| Wolfgang Schadewaldt: Der Aufbau der Ilias. Strukturbau und
Konzeption Frankfurt am Main: Insel, 1975. Gebunden, 88 Seiten |
| Der bescheidene Titel verrät
nicht, wie umfassend Schadewaldt seine Analyse der Ilias vornimmt. er
beschreibt die Tradition in Griechenland zur Zeit Homers, geht auf die knappe
Faktenlage zu Homer ein und deutet die
Entwicklung der Homer-Interpretation an. Auf die Oral-Poetry-These ( Die Ilias ist kein heldisches Epos, sondern ein menschlich-tragisches (S. 8). Zu mehr als zwei Dritteln besteht sie aus Reden. In zwei abschließenden Kapiteln geht der Autor auf die Helden und Götter, sowie die Gleichnisse und Mythen der Ilias ein. Das alles zeigt den Nachteil des Werks: in knapp 90 Seiten kann man diese Themen nur anreißen. Es fragt sich auch: Wer soll das Buch lesen, oder genauer: wann? Vor der Ilias oder nach der Lektüre des Primärwerks? Meine Ansicht: zuerst davor und danach nochmals und dann die Ilias zum 2. Mal ... |
| Oral-Poetry-These Die Oral-Poetry-These geht auf Milman Parry (1902-1935) zurück. Die Sänger dieser Tradition trugen nur relativ kurze Abschnitte bei einer Gelegenheit vor. Homer habe die Ilias und die Odyssee ohne schriftliche Aufzeichnungen vorgetragen. Dazu verweist Parry auf die vielen, Wort für Wort wiederholten Verse, die Formeln (Textbausteine) und typischen Szenen. Die Schriftform entstand aufgrund des mündlichen Vortrags. |
| Autor |
| Wolfgang Schadewaldt 15.3.1900 Berlin 10.11.1974 Tübingen, klassischer Philologe, Germanist. Berühmter Übersetzer von Homer, Sophokles und Pindar; zahlreiche Studien zur Kultur der Antike. |
| Links |
| Literatur |
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| Wolfgang Schadewaldt: Der Aufbau
der Ilias. Strukturbau und Konzeption. Frankfurt am Main: Insel, 1975.
Gebunden, 88 Seiten
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