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Albrecht Goes Brandopfer
Albrecht Goes: Das Brandopfer
Erzählung. Frankfurt am Main: Fischer, 1978. 73 Seiten – goes Autorenseite Goes
Die Metzgersfrau Margarete Walker wird von der Nazi-Herrschaft mit einer besonderen Aufagbe betraut. Am Freitag zwischen fünf und sieben dürfen alle Juden der Stadt ausschließlich in ihrem Laden einkaufen; sie wird zur »Judenmetzig«.
Ihre arischen Kunden geben ihr Ratschläge: "Machen Sie aber nur freitags nachts gut Durchzug, spnst hälts kein Christenmensch am andern tag bei Ihnen aus, Frau Walker." (S. 13). Frau Walker entwickelt ihre eigene Beziehung zur neuen Kundschaft. Unausgesprochen wird die Einkaufszeit sogar zur Sabbatfeier genutzt. Erzähler ist ein Assistent an der Stadtbibliothek, , der nach dem krieg Untermieter bei Frau Walker ist. Oft läßt Goes aber in wörtlicher Rede oder durch einen Brief Frau Walker selbst sprechen. So beginnt sie: »Wenn das mit dem Kinderwagen nicht dazugekommen wäre, hätte ichs wohl nicht getan. Lieber Herr, der Mensch ist stumpf, stumpfer als das Vieh. So ein Stück Vieh – ich weiß, wie das dreinsieht, wenn sein Stallgefährte unters Messer kommt, ich hab' oft genug in den Schlachthof mit hinausfahren müssen damals, als mein Mann im Feld war. Ja, die Kreatur, die sieht drein. Aber wir, wir sagen: das sollte nicht sein – und sagen: aber das ist ja entsetzlich, und dann gewöhnen wir uns daran." (S. 7).
Da sie kaum etwas unternehmen kann beschließt sie ein symbolisches (religiös bestimmtes?) Opfer. Doch einem jüdischer Kunde wird bei diesem Bombenangriff der Luftschutzbunker verwehrt, dadurch erhält er Gelegenheit Frau Walker zu retten. Ihr Brandopfer wurde nicht angenommen. Sie behält aber ein auffälliges Brandmal im Gesicht.
Ort der Handlung ist eine ungenannte süddeutsche Großstadt. Indizien für eine größere Stadt sind der Bombenangriff;die Anfahrtswege der Juden; der Beruf des Erzählers als Assistent an der Stadtbibliothek.
Goes schreibt in knapper, unausgeschmückter Sprache. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Frau Walker und dem Ich-Erzähler, liegt aber im Wesentlichen bei der Hauptperson. Durch einen Kniff mit der Freundin Sabine zieht Goes einen weiteren faden in die Gegenwarte. Die zeitliche Folge der Ereignisse ist zerstückelt.
Die bekannten Ausreden der Bundesrepublikaner nach dem Krieg »Davon haben wir nichts gewusst«, »Wir konnten doch nichts tun« werden mit dieser Erzählung unbrauchbar. Sehr empfehlenswert
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Albrecht Goes Albrecht Goes BrandopferAlbrecht Goes. Das Brandopfer. Frankfurt am Main: Fischer. Broschiert

Albrecht Goes Brandopfer
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 2.2.2004