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Lotti
Lotti Huber: Diese Zitrone hat noch viel Saft! Ein Leben
St. Gallen: Edition Diá, 1991. 4. Aufl. 168 Seiten – Zitate
Lotti Huber erzählt im besten Plauderton aus ihrem bewegten (in mehrfacher Hinsicht) Leben. Sie wird 1912 wird als Tochter großbürgerlicher jüdischer Eltern in Kiel geboren. Sie gerät ins Konzentrationslager, wird aber freigekauft und 1938 über die Schweiz nach Palästina verfrachtet. Über Ägypten kommt sie auf Zypern und verlebt dort mit ihrem ersten Ehemann eine herrliche Zeit; bis zur politischen Teilung der Insel. Lotti Huber geht mit ihrem zweiten Mann Norman Huber nach England. Nach seinem Tod kehrt sie in ihr geliebtes Berlin zurück.
Viele Szenen im Buch lassen den Leser lachen, nachdenken oder berühren ihn.
Im Londoner Lieblingspub trinkt sie mit ihrem Mann Norman immer einen trockenen Sherry.
"Als ich ein paar Jahre nach dem Tod Normans wieder in London war, stand der Besitzer noch immer hinter der Theke: leicht ergraut, aber ansonsten unverändert. Als er mich sah, fragte er, ohne mit der Wimper zu zucken: »The same as usual, Madam?« Und füllte mein Glas mit demselben Sherry, den ich immer mit Norman bei ihm getrunken hatte" (S. 137)

Neben Lottis Vitalität fiel mir besonders angenehm auf, daß sie nie nachtragend ist. Patricia spannt ihr den ersten Mann aus, später werden sie beste Freunde (S. 82), ebenso mit ihrer Konkurrenz als Barbesitzerin (S. 89).
Einmal erwähnt die Autorin William Somerset Maugham (lotti Maugham). Richtig, weite Abschnitte ihrer Biografie könnten tatsächlich aus einem Maugham-Roman stammen. Bei ihr geht's aber turbulenter zu, feine Psychologie, wie dem englischen Meister, liegen ihr nicht. Die Affinität zu Maugham ist schon durch das Leben der feudalen Briten in ihren Kolonien gewährleistet.
Neben dem Buchtitel "Diese Zitrone hat noch viel Saft!" treffen "Siehst du, niemals aufgeben! Leben - leben - leben" (S. 168) und "Es geht auch anders, aber so geht es auch" (Umschlagseite) sowohl Hubers Lebenseinstellung als die ganze Autobiografie. Insgesamt betont Lotti Huber ihre positiven Seiten, aber wer erwartet bei einer Autobiografie etwas anderes? Als i-Tüpferl des Buches lassen zahlreiche Fotografien die Autorin und ihre Weggenossen vor dem Auge wiedererstehen.
Sehr zur aufmunternden Lektüre empfohlen!
Lotti Huber 16. Oktober 1912 Kiel – 31. Mai 1998 Berlin.
Tänzerin, Barbesitzerin, Leiterin einer Mannequin-Schule, Schauspielerin, Sängerin, Künstlerin
Filme: «Unsere Leichen leben noch» (1980); «Affengeil» (1990); ausführliche LottiFilmografieLottiBiografie
lotti Zitate
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Huber   LottiLotti Huber: Diese Zitrone hat noch viel Saft! Ein Leben München: DTV, 1998. Broschiert huber
Lotti Huber: Diese Zitrone hat noch viel Saft! Ein Leben. 2 CDs gesprochen von Hannelore Hoger. München: Kunstmann, 2003 Lotti

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 20.2.2005