| Wilhelm
Genazino: Die Kassiererinnen Reinbek: Rowohlt, 1998. Gebunden, 155 Seiten Links Literatur |
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Ähnlich wie in Wilhelm Genazinos
chronologisch späterem, von mir zuerst gelesenen Ein Regenschirm
für diesen Tag (
Genazino versteht es grandios die Banalitäten des Alltags offen zu legen. Im Schaufenster eines Kohlenhändlers kann er den Stapel Briketts nicht von einer Kunstinstallation unterscheiden ist. Überall sieht er die kaputten Dinge und Personen und wenn es nur ein Tapetenriss in der Wohnung seiner Bekannten Wanda ist, die flackernde Leuchtreklame oder das vorbeifahrende Auto, das eine Radkappe verliert. Dem Fußgänger fallen speziell die kaputten Typen auf. Er unterstützt Wanda beim und nach dem Tod ihres Vater. Oft kommt er in Situationen, die er vermeiden will (z.B. die schon genannten Begegnungen mit Bekannten), doch es gelingt ihm selten: "Ich hatte kein Verlangen nach Geburtstagsfesten, aber ich sagte zu" (S. 65-66). Nur mit Wischinski trifft er ein Abkommen: er erledigt für ihn die Kommunikation mit dem Finanzamt, dafür kauft Wischinski für ihn im Kaufhaus ein, sein Mutter näht die Knöpfe an. Er selbst mag keine Kaufhäuser. In seiner Fantasie tauchen immer wieder die acht Kassiererinnen des Supermarktes Prezzoprezzo auf: Ilona, Susanne, Jutta, Gundel ... Mehr tragen die Kassiererinnen nicht bei. Die Quintessenz des kurzen Romans wird ziemlich früh gegeben:
Da alle anderen die Beschreibungen der Alltagsbanalitäten bei Genazino gut finden, liegt es wohl an mir, dass ich mir die Zeit dafür, so bewundernswert die Sprache ist, eigentlich sparen will. |
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| Genazinos neuester
Roman Die Liebesblödigkeit soll ja eine Handlung enthalten, also:
dritte Chance. Wilhelm Genazino erhielt zahlreiche Preise, die wichtigsten: 1998 Große Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2004 Georg-Büchner-Preis 2004 |
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