| Herbert Bannert: Homer mit Selbstzeugnissen und
Bilddokumenten Reinbek: Rowohlt, 1979. 146 Seiten. rowohlts monographien rm 50272 |
| Der Stand der Forschung, den Bannert
nachzeichnet, gipfelt in der Homerischen
Frage ( Aus verschiedenen Gründen nimmt man heute an, dass Ilias und Odyssee von zwei verschiedenen Autoren stammen (S. 42). Dieser Position schließt sich Bannert an, im übrigen auch der Homerforscher Andreas Patzer. Die Odyssee wird dabei oft einem Homerschüler zugesprochen. So spannend diese Fragen für die Altphilologen sind, der Leser interessiert sich für die Teile der Homerbiografie, auf die Bannert ab S. 50 ausführlich eingeht:
Die einheitliche Struktur, die vielen Bezüge zwischen den Gesängen stützen die These, die beiden Epen stammen jeweils aus einer Hand. Bannert gibt dazu vier Belegstellen aus der Ilias (S. 65-68) und einige Verse der Odyssee (S. 68-69). Die wichtigen Kompositionsmittel wie formelhafte Sprache, typische Szenen, Gleichnisse und Wiederholung werden von Bannert gut erklärt. Der Leser wird gezwungen eine Situation mehrfach zu durchdenken, mittels des Vergleichs Analogien herzustellen (S. 81). |
| Wer die rowohlts monographien kennt, weiß, was ihn erwartet. Auf Selbstzeugnisse darf er freilich nicht hoffen, dafür eine rundherum gelungene Einführung in Homer und die zwei Hauptwerke Die Ilias und Die Odyssee, die ihm zugeschrieben werden. |
| Herbert Bannert |
| * 1950 Wien, Ao. Prof. am Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein der Universität Wien; mit den Arbeits- und Forschungsschwerpunkten: Homer und das griechische Epos, griechische Tragödie, Galen und die antike Medizin, Koordination des Forschungsprojekts zu Marsilio Ficino; Mitherausgeber der Wiener Studien. Zeitschrift für Klassische Philologie, Patristik und lateinische Tradition. |
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