Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Piwowarczyk
Glaubensgespräche im Jahr 2000
Mit Pfarrer Dr. Bogdan Piwowarczyk - Tel. 08071/ 95 95 8, Bogdan PiwowarczykBogdan Literatur
Hoffnung als Treibstoff des Lebens
    Wasserburg (adä) - Was christliche Hoffnung bedeuten könne, was sie für Kräfte freizusetzen vermag, das zu verdeutlichen war Ziel des Vortrags von Pfarrer Dr. Bogdan Piwowarczyk im Rahmen der „Wasserburger Glaubens gespräche”. Den negativen Gefühlen wie Lieblosig keit, Unsicherheit, Angst, Ausweglosigkeit und Verlassenheit setzte der Referent die Kraft der Hoffnung gegenüber. In der Medizin sei bereits erwiesen, wie sehr positive Gefühle dem Heilungsprozess nützen würden und negative Gefühle krank zu machen vermögen. „Die Begeisterung für die Hoffnung” könne jeder Mensch aus dem christlichen Glauben schöpfen. Sich für die Kraft aus der Hoffnung zu begeistern, sei kein „He rausstehlen aus der Verantwortung”. Vielmehr sei dieses Lebensgefühl „Treibstoff für das Leben”, so Dr. Piwowarczyk. Christen, die mit Hoffnung leben und den christlichen Standpunkt auch in der Öffentlichkeit überzeugend vertreten würden, könnten damit besonders jungen Menschen das positive christliche Lebensgefühl weitergeben so der Tenor der zahlreichen Teilnehmer im anschließenden recht lebhaften gegenseitigen Austausch im Pfarrzentrum. „Begeistern für die Liebe” ist als nächstes Thema für das „Wasserburger Glaubensgespräch” geplant.
adä – Wasserburger Zeitung, 24.10.2000; mit freundlicher Genehmigung
Bogdan Anfang
Christlicher Glaube keine Privatsache - 70 Teilnehmer bei Glaubensgespräch
Wasserburg (rke) - In der Reihe „Wasserburgen Glaubensgespräche” mit Dr. Bogdan Piwowarczyk wurde diesmal das Thema „Begeisterung für den Glauben an Gott” aufgegriffen. Dazu kamen gut 70 Teilnehmer sowohl aus den Wasserburger Pfarreien als auch aus anderen Gemeinden in den Pfarrsaal St. Konrad.
Angesichts der heutigen Sinnkrise stellte der Referent zunächst die Frage, ob man heute in einer Epoche der Wissenschaft und Technik von der Begeisterung für den christlichen Glauben sprechen könne und dürfe. Jeder Mensch sei und bleibe auch heute ein Fragender nach dem Sinn des Lebens, gerade im Informationszeitalter mit den unendlich vielen Meinungen, Anschauungen und Doktrinen. So erscheine auch Jesus Christus und seine Botschaft als ein Angebot unter vielen.
Viele seien skeptisch und gleichgültig gegenüber der christlichen Botschaft. Dabei bestehe die Gefahr für den Menschen, eindimensional, orientierungslos zu werden. Hier sei die Weitergabe des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe die christliche Hauptaufgabe, so Dr. Piwowarczyk.
Christlicher Glaube sei keine „Privatsache” – nur in der Gemeinschaft, im vertrauensvollen Miteinander aller könne sinnvolle Erneuerung wachsen. In der Gemeinschaft der Kirche gelte es, den Menschen zu zeigen, wieviel Kraft und Dynamik der Glaube entwickeln kann.
„Für alle, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind, ist eine neue Orientierung möglich, wenn die Wahrheit des Evangeliums mit Respekt und Toleranz, aber auch mit Überzeugung und Mut durch uns verkündet wird”, so Dr. Piwowarczyk. Dem Vortrag schloss sich ein reger Gedankenaustausch an.
Geplant ist für das Glaubensgespräch am 10. Oktober die Behandlung des Themas „Begeisterung für die Hoffnung” und später von „Begeisterung für die Liebe”.
rke – Wasserburger Zeitung, 29. Juni 2000; mit freundlicher Genehmigung
Bogdan Anfang
„MENSCH - STAAT - KIRCHE” und Vorstellung des Buches „Leszek Kolakowski - ZEUGE der GEGENWART”, Freitag, den 24. März 2000, um 20.00 Uhr
Mehr als zehn Jahre sind seit dem Zusammenbruch des Kommunismus und des Totalitarismus vergangen und mit ihm die Utopie von einer neuen Welt, die die Politik herbeizaubern wollte. Das Prinzip der Freiheit hat gewonnen, und doch ist es unklar, wie es überlebensfähig gemacht werden kann. Wenn Utopien keine Orientierung mehr geben, wenn ein Pragmatismus in der Politik den Zukunftshorizont nicht weit genug spannt, dann bleibt die Unsicherheit, ob wir heute das Richtige tun, damit unser Gesellschaftssystem zukunftsfähig bleibt. Mit dieser Unsicherheit kommen oft auch Ängste auf, die manchmal bis zur Ausweglosigkeit, ja bis zur Verzweiflung gehen.
