Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Beil
Lilo Beil: Mord auf vier Pfoten. 22 tierische Krimigeschichten
Saarbrücken: Conte, 2013. Broschiert, 210 Seiten – Lilo LinksLilo Literatur
Die 22 tierschen Krimigeschichten in diesem Erzählungssammelband geben viele Stunden angenehmer Lektüre. Die Autorin zahlreicher „normaler” Krimis hat ein Faible für Hunde und Katzen. Diese sind die Hauptpersonen, oft Ermittler oder Täter, manchmal verhindern sie auch eine Straftat oder die Ereignisse überholen die Absichten der Vierbeiner.
Dass Hunde und Katzen sprechen sollte für Literaturfreunde und natürlich erst recht für Hunde- und Katzenliebhaber keine Überraschung sein. Wenn man sich darauf einläßt liest man hier wundervoll ausgedachte Kurzkrimis. Oft handeln Stanislaus oder Anubis artgerecht, manchmal menscheln sie, immer werden sie in eine kriminelle Handlung – meist Mord – verstrickt.
Störend sind einige Stereotype: die „guten” Tiere werden von der Strasse aufgelesen, die nicht ganz so guten sind die gezüchteten Rassentiere. Wer Tiere liebt kann kein schlechter Mensch sein (was sicher nicht stimmt) und wer Tiere ablehnt heckt auch sonst böse Gedanken. Das Personal der Geschichten ist strikt getrennt in Tierhasser und Tierfreunde. In welche Kategorie Mensch jemand fällt erkennt man sofort am Auftreten, Äußeren oder sonstigen Details. In dieser Hinsicht gleichen die Charakterisierungen denjenigen von Ludwig Ganghofer.
Gelegentliches Dozieren und Übererklären nimmt man in Kauf.
  • Wenn beispielsweise Kettenhund Mélac neben einer Leiche sitzt, wird erklärt, dass er es nicht sein kann, denn er hängt ja an einer Kette. Im übernächsten Satz wird verraten, dass es doch  Mélac ist und im nächsten wird mitgeteilt (was jede(r) Leser(in) schon längst gefolgert hat), dass jemand ihn befreit haben muss (S. 150).
  • Oder wenn Elvira Franz Marc zum Gefallenen des 2. Weltkriegs erklärt, weiß es die Ich-Erzählerin besser: es war 1915. Nimmt man diese Korrektur noch in Kauf, so folgt die nächste Klarstellung: „also im Ersten Weltkrieg” (S. 165). Beide übersahen dabei, dass Marc im März 1916 fiel.
  • Direkt erleichtert war ich, als ich in „Luzifer, die Weihnachtskatze” über die Herkunft eines Spruches (S. 189) nicht belehrt wurde. Hier sei es nachgeholt Beil. Wilhelm Tell sagt im gleichnamigen Drama: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt” (IV., 3).
Jeder wird hier eine oder mehrere Lieblingsgeschichten finden. Ich fand am Besten „Wie Hund und Katz” und „Nebel”. Dicht auf folgen „Ein Fall für »Hund«” (eine glänzende Hommage an Inspektor Columbo) und „Gretchen”.
Amüsant und besonders den Katzen-und Hundeliebhabern zu empfehlen.
Links
BeilBeil - Mord auf vier Pfoten @ Conte Verlag
Beil Autorin Lilo Beil
Literatur
Bei Amazon nachschauen  
Beil BeilLilo Beil: Mord auf vier Pfoten. 22 tierische Krimigeschichten. Saarbrücken: Conte, 2013. Broschiert, 210 Seiten
Beil Anfang

Beil
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 19.4.2013