| Gustav Meyrink: Der
weiße Dominikaner. Aus dem Tagebuch eines Unsichtbaren München: Heyne, 1982. 271 Seiten. Mit einem Nachwort von Eduard Frank |
| Im ansprechenden Büchlein Christopher Taubenschlag ist das 11. Glied einer bemerkenswerten Ahnenreihe. In ihm leben – so der Ich-Erzähler – alle vorangegangen Generationen. Hier wirken stark die Arbeiten von Gregor Johann Mendel in den Roman, die erst um 1900 von den Pflanzenforschern C.E. Correns, E. von Tschermak und H. de Vries wieder entdeckt worden waren; Der weiße Dominikaner erschien 1921. Mehr jedoch wirken Ideen aus östlichen Religionen in das Handlungsgeflecht des Romans; vergleiche dazu Öfters hat Christopher Taubenschlag Begegnungen (meist indirekt: er sieht einen weißen Schatten [sic]) mit dem weißen Dominikaner. Die Sage erzählt, daß der Die Hauptstellen zum Konversion Meyrink konvertierte 1927 zum Mahajana-Buddhismus. Er starb am 4. Dezember 1932 in Starnberg. Der weiße Dominikaner (1921) zählt zu den Klassikern der phantastischen Literatur. |
| Raimund
von Pennaforte
* 1175 - 1180 auf dem Schloß Peñafort in Katalonien. Der Ordensgeneral der Dominikaner Raimund von Pennaforte stellte die Dekretalen des Papstes Gregors IX., genannt Liber Extra, zusammen und veröffentlichte sie 1234 als erstes kirchenrechtliches Gesetzbuch seit Gratian. Am 20.10.1248 wird Raimund von Pennaforte die Inquisition übertragen. + 6.1.1275 in Barcelona. |
| Handlungsort Wasserburg am Inn Tief unten strömt ein breiter, wellenloser, von Gebirgswasser grauer Fluß dicht an den uralten, rosa-, ockergelb- und hellblaufarbigen, aus kahlen Fenstern blickenden Häusern hin, auf denen die Dächer sitzen wie moosgrüne Hüte ohne Krempen. Als ein Kreis umströmt er die Stadt, die darin liegt, inselgleich, von einer Wasserschlinge gefangen; er kommt von Süden, wendet sich nach Westen, kehrt wieder zum Süden zurück, dort nur mehr durch eine schmale Landzunge, auf der unser Haus als letztes steht, getrennt von der Stelle, wo er die Stadt zu umarmen begann, – um hinter einem grünen Hügel dem Blick zu entschwinden. Über die braune, mit mannshohen Planken eingefaßte Holzbrücke – der Boden aus rohen rindigen Stämmen, die beben, wenn der Ochsenwagen darüberfährt – kann man hinübergelangen ans andere, ans bewaldete Ufer, wo Sandbrüche ins Wasser abfallen. Von unserem Dach aus sieht man über sie hinweg weit ins Wiesenland hinein, in dessen dunstiger Ferne die Berge wie Wolken schweben und die Wolken wie Berge auf der Erde lasten. Mitten aus der Stadt ragt ein burgartiges, langgestrecktes Gebäude auf, zu nichts mehr gut oder schlimm, als die stechende Glut der Herbstsonne aufzufangen mit feuerglimmenden lidlosen Fenstern. In dem Eierpflaster des immer menschenleeren Marktplatzes, darauf die großen Schirme der Händler in Haufen umgestürzter Körbe wie vergessenes Riesenspielzeug stehen, wächst Gras zwischen den Ritzen der Steine. Bisweilen an Sonntagen, wenn die Hitze die Mauern des barocken Rathauses heiß sengt, dringen die gedämpften Klänge einer Blechmusik, getragen vom kühlen Lufthauch, aus der Erde herauf, - werden lauter, das Tor der Gastschenke »zur Post, genannt beim Fletzinger« gähnt plötzlich, ein Hochzeitszug marschiert gemessen zur Kirche in alter bunter Tracht ... (20-22). |
| Literatur |
| Arbeitsgemeinschaft
Spurensuche c/o Tourismusverband München-Oberbayern, Hg. Maler
& Poeten in Oberbayern und im Allgäu, im Salzburger
Land und im Salzkammergut. München o.J. 128 Seiten. Ralf Reiter. Das dämonische Diesseits. Phantastisches Erzählen in den Romanen "Walpurgisnacht" und "Der weiße Dominikaner" von Gustav Meyrink. Schriftenreihe und Materialien der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Band 19. Wetzlar. |
| derzeit (4/2002) vergriffen | |
| Meyrink, Gustav. Der
weiße Dominikaner. Aus dem Tagebuch eines Unsichtbaren.
München: Heyne,1982. 271 Seiten. | ![]() |
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