). Der Teufel tauchte als Schlange im Paradies auf und säte Misstrauen gegen Gott in Evas Herz, so dass sie blind und schwach wurde gegenüber dem Bösen. Als Mutter aller Lebenden hat sie uns diese Blindheit und Schwachheit vererbt und so sind wir Sünder, denen es oft leichter fällt das Böse zu tun, als das Gute, denn es erscheint uns zunächst genussvoller. So beginnt die Wertung der Menschen, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden; sie überheben sich stolz und verstehen einander nicht mehr; sie lassen sich als Menschen von einem "bösen Geist" beherrschen, der sie gefangen hält und sie den Begierden ausliefert. Aus dieser Abhängigkeit mussten sie erlöst und befreit werden, denn aus eigenen Kräften kann dies kein Mensch tun.
   Die Heilige Schrift stellt diese Situation in mehreren Beispielen dar. Das sind Lebensgeschichten von Menschen, die in Sünde und Unheil gefallen waren. Das sagt uns aber auch, dass der liebende, der barmherzige Gott den Menschen nach dem Sündenfall mit der Aussicht auf die Zukunft seines Lebens, die wir Hoffnung nennen, ausstattete. Die Entfaltung der ganzen Geschichte Israels ist von dieser Hoffnung geprägt: Hoffnung auf einen Retter, Befreier und Erlöser. Die Propheten hielten diese Hoffnung wach. Und Jesus Christus, der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist, ist in die Welt gekommen, "um die Werke des Teufels zu zerstören" (1 Joh 3,8).
    Deswegen setzt sich der christliche Glaube seit Anfang mit den negativen Seiten unserer Existenz in der Welt auseinander. Er erinnert uns, dass jeder Mensch in seinem Leben als freies Wesen stets vor die Wahl gestellt ist: Gott zu gehorchen oder nicht, an ihn zu glauben, ihm zu vertrauen, oder nicht. Hier haben wir es mit der Freiheit zu tun, die uns von Gott – als Zeichen seiner Liebe, als Gabe und zugleich als Aufgabe – geschenkt wurde. Sie spielt eine zentrale Rolle im Leben, Handeln und Denken jedes Menschen und bleibt dessen Verstehensschlüssel. Deswegen entstammt das Böse, nach christlichen Verständnis, aus einer missbrauchten Freiheit. Jesus Christus als unser Erlöser sagte und zeigte uns Menschen, dass die Sünde, die vom „Lügner und Vater der Lüge" (vgl. Joh 8,44) kommt, uns ins Verderben führt! Dagegen macht uns Menschen die Wahrheit, die von ihm – vom Gott der Liebe und des Lebens kommt, frei! Das heißt, wenn die Freiheit falsch verstanden oder missbraucht wird, dann kommt es zur Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, zwischen dem heiligen Gott und dem Widersacher, der versucht, den Menschen in seine Gewalt zu bringen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich klar zu machen, dass die Sünde als Frucht des Bösen nicht nur einen persönlichen, sondern auch einen sozialen Aspekt hat. Die Sünde ist zwar die Tat eines freien Menschen, sie wirkt sich aber zugleich auch auf die ganze menschliche Familie aus. Der heilige Pa weist darauf hin, dass die Sünde Adams für alle Menschen verhängnisvoll ist: "Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten" (Röm 5,12). Auch der Apostel Petrus warnt uns: Menschen, "seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens" (1 Petr 5,8). Das sagt uns, dass die Banalisierung der Sünde bei vielen Menschen die innere Voraussetzung für Grenzverschiebungen im Handeln schafft.
Die größte List des Teufels ist es, uns Menschen zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt ...

    Viele Menschen glauben nicht an die Existenz des Urhebers des Bösen und leugnen das Böse, sowohl diejenigen, die dem christlichem Glauben fern stehen, als auch jene, die sich noch zur Kirche Jesu Christi bekennen. Deswegen scheint es mir in diesem Zusammenhang wichtig, daran zu erinnern, dass man in der Vergangenheit beim Gespräch über den Teufel häufig übertrieben hat. Man entdeckte ihn dort, wo er nicht war, und fügte vielen Leid und Unrecht zu unter dem Vorwand, gegen ihn zu kämpfen. Eine gesunde Skepsis und ein nüchterner Umgang damit, sind eher angebracht. Wo jemand nichts oder zu wenig weiß, da ist dem Missbrauch und natürlich auch dem Aberglauben Tür und Tor geöffnet. Ich denke auch, dass einer der Gründe, warum es für viele so schwer ist, an den Teufel zu glauben darin liegt, dass man ihn in den Büchern sucht, während der Versucher, nicht an Büchern, sondern an den Menschen interessiert ist. Er frequentiert nicht die Institute der Universitäten, die Bibliotheken oder die Akademien, sondern unsere Seelen.
