| Angela
Dopfer-Werner. Mein Name ist Afra München: Herbig, 2000. 335 Seiten |
| Angenehm fällt auf: das Buch ist
im Web unter Zunächst hat man sich an eine etwas holprige Schreibweise mit zusammengeschachtelten Sätzen zu gewöhnen. Das flaut im Laufe der Lektüre ab. Die Autorin erzählt flüssiger. Ja, ihr Stil ist der historischen Erzählung durchaus angemessen. Teile aus der Perspektive eines Erzählers werden den chronikartigen Erzählungen der Afra eingeschoben, das sorgt für kluge Abwechslung. Man wird aber der ständigen Wiederholungen der Namen, der Städte und Flüsse und ihrer Eigenschaften überdrüssig. Spätestens auf Seite 100 weiß der Leser, daß Pitengouua ein uriger Weiler, einen Tagesritt von Augusburc entfernt ist, er bekommt es aber noch einige Male gesagt. So bekommt Afra auf S.220 ein Mädchen, das Ella getauft wird. Jahre später schreibt Afra: "Ella, das erstgeborene Kind von Leonhard und mir, ..." (284). Für wen? Wird der Leser für dumm gehalten, ähnlich dem US TV-Zuschauer, für den extra gelacht wird, damit er spannt, wo auch er lachen muß? Die Handlung ist glaubwürdig, wenn es auch fraglich erscheint, daß es mit Richlint, der eigentlichen Hauptperson, schon um 950 eine Vorkämpferin der Frauenbewegung gab. Aber: Ein Autor hat schließlich gewissen Freiheiten unwahrscheinliche Sachverhalte zu schildern. Gerade durch das Aufbegehren der beiden jungen Mädchen Richlint und Afra gewinnt der Roman an Spannung. Das zweite Hauptthema ist das Verhalten zu anderen Menschen. Neid, Mißgunst und Haß auf nicht Standesgleiche, Leute mit anderer Religion oder anderen Stammes sind in Baiern schon damals der Regelfall. Dadurch erhält das Geschehen am Ende die tragische Steigerung. Der Stoff mit der römischen, heidnischen Justina und der verbotenen Liebe zum Ungarn Arpad, ähnelt in manchen Aspekten dem der Norma. Vincenzo Bellini schuf daraus eine geniale Oper, der Roman ist sicher nirgends genial, doch man ihn durchaus lesen. |
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| Angela Dopfer-Werner. Mein Name ist
Afra. München: Herbig, 2000. 335 Seiten
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