In den Spannungen zwischen den besorgniserregenden Realitäten unserer Zeit und den hehren Zielen, die wir uns als Menschen gesteckt haben, stellt sich folgende Frage: Quo vadis Menschheit? - Menschheit wohin gehst du?
Die Auseinandersetzung über den Lebens- und Heilsweg der Menschen gab es zu allen Zeiten. Daraus ergibt sich die Auseinandersetzung zwischen Christentum und allen totalitären Ideologien; denn nach christlichem Verständnis ist jeder Mensch in dieser Welt nicht Werkzeug, sondern Ziel. Die Menschheit braucht eine unbedingte Hoffnung, die einen absoluten Wert besitzt und die uns drängt, eigene Interessen zu opfern. Wir brauchen eine Hoffnung, die den Geist erleuchtet und die Herzen erwärmt, die den Mut erweckt für ein lebenswertes Leben und einen Blick in die Zukunft erlaubt.
Ich bin auch der Meinung, daß die Generationen unserer Tage dringend nicht Ideologien brauchen, sondern Frauen und Männer, zu denen man aufschauen kann, deren Leben das Schönste, das sie haben, weckt, das Größte, das sie suchen enthüllt, die klarsten ihrer Sehnsüchte ausdrückt und das Beste, dessen sie fähig sind, hervorbringt, – sowie Licht und Freude, die in ihnen wohnen, ausstrahlen. Es gibt solche Menschen! Zu denen gehört sicher einer der größten heute lebenden Philosophen Leszek Kolakowski. Gut bekannt in der philosophischen Welt, ist er einer der streitbarsten und ursprünglichsten Denker der letzten Jahrzehnte. In Kolakowskis Werken und seinem Leben werden viele Ströme des kulturellen Erbes in Europa sichtbar. Er ist nicht nur ein Gelehrter, der Bücher schreibt, sondern ein Denker, der Zeugnis ablegt. Seine Bücher zeigen ihn als einen unerbittlich Suchenden in geistigen Dingen. Er prüft alles mit Energie, aber auch mit großer Skepsis. Er ist, wie er sich selbst nennt, ein "Infragesteller". Er warnt uns vor falschen Ideen, die zu ideologischen Verwirrungen ethischem Subjektivismus und hedonistischer und nihilistischer Mentalität führen könnten.
Herr Professor Adolf Hampel schreibt im Vorwort zu meinem Buch "Zeuge der Gegenwart": «Ich freue mich als Mitherausgeber, daß wir in der Reihe, "Texte zum Ost-West-Dialog" dieses Buch über Kolakowski vorlegen zu kön nen. Sein Autor ist ein katholischer Priester, der sich in der Heimat (Polen), aber auch als Studentenpfarrer in der Schweiz und als Sonderseelsorger in Deutschland mit dem Philosophen beschäftigt hat und ihn auch persönlich kennt. Dr. Piwowarczyk zeigt auf, woher sich der große Einfluß Kolakowskis auf das Denken und Fühlen nicht nur der ostmitteleuropäischen Intelligenz erklärt: Kolakowski ist nicht nur Philosoph, sondern auch Schriftsteller und Dichter, vor allem aber ein bedeutender Zeuge unserer Gegenwart. «
Es ist eine große Freude für mich, dem deutschen Leser mein Buch über diesen besonderen Menschen – Philosophen – Zeugen unserer Gegenwart – Leszek Kolakowski, vorzustellen. Seine Botschaft ist für die Menschheit sehr aktuell und von großer Bedeutung. Kolakowski hat verstanden, daß der Mensch so schwach ist, daß er sich nicht allein retten kann. Das Problem des Bösen hat ihn dazu gebracht, darüber nachzudenken. Er erinnert uns, daß Christsein immer eine schwierige Aufgabe ist und bleibt, denn das Christentum besteht darin, das Böse im Gewissen zu entdecken. Wir haben es hier mit einem Zeugen zu tun, dem gegenüber sich kein Mensch, wenn er ehrlich ist – gläubig oder nicht – gleichgültig verhalten kann, einem Mann, der unermüdlich fortfährt, seine Rolle als "Gewissen der Menschheit" zu erfüllen.
