| Angela
Dopfer-Werner: Myrrha München: Herbig 2003. 288 Seiten |
| Die Autorin Angela Dopfer-Werner aus
Peiting hat sich schon in ihrem ersten Roman Mein Name ist Afra ( |
| Nach
Überlieferung und den spärlichen Dokumenten war Afra die Tochter
einer zyprischen Mutter und wurde von ihr dem Dienst der Liebesgöttin
Venus geweiht, was Prostitution mit einschloß. Sie zog nach Rom und
später nach Augsburg. Dort lebte sie als gewerbsmäßige Dirne
und richtete ein Freudenhaus ein. Während der Christenverfolgung unter dem
römischen Kaiser Diokletian suchte der
Bischof Narzissus in ihrem Haus Zuflucht
( |
| Ja, so wie es in Myrrha
geschildert wird, könnte es sich zugetragen haben. Der Roman beginnt mit
der Sklavin Psecas, einem Findelkind. Sie wird von der vermögenden Sippe
um Zosimus, dessen Schwester Hilaria und dem Stiefkind Myrrha aufgekauft.
Zwischen Psecas und Myrrha, aus Erbgründen Priesterin der
Liebesgöttin Venus, entwickelt sich eine verhaltene
Mädchenfreundschaft. Die Priesterschaft Myrrhas schließt den
bezahlten Liebesdienst im Venustempel ein, kurz, Myrrha ist eine
öffentliche Hure. Nach einem gut inszenierten Auftritt im Amphitheater
Roms verliebt sie sich in den jungen Römer Marcus Quintilianus. Jetzt
begeistert sich Myrrha für Verse Ovids aus der "Liebeskunst" (S. 134;
In einer Parallelhandlung wird vom heimlichen Wirken der Sekte der Christen erzählt. Hauptsächlich treffen sich dabei Sklaven und Freigelassene; für sie ist die Verheißung der christlichen Lehre eine lohnender Silberstreif. In Augsburg bekennt sich nach Pescas auch Myrrha zu dieser Sekte, sie nennt sich fortan Afra und erduldet für ihren Glauben den Märtyrertod. Wie schon der Erstling Mein Name ist Afra zeigt Myrrha die gute Kenntnis der Autorin des Lebens und der Verhältnisse in der Umbruchzeit zwischen Antike und Mittelalter. Alle Szenen sind detailreich ausgeführt mit einer Neigung auch kleinste Dinge zu benennen. Mir ging diese ausufernde Zurschaustellung des geschichtlichen Wissens zu weit. Die Dialoge zwischen den Sklavinnen gerieten zu gescheit. Diese Sprache (z. B. S. 27-28) ist dem legendenhaften Charakter der Afra-Geschichte angemessen, unter dem einfachen Volk in Rom aber zu gestelzt. Die psychologischen Bezüge zwischen den beiden Mädchen kamen zu kurz. Mögliche Spannungsmomente zwischen den Römern und der jungen Christensekte wurden nicht herausgearbeitet. Der Stil ist geschliffen und fast zu makellos, ähnlich einem perfekten Schulaufsatz. Die üppige Schilderung der Gladiatorenkämpfe (S. 87 - 102) ist variantenreich. Dabei wird der auftretende weiße Elefant von Myrrha als Glückssymbol interpretiert ( Wem der legendenhafte Duktus von Myrrha liegt, wer den Aufstieg einer jungen Sklavin zur Dienerin in der Oberschicht verfolgen will, kann in eine faszinierende Welt am Ausgang des Römerreichs eintauchen. |
| Afra ist Patronin von Augsburg und dort überall
präsent: Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra Basilika Sankt Ulrich und Afra Katholische Pfarrjugend St. Ulrich & Afra Diözesanmuseum St. Afra in Augsburg. Kornhausgasse Verein für ambulante Krankenpflege St. Ulrich und Afra Augsburg e.V. |
| Links |
| Symbol "Weisser
Elefant" Der weiße Elefant im Amphitheater wird von Myrrha als Glückssymbol interpretiert. Aus Ernest Hemingway "Hills Like White Elefants" ist mir der weiße Elefant eher als Danaergeschenk bekannt. Oder? Rilke verwendet die weißen Elefanten im Gedicht "Das Karusell", denke ich, harmlos. |
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| Der Roman Myrrha erschien im 1. Halbjahr 2004 als Fortsetzungsroman in der Augsburger Allgemeine |
| Glaube mir, nicht auf die
schnelle gelangt man zur Wonne der Venus, Nein, durch Verzögern nur lockt man sie behutsam hervor. Hast du die Stellen gefunden, an denen die Frau gern berührt wird, Halte dich Scham nicht zurück, dass du sie dort auch berührst; Sehn wirst du, wie ihr die Augen in zitterndem Feuer erglänzen; Häufig strahlt Sonnenlicht so vom klaren Wasser zurück. Klagende Laute auch kommen hinzu und ein liebliches Murmeln, Süßes Gestöhn, manches Wort, wie es zu diesem Spiel passt. Ovid, 20.3.43.v. Chr 17 oder 18.n.Chr, aus dem Lehrgedicht »Ars amandi« ("Liebeskunst") |