| Alfred
Andersch: Die Rote Zürich: Diogenes, 1993. 234 Seiten |
| Wie in seinem berühmten Roman
Sansibar oder der letzte Grund dreht sich auch hier das Geschehen um die
Flucht. Allerdings ist die Flucht in der frühen Bundesrepublik etwas
völlig anderes: sie spielt sich auf italienischen Boden ab. Franziska
flieht kopfüber vom Ehemann Herbert und Liebhaber Joachim und trifft auf
Patrick, einem Ex-Geheimdienstler, der Kramer Rache geschworen hat. Andersch
packt einige gehaltvolle Fragen in sein Werk: Schuld und Verantwortung,
Abtreibung, Lebensplanung. Die Erzähltechnik bedient sich verschiedener
Blickwinkel. Dadurch wird der Roman glaubwürdig. Spannend ist er - nach
einem kurzen Tief in der ersten Hälfte - durchwegs. Nach jedem der vier
Tage ist ein Kapitel mit Worthäufungen eingefügt, die wohl den
literarischen Wert hervorheben sollen, deren Bedeutung mir aber nicht klar
wurde. Sehr empfehlenswert. |
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