| Wladimir
Kaminer: Russendisko München: Goldmann, 2003. Gebunden, 192 Seiten |
| Im saloppen Stil tischt uns hier
Wladimir Kaminer Anektoden aus Berlin und Moskau auf. Er kam um 1990 von Moskau
nach Berlin und hatte als Emigrant oder aufgrund seiner Nationalität
einiges zu verkraften. Viele der kurzen Geschichten lassen schmunzeln. Nach
einer Rezension der Brigitte (Umschlagseite der gebundenen Ausgabe)
führt die Lektüre zum "hysterischen Gekicher": na ja, vielleicht bei
Leserinnen dieser Zeitschrift. Ein paar Lacher, ja, aber sonst stumpft die
Lakonie des Autors ab, da sie meist auf einem Drang zur Vereinfachung beruht.
"Berlin ist nicht gerade eine Stadt der Armen, doch auch hier gibt es immer
mehr benachteiligte Bevölkerungsschichten wie etwa Studenten der
geisteswissenschaftlichen Fächer, allein erziehende Mütter oder
drogenabhängige Straßenmusikanten" (S. 111). Immerhin hat Kaminer
einen klaren Blick und rückt manche hochgespielten Probleme ins rechte
humorvolle Licht. Halt, die Lektüre ist amüsant, wenn man sie kapitelweise auf mehrere Tage verteilt; so gesehen ist Russendisko für die Lektüre zwischendurch schon empfehlenswert. Ein ähnliches Sujet, aber vom Literarischen her mehr befriedigend, verwendet Die CD-Beilage mag sich für Bierzelte oder Berliner Kneipen eignen, ich habe sie zweimal angehört. |