| Josef Eschbach: Zusammengefasste
Besprechungen |
| Ein Junge findet
heim. Erzählung. Regensburg: Habbel, 1952. [1940] Alle Zutaten für ein Bubenschmöker sind da: eine verschworrene Gemeinschaft; jeder durch eine Marotte oder Eigenschaft gut gekennzeichnet; eine Ferienfreizeit auf einem Schloß; eine Entführung; Geheimgänge; Privatdetektiv. Doch für heutige Zeiten bringt Ein Junge findet heim kaum etwas, zu bieder, zu naive Gangster. Eschbach moralisiert und macht gar den Rolf zum religiösen Zweifler (allerdings arg oberflächlich), der am Ende fast unmotiviert bekehrt wird. Für einen Erstlingsroman kann es durchgehen. Wenn der mir vorliegende Text derjenige der Erstausgabe von 1940 ist, dann ist die christliche Thematik erstaunlich und der Ausschluß aus der Reichsschrifttumskammer wohlverdient. |
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| Juschan findet eine Spur. Eine Missionsgeschichte.
Regensburg: Habbel, [1953]. 101 Seiten Josef Eschbach gelingt es hier seine erfolgreiche Struktur für jugendliche Abenteuerromane nach Afrika zu verlegen. Mit einfachem Stil entstehen viele spannende Momente. Das schafft Eschbach durch zahlreiche geschickte Einwürfe, den Trommelwirbeln Art Blakeys vergleichbar. Ein Beispiel: "Bens Spannung steigerte sich ins Unerträgliche" (S. 88). Im Untertitel wird schon der Missionsbezug angekündigt. Die Missionierung Afrikas wird vom Fast-Jesuiten Eschbach völlig positiv gesehen. Das Ende steigert sich zu einer Szene vergleichbar mit Jesus vor Pontius Pilatus. Der Missionar ist (selbstverständlich zu unrecht) angeklagt. "»Er ist schuldig, er ist schuldig«, riefen einige" (S. 98). |
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| Heiko und der
Plan. Eine Erzählung für Jungen. München: J. Pfeiffer.
[1954]. 126 S. Auch in dieser kurzen Erzählung zeigt Eschbach, daß er eine Spannung aufbauen und geschickt steigern kann. Heiko Konrads erhält eine Lehrstelle, soll dafür aber Werksspionage treiben. Rolf Naujoks, ein Lehrlingskollege, bringt Heiko zu den St. Georgs Pfadfindern. Dort erfährt er: "In einer schweren Entscheidung wissen, was wichtiger ist: darauf kommt es an" (S. 65). Damit scheint der Weg klar. Doch Eschbach hat noch ein paar Hürden eingebaut. Ein kleiner Fehler unterlief dem fleissigen Autor: Heiko soll um acht Uhr seinen ersten Arbeitstag beginnen (S. 33). Er ist um fünf Minuten vor sieben dort und alles passt (S. 37). Lesenswert. |
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| Der andere wird
zahlen. Roman. München: Manz, [1956]. 244 S. Josef Eschbach versuchte sich hier an einem Kriminalroman für Erwachsene. Es gelingt ihm die Handlung um die Hauptakteure klar darzustellen. Allerdings agieren sowohl die Leichtverbrecher (es gibt immer Schlimmere, meist Profiteure des Wirtschaftswunders nach 1950) als auch die Kriminaler dilettantisch. So fällt dem Wirt Taptap ein Gast auf, schon ruft er die Polizei an: "Er nennt sich hier Jupp Brusch. Natürlich heißt er in Wirklichkeit anders" (S. 80). Aber auch stilistisch zeigt sich Eschbach nicht auf der Höhe: "Käthe schrie leise" (S. 69). Was bei einem Abenteuerroman für Jugendliche hingehen mag, langt für Erwachsene nicht. |
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| Marianne hat Kummer. Eine fesselnde Erzählung für
Mädchen. Pseudonym: Helga York.
Zeichnungen: Felizitas Unterberg.
Würzburg: Arena, 1952. 156 S. Lag es daran, dass es von Mädchen handelt? Oder, dass der Roman über 50 Jahre alt ist? Oder dass er zu sehr religiös (Mainandachten, Altar schmücken) oder zumindest moralisch (jeden Tag eine gute Tat) durchsetzt ist? Ich meine, all dies zusammen macht Marianne hat Kummer nur bedingt lesbar. Erhellend ist die Szenerie aus dem zerbombten Nachkriegsdeutschland, als die Gangster noch Kaffee schmuggelten (und nicht Drogen handelten) und die Kinder den Vorschlägen der Lehrer gerne folgten. Aus Nostalgie kann man diese Erzählung für Mädchen lesen, ansonsten hat sie keinem vom Hocker. |
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