Wasserburger Heimatnachrichten, 10.3.2000
Bogdan Anfang
Der polnische Priester Piwowarcryk stellt den Philosophen Kolakowski vor
Wer sich bereits seit Jahrzehnten mit Ostmitteleuropa und den Strömungen im Marxismus beschäftigt hatte, stieß früh auf den Namen Leszek Kolakowski: Er war ein nach Stalins Tod noch junger Philosoph, der zu den ersten gehörte, die sich von ehemaligen Stalinisten zu demokratischen Sozialisten entwickelten. Kolakowski hatte die Erstarrung des Marxismus zu einer versteinerten Institution erkannt, die nur noch auf dem Verordnungsweg und nicht mehr durch Besinnung auf die geistigen und moralischen Grundlagen des Kommunismus über Wahrheit und Irrtum entschied. So unterschied Kolakowski zwischen einem Kommunismus der Macht und einem des Geistes, zwischen institutionellem und intellektuellem Marxismus. Er wurde zum Begründer einer »neuen Linken«, die (nach seinen eigenen Worten in der polnischen Studentenzeitschrift Po prostu vom Februar 1957) »in jenem Augenblick entstand, als man sich des Bestehens einer neuen Rechten bewußt wurde. Die frühere Linke degenerierte und etablierte sich als Rechte – wofür die Geschichte des Stalinismus ein lehrreiches Beispiel bietet.«
Über diesen Philosophen hat nun der in Deutschland als Seelsorger wirkende und in der Schweiz promovierte polnische Priester Dr. Bogdan Piwowarczyk ein Buch vorgelegt, das in der Reihe »Texte zum Ost-West-Dialog« erschien. Es zeichnet den geistigen Entwicklungsgang Kolakowskis. Mit seiner Theorie des moralischen Konfliktes schuf Kolakowski eine philosophische Begründung des intellektuellen Marxismus. Für ihn gab es jenseits und außerhalb aller politischen Richtungen alte unabänderliche Werte, die für jeden Menschen zu gelten haben: Werte wie Nächstenliebe und Hilfe für Schwache. Kolakowski und seine Anhänger glaubten, dadurch dem Kommunismus eine neue moralische Basis geben zu können. Echtes soziales Engagement sollte moralisch und der Humanität verpflichtet sein.
Als Kolakowski später Probleme mit dem politischen System bekam, aus der Partei entfernt wurde und in Warschau nicht mehr lehren durfte, ging er im Ausland seinen intellektuellen Weg konsequent weiter. Darüber informiert dieses Buch. Der Autor hat sich in der Heimat, aber auch als Studentenpfarrer in der Schweiz und als Sonderseelsorger in Deutschland mit dem Philosophen beschäftigt und kennt ihn auch persönlich. Dr. Piwowarczyk zeigt auf, woher sich der große Einfluß Kolakowskis auf das Denken und Fühlen nicht nur der ostmitteleuropäischen Intelligenz erklärt: Kolakowski ist nicht nur Philosoph, sondern auch Schriftsteller und Dichter, vor allem aber ein bedeutender Zeuge unserer Gegenwart. In seiner Mittlerfunktion zwischen Ost und West ist Kolakowski einzigartig. So wie er im Osten als freiheitlicher Marxist für das Individuum eintrat, blieb er im Westen ein scharfsinniger Kritiker der Gesellschaft. Mit großem Einfühlungsvermögen stellt Piwowarczyk die Stationen der Reise Kolakowskis vor, der vom Atheismus ausging, um über die menschlichen Grundwerte die transzendentalen Quellen des Sinns der Kulturen zu entdecken.
Der Autor hat im Haus St. Johann bereits Exerzitienkurse gegeben und beim Priesterwerk sein Buch über sein Ja zum Priesterberuf veröffentlicht.
Bogdan Piwowarczyk, Leszek Kolakowski. Zeuge der Gegenwart (=Texte zum Ost-WestDialog 13); Gerhard Hess Verlag Ulm 2000. 200 Seiten.
Unbekannte Quelle; März 2000; mit freundlicher Genehmigung
Bogdan Anfang
Bei Amazon nachschauen   Bei Amazon nachschauen
bogdan PiwowarczykBogdan Piwowarczyk: Leszek Kolakowski. Zeuge der Gegenwart. Ulm: Hess, 2000. 200 S. Vorwort Adolf Hampel. Reihe: Texte zum Ost-West-Dialog 13. Rudolf Grulich, Adolf Hampel Hg. Bogdan Besprechungen Bogdan
Bogdan Piwowarczyk: Mein JA von gestern für heute und morgen. Vertraulicher Bericht! Brannenburg: Sudetendeutsches Priesterwerk, 1999. Taschenbuch, 135 S. Piwowarczyk
Bogdan Besprechungen
Überblick zum gesamten literarischen Werk Piwowarczyks. Bogdan Bogdan Piwowarczyk: Literatur
Bogdan Anfang

Piwowarczyk
Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Bogdan Piwowarczyk, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 4.6.2005