    Als Christen sollten wir nie vergessen, dass die Leugnung des Daseins des Bösen bzw. seine Reduzierung auf ein reines verinnerlichtes, psychologisiertes Symbol, in klarem Widerspruch zum katholischen Glauben steht und zu den Zeichen einer Zeit gehört, in der das Dasein Gottes selbst in Zweifel gezogen und dieser in einer allgemeinen Gleichgültigkeit bedeutungslos geworden ist. Uberall den Teufel zu sehen, ist genauso falsch wie ihn nirgends zu sehen!
   Der französische Dichter Charles Baudelaire hatte Recht als er sagte: „Die größte List des Teufels ist es, uns Menschen zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt.“ In diesem Zusammenhang lesen wir hierüber einen interessanten Aufsatz von dem weltbekannten, kürzlich verstorbenen (+ 17.07.09) polnischen Philosophen der Gegenwart, Leszek Kolakowski, mit dem folgenden Titel: "Des Teufels Pressekonferenz". In diesem Text stellt er den Christen die Frage, wie es um ihren Glauben an das Böse, an den Teufel steht. Er lässt den Teufel selber sprechen. Dieser beginnt mit der frechen Behauptung: "Sie haben aufgehört, an mich –  Teufel zu glauben", und etwas weiter: "Mich macht die Unbedenklichkeit stutzig, mit der Sie Ihren Glauben fahren lassen, und ich überlege mir, wie es kommt, dass immer und in jedem Fall ich das erste Opfer bin, sobald der Unglaube um sich zu greifen beginnt ...
   Es kommt mitunter vor, dass ich in Kirchen gehe und mir die Predigten anhöre; ich lausche aufmerksam und gelassen, wobei ich ein Lächeln tunlichst vermeide. Es geschieht immer seltener und seltener, dass irgendwo ein Prediger ... meiner von der Kanzel herab Erwähnung tut. Weder von der Kanzel herab noch im Beichtstuhl noch anderswo. Ob Sie es mir glauben oder nicht  er schämt sich! Jawohl, es ist nichts weiter als simple Scham. Man könnte ja sagen: Brett vorm Kopf, und: wie primitiv, und: glaubt noch an Märchen, und: ist nicht imstande, mit dem Geist der Zeit Schritt zu halten, dem sich schließlich auch die Kirche anzuschließen hätte. Nein? Die Theologen behaupten, die Kirche folge dem Zeitgeist, manchmal sei sie ihm gar um einiges voraus, und sie habe keine Furcht vor dem Neuen ... Wie denn, meine Herrn Theologen?... Warum flieht ihr mich, meine Herren? Fürchtet ihr den Spott der Ungläubigen, habt ihr Angst davor, dass man in den Kabaretts Witze über euch reißen könnte?" Ist das so?!
    Jedenfalls sollten wir uns klar sein, selbst wenn wir uns vom Teufel verabschieden, heißt das nicht unbedingt, dass er sich auch von uns verabschiedet. Gerade der Teufel, dem der Abschied erteilt worden ist, drängt in seiner neuen Anonymität den Menschen immer mehr dazu, den wahren Gott aus den Augen zu verlieren  so zu leben als ob es Gott nicht gäbe  um sich im Reich der irrationalen Götzen dieser Welt wohnlich einzurichten. Die Selbsterlösung aus dem Machbaren heraus wird Gesetz.
    Der Teufel verführt den Menschen dazu, ihn nicht als den Bösen zu erkennen. Der Böse tritt im Schein des Guten auf, so dass die Menschen in ihm die Substanz des erhofften Menschlichen erkennen und ihn an die Stelle Gottes setzen als den, der „die Zeiten und Gesetze" ändern kann (vgl. Dan 7,25). „Dann werden viele zu Fall kommen und einander hassen und verraten. Viele falsche Propheten werden auftreten und sie werden viele irreführen. Und weil die Missachtung von Gottes Gesetz überhannimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten“ (Mt 24,10-12).
Anschrift des Autors: Innhöhe 5, 83512 Wasserburg am Inn
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© by Herbert Huber, Bogdan Piwowarczyk, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 14.9.2010