| Albrecht
Goes: Unruhige Nacht Hamburg: Wittig, 1988. Mit Nachwort des Autors. 89 Seiten |
| In diese kurze Erzählung packt
Goes mehrere Entscheidungen in brenzliger Situation ohne damit die Geschichte
zu überfrachten. Da ist der Ich-Erzähler, ein evangelischer Kriegspfarrer, der den wegen Fahnenfluchts zum Tode verurteilten Soldaten Fedor Baranowski darauf vorbereiten soll. Man schreibt das Kriegsjahr 1942. Hauptmann Brentano hat den Marschbefehl nach Stalingrad erhalten und verbringt im Zimmer des Pastors mit seiner Freundin Melanie die letzte Nacht. Soll er fliegen oder gibt es einen Ausweg? Oberleutnant Ernst soll das Erschießungskommando kommandieren. Am Abend offenbart er, daß er nicht schießen will. Er sucht das Gespäch mit dem Erzähler. Und selbst Baranowski muß sich entscheiden: pastoralen Beistand? wie in den Tod gehen? Wer sich nicht entscheiden muß sind die Nazis. Entweder sie haben sich schon entschieden oder für sie wird entschieden. Irgendwann zwischen 1933 und 1942 haben fast alle ihren Verstand abgegeben. Bei Goes kommen erstaunlich wenige davon vor. Stilistisch treffsicher erzhält Goes aus"dem Tag mit den schnellen Wolken und dem starken, lehmigen Herbstgeruch" (S. 6). Lesenswert |
| Verfilmung Unruhige Nacht. Regie: Falk Harnack, Drehbuch: Horst Budjuhn Albrecht Goes. Darsteller: mit Bernhard Wicki, Hansjörg Felmy, Ulla Jacobson, Erik Schumann, Werner Peters BRD 1958, 102 Min., S/W |
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