Mit Jungen warten auf ein Licht
hat Eschbach eine rundum gelungene Erzählung für Jungen vorgelegt. In
einer Stadt sind die Jungen zweier Straßenzüge wegen eines
Fußballs verfeindet. dazu kommt eine Falschgeldaffäre und
Brandstiftung. Dahinter verbirgt sich die Verfolgung einer lebenslangen Rache,
die, man merkt es bald mit der exotischen Figur des Ex-Fremdenlegionärs
Alonso Dubiele zu tun hat. Ja, und der Vater einer dominaten Jungenfigur, Franz
Biesenbach, ist darin verwickelt. Eschbach zieht in diesem frühen
Jugendroman all seine Register: Taschenlampen im Sägewerk, geheimnisvolle
Lichtsignale (eine beliebtes Motiv beim Autor), eine Falltür. Die
Hintergrundsgeschichte mit dem verdächtigen Vater eines der jugendlichen
Protagonisten taucht dann in seinem bekannteren Der siebenzackige Stern wieder auf.
Natürlich sind alle Hauptfiguren bei Josef Eschbach am Ende völlig
unschuldig, mit einer Ausnahme. Auch die bösen Buben von der Uferstrasse
versöhnen sich nach dramatischen Verwicklungen mit denen aus der
Schützenstrasse. Die Botschaft: in der Gemeinschaft muß man sich
bewähren; die Gemeinschaft ist stark, "wenn jeder frei und ungezwungen
darin bestehen kann" (S. 181). Sogar bei Nebenfiguren zeigt der Autor
außergewöhnlich gute Charakterisierungen.
| Nun war es bei dem Alten aber so, daß er die
nächstliegenden Dinge vergaß: sein Alter, seine Wohnung, sein Land
und alles, was um ihn war; das Ferne aber und das Vergangene wußte er
wohl. Auch sah er die weiten Zufammenhänge der Dinge und man sagte von
ihm, daß selbst die Zukunft vor ihm offenliege. Oft, wenn man ihn
ansprach, hörte er nicht hin. Er konnte bissig und unfreundlich sein, an
anderen Tagen wieder stand das freundliche Lächeln in seinem Gesicht; so
war es auch heute. (S. 96) |
Der strahlende Konzentrationspunkt Franz
Biesenbach ist ein poetisches Denkmal für Eschbachs Freund gleichen
Namens, den er in Umbrüche
eindrücklich würdigt. Mir hat das Wiederlesen nach Jahrzehnten erneut
Freude bereitet. |